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„Wir sind finanziell gut aufgestellt“

Kirchenkreistag der Grafschaft Schaumburg „Wir sind finanziell gut aufgestellt“

Unter einem augenzwinkernden Luther hat im Gemeindehaus „Rote Schule“ die achte Sitzung des Kirchenkreistages der Grafschaft Schaumburg stattgefunden.

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Obernkirchen. Neben den Nachwahlen zum Kirchenvorstand musste die Haushaltsplanung für die Jahre 2017/18 besprochen werden.

 Das Lutherjahr, die Jugend, der Haushalt – es waren etliche Themen, die die Verantwortlichen ins Programm gehoben hatten. Teilweise ziemlich schwere Kost, mit dem Zahlenwerk des Kirchenkreises als „dickstem Brocken“. Gut, dass es einige „Lockerungsübungen“ gab, einmal in Gestalt einer Andacht von Pastor Herbert Schwiegk („Adventliche Gymnastik für Augen, Mund und Ohren“). Und dann durch ein „Break“ einiger Jugendlicher, die südafrikanische Lieder sangen und berichteten, wie sie dazu gekommen sind, Jugendarbeit zu machen. Stichwort: „Hier hat man mir was zugetraut.“

 Schon etwas weiter sind die Kirchenkreisvorstände, bei denen eine Nachwahl anstand. Das Stühlerücken war notwendig geworden, weil zwei Vorstände überraschend zurückgetreten waren. In geheimer Wahl entschieden sich 34 Stimmberechtigte für Pastorin Sabine Lambrecht (ordiniertes, geistiges Mitglied, bei zwei Nein-Stimmen) und für Christiane Krüger-Feuerhake (nicht ordinierte Mitglied, eine Nein-Stimme). Lambrecht kommt aus Bad Nenndorf und dürfte als stellvertretende Superintendentin und Pastorin auch überregional bekannt sein, Krüger-Feuerhake ist unter anderem in der Frauenarbeit und in der Partnerschaftsarbeit tätig.

 Die Haushaltsplanung für die Jahre 2017/18 erläuterte Ulf Pöhler, der das Gesamtvolumen für 2017 mit 4491959 Euro und für 2018 mit 4589263 Euro angesetzt hat. Richtig Geld nimmt der Kirchenkreis unter anderem bei der „Energetischen Sanierung“ (100565 Euro), der Kreisjugendarbeit (100351 Euro) der Kirchenmusik (37441 Euro) oder der Flüchtlingsarbeit (55641 Euro) in die Hand. Ein Wermutstropfen ist der Rückgang der Mitglieder von 49200 (Planungszeitraum 2012 bis 2016 auf 45800 (2017 bis 2022). Hier werde es langfristig Kürzungen geben müssen, sagte Pöhler: „Davon werden dann aber auch fast alle anderen Kreise im Land betroffen sein.“ Schon jetzt habe man überlegt, den Haushalt für den aktuellen Planungszeitraum um drei Prozent zu kürzen, habe davon aber Abstand genommen, gab Pöhler zu verstehen. Vorgesehen ist eine Kürzung erst für den Haushalt ab 2021/22 (vermutlich um rund 1,5 Prozent). Pöhler erklärt das mit der sehr guten wirtschaftlichen Lage in der Bundesrepublik und damit, „dass sich die Landeskirche entschieden hat, den Kirchenkreisen eine gewisse Sicherheit zu geben“. Die Personalausgaben würden in den Jahren 2017/18 wie gewohnt vom Kirchenkreis finanziert werden, der Einsatz von Eigenmittel sei nicht notwendig. Die Baugrundzuweisungen bleiben ebenfalls in gleicher Höhe bestehen.

 Als der Beamer kurzzeitig die Bodenhaftung verlor, scherzte ein Teilnehmer: „Unser Haushalt wackelt nicht.“ Dr. Michael Behrndt, der Kirchenkreistags-Vorsitzende, lobte die „Konstanz in den Gesamtansätzen“ und hob hervor, man sei „finanziell gut aufgestellt“. In einem Gespräch erläuterte Ulf Pöhler, der stellvertretende Amtsleiter des Kirchenamts Wunstorf, die Planungen so: „Mit dem Haushalt sollten Akzente gesetzt werden, wir wollen nicht mit der Gießkanne fördern, sondern punktuell Nuancen reinbringen.“

 Das alles vor dem Hintergrund, dass die Zahl der Mitglieder und damit auch das Steueraufkommen immer kleiner wird. „Trotz der guten Konjunktur reduziert sich die Zahl derjenigen, die Kirchensteuer bezahlen. Deshalb gibt es die Erwartung, dass das Gesamtvolumen in Zukunft rückläufig ist.“ Um dem zu begegnen, werde die Landeskirche eher konservativ vorgehen und versuchen, Stetigkeit in die Planungen zu bekommen.

 „Kirche wird in Zukunft nicht mehr jeden Wunsch sofort erfüllen können, aber es wird auch keine großen Kürzungen geben“, gibt Pöhler zu bedenken. Und wo setzt der Grafschaft Schaumburg seine Akzente? Zum Beispiel in der Flüchtlingsarbeit, die in diesem Jahr besonders profitieren konnte. 55641,80 Euro sind angesetzt – ein großer Teil als Sonderzahlung der Landeskirche.

 Das Geld soll unter anderem in der Förderung von Deutschkursen Verwendung finden. Einen anderen Schwerpunkt bildet die Kirchenmusik, für die zwei Projektstellen geschaffen wurden (Klassik: Frau Bran, Popularmusik: Herr Knichala). Als „zukunftsweisend“ bezeichnet Ulf Pöhler die „energetische Sanierung“, „für Gebäude die langfristig, jahrzehntelang in unserem Bestand sind“. Hier könne Kirche ihrem eigenen Auftrag, Schöpfung zu bewahren, gerecht werden.

Von Michael Grundmeier

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