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Wunsch erfüllt: 19-jähriger Täter darf im Gefängnis bleiben

Obernkirchen/Bückeburg / Urteil Wunsch erfüllt: 19-jähriger Täter darf im Gefängnis bleiben

Verkehrte Welt: Einer der beiden Männer, die im vergangenen Oktober auf der Rintelner Straße in Obernkirchen zwei junge Frauen überfallen und ausgeraubt haben (wir berichteten), möchte lieber im Gefängnis bleiben, wo er seitdem in Untersuchungshaft sitzt.

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Obernkirchen/Bückeburg. Obernkirchen/Bückeburg (ly). So verkehrt ist das vielleicht gar nicht: „Mein Mandant hat erkannt, dass er es allein nicht schafft“, erklärt Verteidiger Oliver Theiß.

 Offenbar braucht der Heranwachsende einen geregelten Tagesablauf. Verurteilt hat die 1. Große Jugendkammer am Bückeburger Landgericht ihn zu dreieinhalb Jahren Jugendstrafe. „Diese Zeit brauchen Sie“, machte die Vorsitzende Richterin Birgit Brüninghaus dem 19-Jährigen klar. „Es ist ganz wichtig, dass Sie einen Hauptschulabschluss und eine Berufsausbildung machen.“

 Gegen den zweiten Täter (21), ebenfalls aus Rinteln, hat das Gericht drei Jahre und neun Monate Haft wegen schweren Raubes verhängt. Beide Männer sind wiederholt vorbestraft, der ältere zudem Bewährungsversager. Zu ihren Opfern gehört außerdem ein 74 Jahre alter Rentner, der nach einer Attacke am Rintelner Bahnhof Verletzungen erlitten hatte.

 Mittwoch, 5. Oktober: Wie üblich verbringen die Freunde den Tag, indem sie reichlich Alkohol trinken. Nachdem sie in Obernkirchen mit anderen jungen Männern in Streit geraten sind, ist ihre Stimmung am späten Abend gereizt. Nachts trift das Duo vor einem Zigarettenautomaten an der Rintelner Straße auf zwei Frauen, 19 und 22 Jahre alt. Die Männer stellen sich vor, sind dann aber alles andere als freundlich.

 Sie fuchteln mit Gegenständen wie einem Schraubendreher herum und schüchtern die Opfer mit der Drohung ein, sie würden ihnen „in die Fresse hauen“. Die Räuber verlangen ein Handy zum Telefonieren, dann 50 Cent für das Münztelefon, schließlich zwei Euro Benzingeld. Plötzlich greift einer von ihnen nach dem Portemonnaie, das mit etwa 185 Euro recht gut gefüllt ist. Beide Frauen halten die Geldbörse fest, worauf ein Täter schubst. Der zweite Täter kann mit der Beute entkommen.

 Montag, 24. Oktober: Mit einer Kiste Bier treiben sich die beiden Männer abends vor dem Rintelner Bahnhof rum. Sie helfen einem Rollstuhlfahrer in den Zug. Danach bieten sie dessen Bekanntem (74) eine Flasche Bier an. Auf dem Rückweg lässt sich der jüngere Rintelner zurückfallen und schubst den alten Herrn von hinten. Das Opfer, Bewohner eines Seniorenheimes, stürzt zu Boden, erleidet Schnittverletzungen an beiden Händen sowie Rippenprellungen. Als Passanten auftauchen, laufen die Täter weg.

 Für diesen Angriff hat die Kammer den jüngeren Angeklagten außerdem nach Jugendstrafrecht wegen Körperverletzung verurteilt, während das Verfahren gegen den zweiten Rintelner eingestellt worden war. Die Urteile können noch angefochten werden. Alexander Ulbrich, der Verteidiger des älteren Mannes, hatte auf Bewährung plädiert. Im Gegensatz zum Gericht geht er von einem minder schweren Fall aus.

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