Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 11 ° Regen

Navigation:
Wie ein „Unikum“ zum Vorbild wird

Obernkirchen / Stadtbücherei Wie ein „Unikum“ zum Vorbild wird

In der Stadtbücherei hat es Überstunden gegeben. Dabei stand nicht das Ausleihen von Büchern im Vordergrund, sondern eine andere Tätigkeit. Da saßen etliche Frauen und ein Mann an Tischen zusammen. Sie waren mit praktischer Arbeit befasst, um „ein Unikum aus Ton“ zu formen.

Voriger Artikel
Konzept ist klasse, Geld reicht nicht
Nächster Artikel
„Nein“ zum Baumschutz per Erlass

Christa Kirchhoff zeigt eine ihrer gelungenen Nachahmungen der Gingkoblätter.

Quelle: sig

Obernkirchen.  Dieses Treffen stand auf dem Halbjahresprogramm „Kreativ-Lust“ der Obernkirchener Stadtbücherei. Geleitet wurde es von Renate Kasseck. Mit dem „Unikum“ war etwas völlig Ungefährliches gemeint – das großflächige Blatt des Gingkobaums.

 Das ist kein Zufall, denn Kasseck hatte im Vorfeld einen Beitrag über diese Kulturpflanze und deren Historie gelesen. Der Gingko ist weder ein Laub- noch ein Nadelbaum. Er ist Symbol für Liebe, Freundschaft und ein langes Leben. Die ältesten Exemplare werden auf 1000 Jahre geschätzt.

 Fachleute ordnen den Gingkobaum aufgrund von Versteinerungen als eine der ältesten Pflanzenarten ein. Er soll aus China stammen und dort die Eiszeit überlebt haben, ließ Kasseck wissen. Sowohl die Samen als auch die Wurzeln haben Eingang in die asiatische Heilkunst gefunden.

 Besonders angetan haben es Kasseck die mehr als Handteller großen fächerartigen fein gerippten Blätter, die unter ihrer Anleitung bei diesem Kreativseminar aus Ton geformt wurden. Die Teilnehmerinnen und der einzige männliche Gast kamen nicht nur aus Obernkirchen, sondern aus Nordsehl, Wendthagen und Stadthagen.

 Als ein angeblich von Männern besonders gefürchtetes Werkzeug kam eine Nudelrolle zum Einsatz, mit der man den Ton auswälzte. Mit Spachteln und Messern wurde den Nachbildungen dann die gewünschte Form gegeben.

 Zwei Wochen lang müssen die großen und kleinen Kreationen nun trocknen, bevor sie bei Temperaturen bis zu 1150 Grad zum ersten Mal gebrannt werden können. Darauf folgen eine Lasur und ein zweiter Brand. Erst dann können die Tonschöpfungen im Haus und Garten als Deko eingesetzt werden. Sie haben gegenüber den echten Blättern einen wesentlichen Vorteil: Sie überleben die Jahreszeiten, ohne im Herbst vergänglich zu werden.

 Susanne Vogt, die Leiterin der Stadtbücherei, war von dem guten Echo auf dieses Angebot sehr angetan und wies schon einmal darauf hin, dass am 24. Oktober der nächste Kreativnachmittag mit den „Eulen“ unter dem Titel „Trendige Häkelmützen und mehr“ folgt.

 Stationen von Renate Kasseck: Die gebürtige Berlinerin lebt seit 1962 in Obernkirchen. Auf ihre Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau folgte ein mehrjähriges Privatstudium bei dem Maler Friedrich Möller-Bornemann. Sie besuchte zusätzlich eine Reihe von Volkshochschulkursen und engagierte sich in der Jugendarbeit sowie im erweiterten Vorstand des Obernkirchener „Kulturfensters“. Von 1981 bis 1991 war sie Mitglied im Verein „Schaumburger Künstler“. Ihre Bilder zeigte sie bei zahlreichen Ausstellungen in Berlin, Bremen, Minden und im Schaumburger Land. Das Motto von Renate Kasseck: „Ich versuche, in meinen Bildern zu zeigen, dass die Natur immer noch das Schönste und Stärkste ist, was wir haben.“ Deshalb sucht sie sich für solche Töpferarbeiten Vorbilder aus der Natur. sig

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Online suchen, Angebot finden, einkaufen gehen: Das steckt in Kurzform hinter „Kauf hier – lokal & digital“. Eine Auswahl aktueller und preislich besonders attraktiver Produkte finden Interessierte stets auf unserer Homepage... mehr

Schaumburg