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Zufriedenheit der Mitarbeiter ist wichtig

Unternehmenskultur Zufriedenheit der Mitarbeiter ist wichtig

Zufriedene Mitarbeiter sind ein wertvolles Kapital, das Unternehmen hegen und pflegen sollten, um dauerhaft am Markt zu bestehen, meint Professor Gerd Glaeske. Mitarbeiter, die ihren Job gerne machen sind seltener krank und produktiver als jene, die sich überfordert und nicht wertgeschätzt fühlen.

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Professor Dr. Gerd Glaeske (großes Bild) warnt vor den Risiken einer missbräuchlichen Einnahme von als leistungssteigernd oder stimmungsaufhellend beworbenen Medikamenten. Professor Dr. Hans Ludwig Meyer (kleines Bild) empfiehlt Unternehmen, innovativ zu sein und „lebensphasengerechte“ Arbeitsmodelle einzuführen, anstatt an „starren Regeln“ festzuhalten.

Quelle: wk

Obernkirchen. Das ist – zusammengefasst – bei einer Vortragsveranstaltung hervorgehoben geworden, zu der die BKK24 im Rahmen ihres „Länger besser leben“-Programms mehrere Dutzend Vertreter heimischer Unternehmen und Institutionen eingeladen hatte.

Referenten waren der Wissenschaftliche Leiter des von der BKK24 und der Universität Bremen neu gegründeten „Länger besser leben“-Instituts an der Universität Bremen, Professor Dr. Gerd Glaeske, sowie Professor Dr. Hans-Ludwig Meyer, Leiter des „Instituts für Personalentwicklung und Lebenslanges Lernen“ der in Hameln beheimateten Hochschule Weserbergland. Außerdem informierte Nils Hindersmann von der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) über Prävention und Wiedereingliederung.

Chronische Erschöpfung und hohes Herzinfarktrisiko

„Jeder vierte Befragte in der Arbeitswelt hat das Gefühl chronischer Erschöpfung, jeder dritte glaubt, nicht bis zur Rente durchhalten zu können“, berichtete Glaeske, und ergänzte: „13 Prozent der Beschäftigten arbeiten mehr als 48 Stunden pro Woche.“ Das Problem: „Wer elf Stunden und mehr arbeitet, hat im Vergleich zu jemanden mit einem Acht-Stunden-Tag ein um 70 Prozent erhöhtes Herzinfarktrisiko.“ Das gehe aus wissenschaftlichen Erhebungen hervor. Als weitere Folgen drohe sowohl Männern als auch Frauen langfristig ein psychischer und physischer Zusammenbruch.

Allerdings sei es noch immer so, dass sich Männer in stärkerem Maße über ihren Beruf, dessen Wertigkeit und ihren beruflichen Erfolg definieren als Frauen – nach der Devise: „Wer nicht 150 Prozent gibt, ist nichts wert.“

Um mit belastenden Arbeitssituationen klarzukommen, suchen nicht wenige Arbeitnehmer einen vermeintlichen Ausweg in der Einnahme von Arzneimitteln, die die Leistungsbereitschaft erhöhen und die Stimmung aufhellen sollen, führte Glaeske weiter aus. Konkret: Etwa 20 Prozent „nutzen“ an ihrem Arbeitsplatz leistungssteigernde Medikamente, auch anregende Kopfschmerzmittel und Psychopharmaka.

"Pharmaindustrie leistet Medikamentenmissbrauch Vorschub"

Harte Kritik übte Glaeske in diesem Kontext an der Pharmaindustrie, die dem Missbrauch von derartigen Medikamenten durch ihre verharmlosenden Werbeversprechen Vorschub leiste. Und mit dem Beginn des Missbrauches beginne – Stichwort Abhängigkeit – ein „Teufelskreis“. Vor diesem Hintergrund stehen – das klang bei diesem Vortrag durch – auch die Unternehmen in der Pflicht, dafür zu sorgen, dass belastende Arbeitsplatzsituationen verbessert und Mitarbeiter nicht überfordert werden.

„Gesundheitsförderung im Betrieb, das zahlt sich aus“, betonte Prof. Dr. Hans Ludwig Meyer, der in diesem Sinne dafür plädierte, dass Unternehmen „lebensphasengerechter“ mit ihren Mitarbeitern umgehen sollten. Und zwar indem diese „individuell hingucken und den ganzen Menschen im Blick haben“, anstatt diesen lediglich als „funktionierenden Mitarbeiter“ zu sehen. Denn alle Arbeitnehmer eines Unternehmens gleich zu behandeln, bedeute nicht, dass dies auch gerecht respektive lebensphasengerecht sei. Indem ein Arbeitgeber jedoch im Rahmen seiner Möglichkeiten auf die persönlichen Bedürfnisse seiner Mitarbeiter eingehe, trage dies wesentlich dazu bei, eine innere Kündigung zu vermeiden.

Exemplarisch nannte Meyer Maßnahmen wie die Gewährung eines Heimarbeitsplatzes und einer – vom Mitarbeiter zu steuernden – flexiblen Arbeitszeitgestaltung. Dieser könne so Familie und Beruf besser miteinander vereinbaren.

"20 Prozent haben innerlich gekündigt"

An dieser Stelle verwies Meyer darauf, dass einer von ihm recherchierten Studie (IGA-Report33) nach rund 20 Prozent der Beschäftigten innerlich gekündigt haben. In der Praxis zeige sich dies in Unternehmen daran, dass diese Arbeitnehmer nur noch eine reduzierte Einsatzbereitschaft an den Tag legen und Dienst nach Vorschrift machen, was mitunter auch ansteckend auf andere Mitarbeiter wirken könne. Folgen solch einer Entwicklung seien ein Anstieg des Krankenstandes, eine Verschlechterung des Betriebsklimas und ein Rückgang der Produktivität. wk

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