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Wir begegnen ihnen auf Schritt und Tritt

Ausstellung zu kleinen Kulturgütern Wir begegnen ihnen auf Schritt und Tritt

Was für die einen alltäglich ist, ist für die anderen etwas Besonderes: Grenzsteine, Bauerngärten, die vielfältigen Relikte des Bergbaus bestimmen den Charakter einer Region. Eine Ausstellung in der Info-Galerie in Obernkirchen soll zeigen, wie prägend die „kleinen Kostbarkeiten“ für unser Verständnis von Heimat sind.

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Lieselotte Dehler-Schmahl und Karl-Heinz Oelkers zeigen die Karten zur „Spurensuche“ der Schaumburger Landschaft.

Quelle: mig

OBERNKIRCHEN. „Bodenständige Kulturgüter des Landes“ begegnen einem überall. Mal in Form von Architektur (Backhaus, Hirtenhaus, Gutshof), dann wieder als Denkmal (Grab, Gedenkstein, Epitaph) oder als Gebäudedetail (Haustafel, Balkeninschrift). Sie prägen das Gesicht eines Landes, geben ihm eine besondere Form. Nur in den seltensten Fällen sind sie musealisiert – die meisten „kleinen Kostbarkeiten“ begegnen einem „auf Schritt und Tritt“, so Karl-Heinz Oelkers vom Projekt „Spurensuche“ der Schaumburger Landschaft. Und genau hier liegt auch das Problem: Gerade weil die „kleinen Kulturgüter“ so selbstverständlich sind, verschwinden auch immer wieder welche. „Umso wichtiger ist es, genau zu wissen, wo welche Kulturgüter existieren“, erklärt Oelkers bei der Eröffnung der Ausstellung in der Info-Galerie. Um das zu erreichen, werden Spaziergänge veranstaltet mit dem Ziel, einen bestimmten Ort nach Kulturgütern zu untersuchen. Die Ergebnisse werden in eine Datenbank übertragen, die für jeden im Internet einsehbar ist. Denn: „Wenn man etwas erhalten will, muss man wissen, was man hat“, sagt Oelkers.

Verständnis für kleine Kulturgüter wecken

 Ziel sei es, Verständnis zu wecken für die kleinen Kulturgüter. Dabei gehe es nicht darum, alle zu finden. „Wir wollen exemplarisch die wichtigsten verzeichnen“, schildert Oelkers das Konzept. Denn ohne die Kulturgüter sei man kaum in der Lage, herauszufinden, wie die Menschen früher gelebt, gefühlt und gedacht hätten. Schließlich seien es gerade die bodenständigen Kulturgüter, die darüber Auskunft geben könnten.

 Das Projekt selbst wolle in seiner Suche alle Schaffensbereiche des Menschen abdecken, so Oelkers. Überall gebe es Kulturgüter zu entdecken – in Brücken, Eisenbahnlinien und sogar in „Baumgestalten“. Gerichts-Eichen seien damals sogar so gezogen worden, dass zwei waagerechte Äste das Hängen erleichtert hätten. Weil die kleinen Kulturgüter als Relikte der Arbeits- und Lebenswelt so häufig sind, werden sie nur selten als solche erkannt, weiß Oelkers zu berichten.

 „Auch der Denkmalschutz kümmert sich nicht richtig um diese Kulturgüter“, meint er kopfschüttelnd. „Die kümmern sich vor allem um Burgen und Schlösser.“ Umso wichtiger sei der Einsatz der nunmehr mehr als 150 Ehrenamtlichen, die am Projekt beteiligt sind. „Denn ein Verlust der kleinen Kulturgüter betrifft uns alle“, gibt Oelkers zu bedenken.

 Ähnlich sieht das an diesem Morgen Lieselotte Dehler-Schmahl von der Info-Galerie. Ohne Vergangenheit sei die Gegenwart nicht zu verstehen. Leider sei das Geschichtsbewusstsein nach dem Zweiten Weltkrieg nur sekundär behandelt worden.

Heimatverbundenheit als Grundbedürfnis

 „Schön, dass es Menschen gibt, die die Geschichte des Landes wieder ins Bewusstsein rücken wollen“, sagt Dehler-Schmahl. Ohnehin sei Heimatverbundenheit ein elementares Grundbedürfnis des Menschen und zentral für das Verstehen, so Dehler-Schmahl weiter. „Gerade an Schulen ist es wichtig, das Interesse zu wecken und die Schüler dazu zu motivieren, sich mit der Geschichte zu beschäftigen.“ Dehler-Schmahl monierte, dass es an Schulen ein fehlendes Bewusstsein über das „Arteigene“ und das „deutsche Volk“ gebe. Dem versuche die Info-Galerie, die sich als „Kulturträger der Stadt“ sehe, entgegenzuwirken.

 In der Info-Galerie sind in den nächsten Wochen sämtliche von der „Schaumburger Landschaft“ herausgegeben Poster und erklärenden Beiblätter zu sehen. Unter anderem die Poster „Bauen mit Stil“, „Begräbniskultur in Schaumburg“ und „Dörfliches Alltagsleben in früher Zeit“. Zu sehen ist auch das Obernkirchener Berginspektorenhaus an der zum Stift hinführenden Bergamtstraße. Zur Zeit der Erbauung des Hauses um 1890 war das vier Häuser weiter gelegene Bergamtsgebäude ein vergleichsweise schlichter Zweckbau. Das Berginspektorenhaus war Wohnung des Direktors am Gesamtbergamt und der Bergbaubetriebe selbst. mig

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