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Wildschweine verwüsten Golfplatz

Sachschaden fast fünfstellig Wildschweine verwüsten Golfplatz

Gleich dreimal hatte der Golfclub Schaumburg in den letzten Nächten ungebetenen Besuch, Wildschweine haben auf einem halben Dutzend Bahnen erhebliche Schäden verursacht, Pressesprecher Werner Nickel spricht von einem fast fünfstelligen Betrag, der den Verein jetzt vor eine Frage stellt: Was tun?

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Das ist bitter: Die Schwarzkittel haben den Boden auf dem Golfplatz aufgewühlt, gespielt wird aber weiter.

Quelle: rg

Obernkirchen. Es ist kein ganz neues Problem, erklärt Nickel,, schon seit Juli haben die Schwarzkittel Schäden verursacht, er spricht von „sporadischen Besuchen“, aber in den letzten Nächten waren die „Schäden massiv“, sagt er, und betroffen sind ein halbes Dutzend Bahnen.

Das hat Folgen: Zwar kann weitergespielt werden, die Schadensbereich sind mit blauen Pfählen gekennzeichnet, sie bedeuten „Boden in Ausbesserung“, und wenn der Ball dort landet, darf er außerhalb des Bereichs weitergespielt werden, und zwar ohne Strafschlag.

Aber, sagt Nickel, natürlich haben die Schäden Auswirkungen auf die Arbeit der vier Greenkeeper des Vereins: Das Quartett kümmert sich nahezu nur noch um die Schäden und weniger um den Platz, und auf dem 54 Hektar großen Areal muss eben auch mal gemäht werden. Die Greenkeeper, sagt Nickel machen Überstunden, „da gehen jede Menge Stunden drauf“, und auch für den Spezialsamen und den Hochleistungsdünger entstehen höhere Kosten, „wir sprechen ja nicht über einen normalen Rasen im Garten“, erklärt Nickel.

Antrag auf Jagdgenehmigung

Der Golfclub nahm Kontakt mit dem Jagdbezirk Obernkirchen und mit Jagdpächter Frank Linke auf. Gestellt wurde beim Landkreis eine Ausnahmegenehmigung zur Bejagung der Golfplatzflächen, damit die Jäger des Jagdbezirks Obernkirchen direkt vor Ort jagen können. Eine Entscheidung, so der Landkreis gestern, stehe aber noch aus.

Denn der Golfplatz selbst ist ein sogenannter „befriedeter Bezirk“, so werden Grundflächen bezeichnet, auf denen die Jagdausübung ruht. Jagdhandlungen können in diesen Bereichen nicht ohne weitere Erlaubnis vorgenommen werden. Das Einzige, was die Jägerschaft, dass ist die Jagdausübung selbst. Leiter Mark Gützkow von der benachbarten Klosterrevierförsterei Obernkirchen will im Rahmen des Jagdbetriebes, also der Einzel- und der Gesellschaftsjagd, alles im Rahmen des Möglichen unternehmen, um entsprechend Strecke zu machen und so die Nachbarn in Sachen Schwarzwild zu unterstützen. „Seit Freitag ist alles auf,“, formuliert es Gützkow, es darf also Schwarz-, Muffel- und Rehwild geschossen werden, sowohl in der Einzel- und der Gesellschaftsjagd.

Klimagewinner Wildschwein

Das Problem mit den Schwarzkitteln wird aber künftig nicht kleiner, ganz im Gegenteil, denn Wildschweine sind klare Klimagewinner: Mehr Monokulturen, mehr Maisfelder, der Jagdmann spricht von Schlägen, in denen sie Nahrung und Deckung finden, dazu Buchen- und Eichelmasten im Wald, die aber von Jahr zu Jahr unterschiedlich ausfallen, eine schnellere Geschlechtsreife, frühere und größere Rotten, von denen wegen den milden Klimas mehr Tiere als früher überleben: Wildschweine sind, wenn man denn so möchte, seit einigen Jahren mächtig gut aufgestellt.

Man habe im Golfclub, so Nickel, durchaus nachgedacht, wie man der Plage Herr werden könnte. Den Gedanken an Nachtwachen habe man aber sofort wieder verworfen, „das ist ja brandgefährlich.“ Bleibt nur der Zaun: Möglicherweise müssten über den Winter massive Zäune aufgestellt werden.

Das Problem mit den Schwarzkitteln beschäftigt auch den Bundesverband Golfanlagen, denn schließlich entsteht neben den Kosten auch ein immaterieller Schaden in Form von Greenfeeausfall und Unzufriedenheit der Golfspieler. Und ein Anspruch gegenüber dem Jagdpächter sei mangels bestehendem Rechtsverhältnis schwer durchzusetzen.

Fragenkatalog vom Bundesverband

Daher hat der Bundesverband einen kurzen Fragenkatalog online gestellt, er möchte wissen, wie sich Golfclubs gegen Wildschäden schützen, wie sie versichert sind und ob man Urteile in Bezug auf Wildschäden auf Golfanlagen kenne.

Und auch für den Golfclub Schaumburg kommen die Wildschweinbesuche zur Unzeit: Am kommenden Sonntag findet hier eines von drei Regionalfinalen der 36. Golf-Wettspiele zugunsten der Deutschen Krebshilfe und ihrer Stiftung Deutsche KinderKrebshilfe statt. Die Sieger aus rund 40 lokalen Turnieren spielen an diesem Tag um die Qualifikation zum Bundesfinale. Die Bestplatzierten des Regionalfinales qualifizieren sich für das am 7. Oktober stattfindende Bundesfinale. Natürlich hätte man sich in Obernkirchen von der schönsten Seite gezeigt. rnk

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