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Werkfeuerwehr in den Startlöchern

Bereit für den Erstangriff Werkfeuerwehr in den Startlöchern

Noch ein paar Monate, dann wird das in der Vehlener Feldmark entstehende Großklinikum seinen Betrieb aufnehmen. Konkret sollen die Belegschaften nebst den stationär aufgenommenen Patienten der drei alten Krankenhäuser zwischen Weihnachten 2016 und Neujahr 2017 in das neue Agaplesion Evangelisches Klinikum Schaumburg umziehen.

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Parallel zum fortschreitenden Bau des Klinikums in Vehlen wird derzeit auch die Werkfeuerwehr aufgebaut.

Quelle: wk

Obernkirchen.  Ein Termin, der auch in feuerwehrtechnischer Hinsicht Relevanz hat. Denn zeitgleich muss auch die noch im Aufbau befindliche Werkfeuerwehr des Großklinikums einsatzbereit sein.

 „Das über insgesamt 437 Betten verfügende neue Krankenhaus ist geeignet, eine Region mit rund 150000 Einwohnern zu versorgen“, erklärt Dirk Hahne, der Technische Leiter des Neubau-Projektes. Dies sei eine Dimension, die der Einwohnerzahl einer Großstadt entspreche. Doch während Städte dieser Größenordnung aufgrund gesetzlicher Vorschriften eine Berufsfeuerwehr haben, gebe es in der gerade mal rund 10000 Einwohner zählenden Stadt Obernkirchen nur die Freiwilligen Feuerwehren.

 Bei einem Großklinikum wie dem in Vehlen gibt es laut Hahne allerdings mehrere Gründe, warum die im Stadtgebiet beheimateten Ortsfeuerwehren nicht ausreichen, sondern eine krankenhauseigene, nebenberufliche Werkfeuerwehr gegründet werden muss.

 Das fange damit an, dass in dem 437-Betten-Haus eben viele Menschen sein werden, die sich wegen gesundheitlicher Probleme im Falle eines Brandes nicht selbst helfen können.

 Zudem sei die technische Ausstattung des Großklinikums so komplex, dass man Feuerwehrmänner und -frauen benötigt, die als Insider beispielsweise wissen, welche Lüftungsanlagen im Brandfalle ausgeschaltet und welche Entlüftungsanlagen statt dessen eingeschaltet werden müssen. Ferner müssten die Einsatzkräfte mit den Räumlichkeiten des mehrstöckigen, weitläufigen Hauses gut vertraut sein, damit bei einem etwaigen Erstangriff zum Löschen eines Brandes respektive bei der Menschenrettung im Brandfall nicht unnötig Zeit verloren wird: Für einen Außenstehenden sei die Orientierung in so einem großen Gebäude ja doch „sehr schwierig“, ergänzt der Technische Leiter.

 Wie viele aktive Mitglieder eine Werkfeuerwehr haben muss, ist laut Hahne zwar nicht vorgeschrieben, vorgegeben wird aber deren „Mindestausrückestärke“. Und hinsichtlich der „Werkfeuerwehr Agaplesion Evangelisches Klinikum Schaumburg“ hat die Polizeidirektion Göttingen als die für die Schaumburger Feuerwehren zuständige Aufsichtsbehörde eine Anzahl von 34 bis 40 aktiven Mitgliedern für die neue Werkfeuerwehr vorgegeben.

 Diese Zielmarke habe man schon erreicht, indem man bislang bereits 37 Krankenhausmitarbeiter dafür habe gewinnen können, sich in der nebenberuflichen Werkfeuerwehr zu engagieren, führt der Technische Leiter weiter aus. Etwas mehr als zwanzig dieser Mitglieder seien dabei übrigens schon in einer Freiwilligen Feuerwehr aktiv, so dass sie alle über eine entsprechende feuerwehrtechnische Grundausbildung verfügen. Und einige von ihnen haben sogar darauf aufbauende Fortbildungen absolviert.

 Bis zu dem ins Auge gefassten Termin Ende 2016 laufen laut Hahne aber noch verschiedene Zusatzausbildungen innerhalb einer mit den Werkfeuerwehren der Lebenshilfe Rinteln, der Glasfabrik Ardagh-Glas (Obernkirchen) und des Unternehmens OI-Glaspack (Rinteln) gebildeten Arbeitsgruppe, um die noch fehlenden Qualifikationen zu erwerben. Exemplarisch verweist Hahne in diesem Kontext auf Fortbildungen zu Truppführern, Maschinisten und Atemschutzgeräteträgern.

 Ausgestattet wird die neue Werkfeuerwehr mit einem von der Krankenhausgesellschaft finanzierten Einsatzleitwagen und einem Löschgruppenfahrzeug. Letzteres verfügt unter anderem über einen mit 1600 Liter Wasser gefüllten Wassertank und gilt bei den Feuerwehren als „Standardfahrzeug zur Brandbekämpfung und Menschenrettung“.

 Die Werkfeuerwehr sei ja nur für den schnellen Erstangriff gedacht, um schon mal loszulegen, bevor die kommunale Feuerwehr vor Ort ist, betont Hahne. Er selbst ist bereits stellvertretender Kreisbrandmeister und jetzt freilich auch Mitglied der neuen Werkfeuerwehr. wk

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