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Obernkirchen Stadt „Wir brauchen Entwicklung“
Schaumburg Obernkirchen Obernkirchen Stadt „Wir brauchen Entwicklung“
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00:17 24.03.2017
Die Vergangenheit hat es deutlich gezeigt: Steht ein Geschäft erst einmal leer, dann bleibt es auch leer. Quelle: rnk
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Die Begründung liegt auf der Hand: Die Bevölkerung schrumpft und altert, die Wirtschaft hat sich gewandelt, der Anteil des Handels ist deutlich gesunken, Dienstleistung und Wohnen sind heute stärker gefragt. Daher heißt das Wort des Moments: Neuorientierung.

Rapide Veränderungen in der Innenstadt

Erste Überlegungen hätten sich durch Äußerungen von Anlegern ergeben, erklärt Oliver Schäfer. Und im Rahmen der Haushaltsplanung habe man sich entschlossen, die Bauleitplanung „anzufassen.“ Es sei ein Thema, dass Politik und Verwaltung noch „geraume Zeit“ beschäftigen würde, meint der Bürgermeister.

Als die jetzigen Bebauungspläne aufgestellt wurden, habe der Fokus noch auf dem Erhalt der Innenstadt gelegen, auf dem Schutz der Kernstadt für den Handel. Die Veränderungen in der Kernstadt und der demografische Wandel hätten zu „rapiden Veränderungen“ geführt, formulierte es Michael Swoboda vom Bauamt.

Neu aufgestellt werden soll der Bornemannplatz: Rund um das Gebäude sollen mindestens fünf Meter, zum Süden sieben bis zehn Meter Baufläche gewährleistet werden, auch wenn heute noch nicht entschieden sei, wie das Areal genutzt werde: Für die Jugend? Für Freizeit, Senioren, Kultur? Wo will man eine Wiederbelebung, wo eine öffentliche Nutzung und wo eine Wiederbebauung?

Keine Chance auf eine Wiederbelebung

An der Langen Straße soll eine Baulücke für die Wohnbebauung berücksichtigt werden. Im Bereich der Friedrich-Ebert-Straße soll Wohnnutzung erlaubt werden, etwa für Seniorenbetreuung oder als Ferienwohnung. Geregelt werden soll die hintere Erschließung des Jupp-Franke-Platzes, und festgelegt werden soll auch, ob Automatenbetriebe und Vergnügungsstätten erlaubt sind.

Grundsätzlich, so Horst Sassenberg (CDU), sei es gut, dass man sich mit diesen Änderungen befasse, denn die Vergangenheit habe ja gezeigt, dass Läden, die leer stehen würden, keine Chance auf eine Wiederbelebung hätten. Auch das gut gemeinte Leerstandsmanagement habe nichts gebracht. Mit Spielhallen habe man sich in den neunziger Jahren schon beschäftigt: „Ich will nicht sagen, dass ich mich dafür einsetze, aber in Ruhe überlegen werde ich schon.“ Sassenberg verwies auf Stadthagen und Bückeburg, wo die Spielhallenkultur heute wohl anders beurteilt werde: Man müsse das „vorurteilsfrei“ angehen.

Thomas Stübke (Grüne) sah es ähnlich: Alle seien relativ offen. „Wir wissen, wo wir stehen. Und dass wir Entwicklung brauchen, ist unstrittig.“

Anlieger sollen beteiligt werden

Die Anlieger, sagt Schäfer, sollten im Rahmen der öffentlichen Beteiligung so stark wie möglich einbezogen werden. Die derzeit gültigen Bebauungspläne, so Wilhelm Mevert (SPD), würden ja noch aus der Zeit der Innenstadtsanierung stammen – und die sei einige Jahrzehnte her. Damals habe man über eine andere Grundlage verfügt, „als wir heute brauchen“. Konkret bezog sich Mevert auf eine Bauruine Bornemannplatz/Neumarktstraße: „Mehrere solcher Ruinen wollen wir nicht.“

Bernd Kirsch (WIR) schloss sich ebenfalls an und verwies auf bestehende Gutachten sowie die Vorschläge, die Architekt Wolfgang Hein einst für die künftige Gestaltung der Friedrich-Ebert-Straße unterbereitet habe. Und wenn ein Investor komme, würden vielleicht auch andere auf die Chancen aufmerksam, die sich bieten würden. rnk

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