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Wer will in den Westflügel?

Stift sucht neue Mieter Wer will in den Westflügel?

Das Stift Obernkirchen sucht einen neuen Mieter für den denkmalgeschützten Westflügel: Dort betreibt derzeit noch die deutschlandweit aufgestellte „Geistliche Gemeinde-Erneuerung“ in der Evangelischen Kirche (GGE) die „Tagungsstätte Obernkirchen“.

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Malerische Lage: Der Westflügel des Stifts Obernkirchen soll neu vermietet werden. tw

Quelle: tw

Obernkirchen. Wie das Objekt nach dem Auszug der dort seit 1994 ansässigen GGE genutzt werden soll, steht zwar noch nicht fest, aber: „Eine rein kommerzielle Nachnutzung wird es nicht geben“, sagt Äbtissin Susanne Wöbbeking. Das sei für einen Betreiber in der Nachfolge der GGE „finanziell schwierig“.

 Die Äbtissin und das Kapitel des Stifts Obernkirchen hatten die Zukunft des Westflügels bereits in ihrer jüngsten Weihnachts-/Silvester-Grußkarte zum Thema gemacht: „Wir blicken zurück auf ein Jahr, in dem sich größere Veränderungen für uns angekündigt haben: Der Westflügel muss neu vermietet werden“, hieß es darin.

 „Die Neuvermietung wird nötig, weil die GGE den langfristigen Mietvertrag, der Anfang 2017 ausläuft, nicht verlängern möchte“, berichtet Wöbbeking. Äbtissin und Kapitel bedauerten diese Entscheidung sehr, weil es in all den Jahren eine gute Nachbarschaft mit der Gemeinde gegeben und die Nutzung des Westflügels durch die GGE auch im Sinne des Stiftes „gepasst“ habe.

 Indes: Findet sich ein Nachmieter, der den Vorstellungen des Stifts entspricht, würde die GGE den Westflügel auch schon vor 2017 verlassen, sagt Wöbbeking. Äbtissin und Kapitel sind aber ausdrücklich an einem langfristigen Nachmieter interessiert. Ein von Wöbbeking favorisiertes Konzept für die Zukunft des Westflügels gibt es bereits. Es ist aber auf absehbare Zeit noch nicht spruchreif, da finanzielle Fragen noch nicht abschließend geklärt sind. Nur soviel: Ein Nachmieter sollte nicht in erster Linie finanzielle Interessen verfolgen, sondern sich beispielsweise Bildungsaufgaben verpflichtet fühlen, die zur Geschichte des Hauses passen – womit eine Zukunft des Westflügels als normales Hotel ebenso ausdrücklich ausscheidet.

 Zum Stift passen würde es dagegen, wenn der Westflügel künftig – beispielsweise unter Regie eines Konzerns oder Konzernverbunds – als geistige „Kraftquelle“ für Menschen mit Burnout-Symptomen fungieren würde, um nur ein Beispiel zu nennen. Das Problem: Besagter Konzern müsste dafür als Betreiber dauernd Personal vor Ort haben. „Da könnte es sich für ihn dann womöglich finanziell eher rechnen, in ein Wellnesshotel zu gehen“, fürchtet die Äbtissin. Zumal die Wirtschaft aus eben diesem Grund bereits viele eigene Häuser geschlossen habe. Doch auch eine Nachnutzung als Schwesternwohnheim sei nicht ausgeschlossen.

 Nichtsdestoweniger ist eine baldige Nachvermietung des Objekts für das Stift zwingend nötig; denn es bezieht aus dem Westflügel einen nicht geringen Teil seiner Einnahmen. „Das Stift ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts, die von ihren eigenen Erträgen lebt“, betont Wöbbeking. Die Klosterkammer Hannover stehe dem Stift zwar zur Seite, sei aber nicht zu Leistungen verpflichtet. Davon abgesehen: Ein längerer Leerstand sei auch unter ästhetischen Gesichtspunkten „jammerschade“, so Wöbbeking.

 Der Westflügel sei damals speziell für die Bedürfnisse der GGE hergerichtet und „sehr modern“ ausgestattet worden. Es ist, so die Äbtissin, ein „sehr schönes Gebäude“, das auch noch über eine Küche verfügt, die selbst professionellen Ansprüchen gerecht wird.

 Der Westflügel des Damenstifts umfasst außer dem Keller ein Erdgeschoss, zwei Obergeschosse sowie das Dachgeschoss; er war 1994 komplett restauriert worden. Die Tagungsstätte verfügt über 19 freundlich eingerichtete Gästezimmer, davon zehn Einzel- und neun Doppelzimmer; alle sind mit Dusche und WC ausgestattet, ein Doppelzimmer ist obendrein behindertengerecht eingerichtet. Daneben gibt es einen Seminarraum, der bis zu 30 Tagungsteilnehmern Platz bietet, einen Speisesaal und eine Kapelle. Ein Personenaufzug ist ebenfalls vorhanden. Zum Objekt gehören des Weiteren eine große Terrasse, eine Gartenanlage und Parkplätze.

tw

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