Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 4 ° Regen

Navigation:
„Wir werden nicht in Not geraten“

Obernkirchen / Kindergartensituation „Wir werden nicht in Not geraten“

Die Stadt hat die Zahlen zusammengetragen, die Auskunft über die aktuelle Auslastung der Kindergärten im Bereich Obernkirchens geben sollen.

Voriger Artikel
„Es geht um unser Überleben!“
Nächster Artikel
Sie kennt ein „Gold“-Rezept

So war’s früher mal: ein „Erntekindergarten“ auf dem Land im Jahre 1955. Die Väter haben eine Wippe gebaut, die Kindergärtnerin trägt eine Kittelschürze als Arbeitskleidung. Die Einrichtung sollte es den arbeitenden Eltern ermöglichen, ihre Racker während der Erntezeit gut unterzubringen.

Quelle: Bundesarchiv Koblenz

Obernkirchen. Daraus lassen sich für die Bürgervertreter, die sich unter Regie von Beate Krantz (CDU) mit Bildung und Kultur befassen, Rückschlüsse auf die noch freien Kapazitäten ziehen. Fazit von Fachbereichsleiter Bernhard Watermann, der zugleich Stellvertreter des Bürgermeisters ist: „Die Belegungsprobleme liegen bei den freien Trägern. In den Einrichtungen der Stadt haben wir aber eine ,leicht komfortable Reserve‘, sodass wir im Fall des Falles auch noch zusätzlichen Bedarf befriedigen können, ohne in Not zu geraten.“

„Im Vormittagsbereich gibt es am Ende des Kindergartenjahres noch 19 freie Plätze“, hat Watermann errechnet. Der Fachbereichsleiter bei der jüngsten Zusammenkunft der Abgeordneten im Rathaus: „Elf dieser Plätze sind dem neuen Kindergarten der evangelisch-lutherischen Kirche in Vehlen zuzuordnen, sodass nur noch acht der 19 Plätze auf städtische Einrichtungen entfallen.“ Das sei eine Zahl, die zumindest derzeit keine Veränderung der Gruppenstärken ermögliche. „Das“, so Watermann, „ist immer nur dann möglich, wenn wir über das neue Kindergartenjahr nachdenken.“

 Auch der kirchliche Kindergarten im Gemeindezentrum „Rote Schule“ habe noch freie Kapazitäten. Dort könnten maximal 25 Kinder betreut werden; derzeit gebe es dort 13 Regelkinder und vier, die unter drei Jahre (U3) alt sind. „Auch in diesem Kindergarten“, so der Fachbereichsleiter, „gibt es also noch freie Kapazitäten.“ Die „Rasselbande“, eine seit 1989 bestehende gemeinnützige Elterninitiative zur Betreuung von Kindern im Alter von ein bis drei Jahren, sei dagegen mit ihren zehn Plätzen voll.

 Hintergrund: Die Stadt hatte mit der evangelischen Kirchengemeinde Vehlen einen Vertrag geschlossen, der der Situation in dem Ortsteil Rechnung tragen sollte. „Wir hatten uns dem Problem der dortigen Auslastung zu spät gestellt“, erinnert Watermann. Auf Basis der Zahl von 18 Kindern sollte es daher einen Defizitausgleich durch die Stadt geben. Genauer: Auf der Grundlage einer Monatsaufstellung derjenigen Kinder, die die Einrichtung besuch(t)en, sollte die Stadt für das aktuelle Kindergartenjahr die – finanzielle – Differenz übernehmen. „Das“, so der Fachbereichsleiter, „wird dann zukünftig nicht mehr der Fall sein, wenn wir rechtzeitig auf die aktuellen Zahlen reagieren.“

 „Wir hatten am Ende des letzten Kindergartenjahres eine Überbelegung der städtischen Kindergärten“, erinnert Oliver Schäfer. Der Bergstadt-Bürgermeister: „Die aktuell 19 freien Plätze ergeben sich dadurch, dass es in der Einrichtung in Vehlen derzeit nur 14 statt 25 Kinder gibt. Hätte man nicht auf Vehlen zurückgegriffen, hätte sich ein Minus von sechs Plätzen ergeben“, rechnet Schäfer und folgert: „Das Bedürfnis, den Kindergarten in der Dorfgemeinschaftsanlage neu zu eröffnen, war gegeben.“ Zumal die Stadt auf Basis der damaligen Zahlen zu Beginn des Kindergartenjahres mit einem Anwachsen der Bedarfszahlen habe rechnen müssen. Ein Bedarf, den die städtischen Einrichtungen alleine nicht hätten befriedigen können. „Selbst wenn in Vehlen nur eine halbe Gruppe eingerichtet worden wäre“, sagt der Rathauschef, „würden wir knapp unter der Oberkante liegen.“

 Politische Bewertung durch Horst Sassenberg: „Wir haben in Obernkirchen im Moment Plätze über Plätze.“ Auf Kreisebene, so der Christdemokrat, sei das ebenfalls deutlich geworden: „Alle Hiobsbotschaften waren Nonsens.“ Die Frage sei jetzt, ob sich die Bergstadt die von Watermann angesprochene „komfortable Platzreserve“ angesichts ihrer desaströsen Etatlage leisten könne. Nun, wenn denn Kindergartengruppen verkleinert werden müssen, werde das wohl oder übel die Einrichtungen der Stadt treffen, so der Fachbereichsleiter.

Doch die Zahlen sind so oder so ein Problem – und bleiben es: „Stimmen sie oder stimmen sie nicht, das fragen wir uns jedes Jahr neu“, sagt der Fachbereichsleiter. Die Stadt orientiere sich bei ihrer Bedarfsermittlung an der Planung des Kreises, gleiche sie mit den Zahlen des Einwohnermeldeamtes ab. Doch da sich die Realität durch Zu- und Wegzüge fast täglich ändert, ist das Ganze Kaffeesatzleserei. Verschärft wird dieses Problem noch durch die Eltern selbst, wie Schäfer beobachtet hat: „Es gibt welche, die wollen ihren Sprössling nur in einer ganz bestimmten Einrichtung sehen – oder in gar keiner.“ Das sei schlicht nicht zu verstehen, denn: „Die Kinder werden in allen Kindergärten im Bereich der Bergstadt gleich gut betreut – auch in denen der freien Träger.“ tw

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Online suchen, Angebot finden, einkaufen gehen: Das steckt in Kurzform hinter „Kauf hier – lokal & digital“. Eine Auswahl aktueller und preislich besonders attraktiver Produkte finden Interessierte stets auf unserer Homepage... mehr

Schaumburg