Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Obernkirchen Stadt „Wir sind und wir bleiben Kyffhäuser“
Schaumburg Obernkirchen Obernkirchen Stadt „Wir sind und wir bleiben Kyffhäuser“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 09.04.2017
Als Kreisvorsitzender informierte Joachim Stemme (rechts) über den Zwist mit dem „Kyffhäuserbund“. Quelle: wk
Anzeige
OBERNKIRCHEN

Der Grund: Der Landesverband ist  nach internen Querelen aus dem Dachverband ausgetreten. Und das wiederum hat Folgen für die untergeordneten Institutionen. „Bitterböse“ Anwaltsschreiben habe er erhalten, berichtete Joachim Stemme. Darin sei sowohl dem Landesverband als auch dem Kreisverband, die beide von ihm geführt werden, die Verwendung der Bezeichnung „Kyffhäuser“ untersagt worden; ebenso übrigens jener dem Kreisverband angehörenden Kameradschaft (Ortsverein), deren Vorsitzender er ebenfalls ist.

Schadenersatz in Höhe von 40.000 Euro gefordert

Zudem sei ihm seitens des Kyffhäuserbundes vorgeworfen worden, diesem Dachverband Mitglieder abgeworben zu haben, wofür der Kyffhäuserbund Schadenersatz in Höhe von 40.000 Euro gefordert habe. Letzteres habe ein von ihm, Stemme, konsultierter Rechtsanwalt zwar als „Bangemacherei“ bewertet, aber dennoch: „Ihr glaubt ja gar nicht, was ich für schlaflose Nächte durchgemacht habe“, betonte der Dreifach-Vorsitzende. Und hätte er nicht so einen starken Rückhalt innerhalb des Landesverbandes, des Kreisverbandes und des erwähnten Ortsvereins, hätte er seine Ehrenämter schon längst hingeschmissen.

Auf 20.000 Mitglieder geschrumpft

Zu den Hintergründen der juristischen Auseinandersetzung erklärte Stemme, dass der Landesverband Kritik an einer vom Kyffhäuserbund beschlossenen Beitragserhöhung geübt hatte. Denn es könne ja nicht sein, dass dieser Dachverband, dessen Mitgliederbestand im Laufe der Zeit von rund 200.000 Mitgliedern auf nur noch rund 20.000 Mitglieder geschrumpft sei, immer noch eine „richtige Geschäftsstelle“ mit Angestellten betreibe, denen aus den Mitgliedsbeiträgen heraus Gehalt und sogar Urlaubsgeld gezahlt werde. In der Konsequenz sei der 2016 noch ungefähr 4500 Mitglieder zählende Landesverband zum 1. Januar 2017 aus dem Kyffhäuserbund aus- und stattdessen der „Bayerischen Kameraden- und Soldatenvereinigung (BKV)“ beigetreten, wobei man über die diesen Schritt mitgegangenen Ortsvereine knapp 2600 Mitglieder mitgenommen habe. Andere Ortsvereine (in Summe etwa 1500 Mitglieder) seien indes weiterhin beim Kyffhäuserbund geblieben, während sich „der Rest“ aufgelöst habe.

„Bis zum letzten Blutstropfen“

Um auf Nummer sicher zu gehen, nannte sich der Landesverband seit Anfang des Jahres nur noch „Niedersächsische Kameradschaftsvereinigung“. Ebenso verzichtete der Kreisverband Schaumburg vorübergehend auf die Zusatzbezeichnung „Kyffhäuser“. Inzwischen hat der Landesvorstand aber beschlossen, dass der Landesverband den Namen „Niedersächsische Kameradschaftsvereinigung Kyffhäuser e.V. von 2017“ führt. Denn: „Wir sind und wir bleiben Kyffhäuser“, betonte Stemme. Und dafür kämpfe man – im übertragenen Sinne – „bis zum letzten Blutstropfen“. In diesem Kontext verriet er noch, dass dem Landesverband eine 45-seitige Klageschrift zugestellt worden sei, laut der dem abtrünnigen Landesverband sogar die Verwendung des Kürzels „Kyff.“ verboten werden sollte.

Die „Niedersächsische Kameradschaftsvereinigung Kyffhäuser e.V. von 2017“ mitsamt ihrer Untergliederung gehört jetzt zwar der rund 70000 Mitglieder zählenden Bayerischen Kameraden- und Soldatenvereinigung an, dennoch sei der Landesverband „selbstständig mit eigener Satzung“, sagte Stemme. Die BKV sei lediglich der neue Dachverband, damit man – auch im Landkreis Schaumburg – weiterhin das Sportschießen ausüben könne. Der Kreisverband nennt sich nun übrigens „Niedersächsische Kameradschaftsvereinigung Kyffhäuser e.V. von 2017 – Kreisverband Schaumburg e.V.“. wk

Anzeige