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„Wir brauchen jetzt einen Wechsel“

Auf der Suche nach Führungskräften „Wir brauchen jetzt einen Wechsel“

Amtsmüde, sagt Robert Rammelsberg, das sei er nicht. Er sei gerne Vorsitzender des Fördervereins Sonnenbrinkbad. Auch sein Stellvertreter Walter Ostermeier habe kein Motivationsproblem. Dass beide ihre Ämter zur Verfügung stellen werden, hat andere Gründe: „Wir brauchen jetzt einen Wechsel.“

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Genug ist genug: Aus gesundheitlichen Gründen werden Robert Rammelsberg (links) und Walter Ostermeier zurücktreten. Ändern werden sie diesen Beschluss nicht mehr.

Quelle: rnk

Obernkirchen. Rammelsberg verweist darauf, dass er bald 70 Jahre alt wird, zudem ist er gesundheitlich stark angeschlagen. Im vergangenen Jahr habe er acht Monate im Krankenhaus verbracht, in diesem Jahr seien es zwei Klinik-Aufenthalte von sechs und acht Wochen gewesen, dazu komme seine Behinderung. „Einfach mal runter in den Keller gehen“, sagt Rammelsberg, „das kann ich nicht mehr.“ Und bewegen können muss man sich als Vorsitzender des Fördervereins, schiebt er nach: „Alles vom Schreibtisch aus regeln, das geht nicht.“

 Auch Ostermeier verweist auf seinen angeschlagenen Gesundheitszustand, „auch wenn man das nicht sofort sieht“. Zudem hat er seinen 70. Geburtstag schon gefeiert. Daher haben beide den Fraktionen und den Schwimmsport treibenden Vereinen im August einen Brief geschrieben und die Situation umrissen. Der Inhalt: Sie hätten während der vorigen Mitgliederversammlung mitgeteilt, dass sie nur noch ein Jahr zu zur Verfügung stehen würden: „An diesem Vorhaben wird sich nichts ändern“, lautet der zentrale Satz des Briefes, „wir haben ausführlich begründet, warum der Wechsel an der Führungsspitze unbedingt erforderlich ist und werden das Vorhaben konsequent umsetzen.“ An diesem Beschluss werden alles Bitten und Betteln nichts mehr ändern.

 Das Problem dabei: Sie haben niemanden aus den eigenen Reihen gefunden, der die Aufgaben übernehmen will – oder kann. Daher gehen beide jetzt an die Öffentlichkeit. Die Übergabe der Aufgaben, sagen sie, werde nicht schlagartig geschehen. Die Kandidaten würden sie ausführlich und deren Wünschen entsprechend einweisen und auch nach der Wahl „ausreichend Zeit für die Einarbeitung investieren“.

 Der Schritt in die Öffentlichkeit sei ein bewusster, erklären Ostermeier und Rammelsberg in ihrem Brief: „Wir wollen mit diesem Schritt der öffentlichen Werbung für unsere Nachfolge auch verhindern, dass durch ein plötzliches Ereignis die Aufgaben nicht mehr erfüllt werden und damit die Existenz des Bades von heute auf morgen infrage gestellt wird.“ Übersetzt heißt das, dass ausreichend Zeit für die Nachfolgesuche bleiben soll und der Förderverein nach einer Hauptversammlung, auf der sich möglicherweise keine Neuen für die beiden Ämter finden, vor dem Nichts steht.

 Aus den eigenen Reihen können die Nachfolger nicht kommen, betont Rammelsberg, denn der Vorstand des Fördervereins sei mit zwei Vorsitzenden, einem Schatzmeister und drei Beisitzern nicht nur sehr klein – bis zu sieben Beisitzer sind möglich, aber bei der Hauptversammlung fanden sich keine Mitmacher. Zudem seien mindestens zwei der drei Beisitzer ganz frisch in ihrem Amt. Der Schritt an die Öffentlichkeit, so wiederholen Rammelsberg und Ostereier im Pressegespräch mehrfach, heiße nicht, dass sie jetzt die „Brocken hinwerfen“. Nach dem Vorstandsrecht könnten sie ohne Begründung zurücktreten, „aber das wollen wir eben nicht“. Man wolle Vorstand und Förderverein nicht vor vollendete Tatsachen stellen. Schon allein, weil sich niemand aus dem Vorstand von heute auf morgen in die Materie einarbeiten könne, sagt Rammelsberg. Er sollte es wissen: Seit 16 Jahren sei er dabei, sagt er.

 „Wir brauchen den Wechsel“, erklären beide. Mit dem Schritt an die Öffentlichkeit „sollen die Dinge in Bewegung kommen“, sagt Rammelsberg. Das System Freibad beruhe auf zwei Säulen: Dem Förderverein und der Genossenschaft, „beide müssen da sein“, betont der Vorsitzende, „das ist unser Wirtschaftskonstrukt.“ Man müsse sich klar vor Augen halten: „Das Freibad ist ohne Hilfe noch nicht überlebensfähig.“

 Beide wollen aus ihren Ämtern ausscheiden, daher müsse man jetzt den Druck erhöhen, meint Rammelsberg: „Und alle Kritiker, die sagen, ich kann es besser, haben jetzt ihre große Chance.“ rnk

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