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Wer kommt für den Schaden auf?

Streit um Jubiläumsfeier Wer kommt für den Schaden auf?

Ihr 30-jähriges Bestehen, das die Schwimm- und Sportfreunde Obernkirchen (SSFO) im September 2016 gefeiert haben, hat den Verein bei seiner jetzigen Hauptversammlung noch einmal intensiv beschäftigt.

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Der neue Vorstand: Toralf (von links) und Andrea Kirsten, Susanne Krack und Andrea Kirsten.

Quelle: wk

Obernkirchen. Dabei ging es jedoch nicht um einen freudigen Rückblick, sondern um im Vorfeld des Festes angefallene Kosten, die für eine in Teilen in die Hose gegangene Organisation stehen, deretwegen der Verein mit seiner früheren Vorsitzenden Simone Jaschke Streit hat.

Bevor dazu allerdings Näheres zu erfahren war, stimmten die anwesenden Mitglieder zunächst erst einmal darüber ab, ob Jaschke, die ebenfalls zu der Versammlung gekommen war, bei diesem Tagesordnungspunkt zugegen sein dürfe. Beraten werden sollte nämlich, ob wegen der vom Verein gegen Jaschke erhobenen Regressforderung Klage bei Gericht erhoben werden solle. Ein vor diesem Hintergrund von Ute Jorritsma als Sprecherin des Festkomitees gefordertes Votum fiel mit 35 Ja-Stimmen bei zwölf Enthaltungen und einer Nein-Stimme deutlich für die Ausladung Jaschkes aus, die daraufhin wortlos den Raum verließ.

Nun erklärte Jorritsma, was im vergangenen Jahr schief gelaufen war. Demnach hatten die SSFO ein siebenköpfiges Festkomitee ins Leben gerufen, das die Feier organisieren sollte. Der finanzielle Rahmen war zuvor bei einer Mitgliederversammlung abgesteckt worden. Man entschied sich dafür, eine große Feier mit 500 bis 600 Gästen in der Liethhalle auszurichten.

Finanzielles Desaster befürchtet

Nachdem die Halle und eine Band gebucht sowie Eintrittskarten und Werbeflyer gedruckt worden waren, sei der Kartenvorverkauf jedoch nur „schleppend“ gelaufen, berichtete Jorritsma. Daher habe man den Kartenvorverkauf ankurbeln wollen. Dann sei dem Komitee eine E-Mail von Jaschke zugegangen, in der diese mitgeteilt habe, dass sie ein finanzielles Desaster befürchte.

Jaschke habe sich mit einem Eventmanager kurzgeschlossen, der ihr eine „kooperative Veranstaltung“ mit einem „Obernkirchener Unternehmer“ in der Liethhalle vorgeschlagen habe, worüber die SSFO-Vorsitzende allerdings nur einen Teil des Festkomitees informiert habe. „Ziemlich vor den Kopf geschlagen“ sei das Kommitee dann gewesen, als Jaschke in einer weiteren E-Mail mitgeteilt habe, dass sie sich entschieden habe, die große SSFO-Geburtstagsparty in der Liethhalle abzusagen und stattdessen die „kooperative Feier“ zu vereinbaren.

Schaden von 3500 Euro

Als Jaschke mitgeteilt worden sei, dass das Komitee mit einer „kooperativen Veranstaltung“ nicht einverstanden sei, habe sie erklärt, nicht mehr als Vereinsvorsitzende zur Verfügung zu stehen, so Jorritsma. Und nachdem das Komitee den Eventmanager informiert habe, dass man die „kooperativen Veranstaltung“ nicht wolle, habe dieser mitgeteilt, dass ihm bereits Kosten entstanden seien, für die der Verein aufkommen müsse. In diesem Kontext habe das Festkomitee auch von einer (da schon abgelaufenen) 24-Stunden-Frist erfahren, die der Eventmanager gesetzt hatte und innerhalb der Jaschke respektive der Verein von dem Vertrag hätte zurücktreten können – doch von Jaschke sei das Komitee seinerzeit nicht über diese Frist informiert worden. Den Schaden, der den SSFO entstanden ist, bezifferte Jorritsma auf rund 3500 Euro.

Ergänzend wies sie darauf hin, dass die „ganz schnell organisierte“, ersatzweise im Gasthof Vehlen ausgerichtete Feier ein Erfolg gewesen sei und man unterm Strich plus/minus null aus der Feier herausgekommen sei.

Bei der Jahresversammlung war nun über die weitere Vorgehensweise zu entscheiden. Dazu merkte Geschäftsführerin Andrea Kirsten an, dass Jaschke nicht berechtigt gewesen sei, eine solche Vereinbarung mit dem Eventmanager allein zu treffen, sondern dass diese dafür auch ihre Zustimmung benötigt hätte.

50:50-Chance auf Schadensersatz

Jorritsma fügte hinzu, dass der Verein Jaschke im Falle einer gerichtlichen Auseinandersetzung grobe Fahrlässigkeit nachweisen müsse, um den Schaden von seiner ehemaligen Vorsitzenden ersetzt zu bekommen. Die Chance, diesen Beweis zu führen, liege nach Auskunft eines konsultierten Rechtsanwaltes bei 50:50.

Es sei schon eine „emotionale Geschichte“, resümierte eine Versammlungsteilnehmerin, aber es gehe ja nicht um viel Geld. Zudem sollte man bedenken, was Jaschke zuvor alles für den Verein geleistet habe. Wenn man den Klageweg beschreiten würde, wäre das zudem eine „schwere Hypothek“ für den künftigen Vorstand.

Bei der abschließenden Abstimmung votierte die Versammlung einstimmig gegen eine gerichtliche Auseinandersetzung mit Jaschke.

Als neuen Vorstand wählten die anwesenden Mitglieder Toralf Kirsten (Vorsitzender), Susanne Krack (1. Stellvertretende Vorsitzende), Ute Jorritsma (2. Stellvertretende Vorsitzende) und Andrea Kirsten (Kassenwartin). Marcus Reineke ist Leiter der Schwimm-Abteilung, Gertraud Rammelsberg Leiterin der Sparte Reha-Sport, Birgit Stark und Christina Goldbach bilden das Organisationsteam. Nicht besetzt werden konnte der Posten eines Presse- und Öffentlichkeitswartes. wk

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