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Zukunftsmusik

Naturpark Weserbergland Zukunftsmusik

1160 Quadratkilometer ist der Naturpark Weserbergland groß, eine Expertengruppe befasst sich nun mit der Frage: Was will man im Naturpark Weserbergland tun? Vorsitzender Karl-Heinz Buchholz formulierte es in der jüngsten Sitzung im jbf-Centrum so: „Wir müssen wissen, wo wir hinwollen."

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Im Hinblick auf den Naturpark Weserbergland gibt es vielfältige Überlegungen.

Quelle: rnk

OBERNKIRCHEN. Man müsse sehr konkrete Maßnahmen festlegen. Die aktuelle Situation zeigte anschließend Diplom-Ingenieurin Ulrike Franke von der Tourismus- und Regionaberatung auf.

Es fehle ein Info-Zentrum für Besucher. Es gebe sehr wohl einzelne Info-Center, wie etwa zur Schillat-Höhle, vor dem jbf selbst oder bei Besucherbergwerken, aber es fehle ein zentraler Anlaufpunkt. Einen großen Aspekt widmete Franke in ihren Darstellungen der Umweltbildung: Hier gebe es verschiedene Anbieter von Führungen, wie etwa die Förster im Wald, Gästeführerinnen, eine Vielzahl von Akteuren sei vorhanden, und auch Lehr- und Erlebnispfade seien bereits eingerichtet, wie etwa die Dino-Fährten im Steinbruch Obernkirchen oder im Steinbruch Liekwegen, aber ein Naturparkführer liege noch nicht vor, in dem die Angebote aufgelistet seien und die Gästen und Touristen einen Überblick verschaffen würden: Was kann ich heute wo erleben?

Franke sah eine Kluft zwischen den Aufgaben der Umweltbildung und der aktuellen personellen Ausstattung, die sie als „Dreh- und Angelpunkt“ bewertete; Umweltbildung in Naturparks würde entsprechende Strukturen und Personal voraussetzen.

Leitfaden gesucht

Gesucht werde ein Leitfaden, eine gemeinsame Arbeitsgrundlage für die Entwicklung des Naturparks an der Weser. Zudem hat der Deutsche Bundestag in einer der letzten Sitzungen beschlossen, dass Naturparks auch der Bildung für nachhaltige Entwicklung dienen sollen.

Diese Umweltbildung sah Franke durchaus als zentrale Aufgabe des Naturparks, sie könnte für die Natur begeistern und vor allem junge Menschen an die Natur heranführen. Zugleich könnte durch den Aufbau der Angebote und die Schaffung einer Übersicht natürlich ein Netzwerk entstehen.

Bei der Umweltbildung böten sich die Themen im Überfluss an: Wald, Stein, Sand und Kohle, Dinos, das Leben in der Wildnis, Streuobstwiesen, Geocaching, geführte Mountainbike-Touren, Kunst in der Natur, Feld, Flur, Wasser, Recycling; die Liste wäre problemlos fortsetzbar. Natürlich, so waren sich Franke, Buchholz und Teilnehmer einig, wären Projekte zu favorisieren, die sich zeitnah und mit der derzeitigen Ausstattung umsetzen ließen; zu überlegen sei zudem, welche Projekte langfristig bei einer verbesserter Ausstattung realisierbar wären.

Als umsetzbar wurde ein Veranstaltungskalender eingestuft, in dem über weitere Angebote informiert wird, und in dem der Gast nachlesen kann: „Hey, hier ist Sonntag Workshop.“ Weiterhin sollten Angebote mit Kindertagesstätten, Schulen und Bildungsträgern entwickelt werden, Mitmach-Aktionen. Es sollen außerdem neue Umweltbildungs- und Naturerlebnisangebote entstehen.

Vergleichsweise wenig Aufwand

Der Veranstaltungskalender als Pilotprojekt sei mit vergleichsweise wenig Aufwand umsetzbar, so Franke, zudem entstehe so ein Netzwerk, wenn sich die Anbieter zusammensetzen und sagen würden: Hier ist unser Angebot.

Diplom-Ingenieurin Franke von der Tourismus- und Regionalberatung soll den Naturparkplan erstellen, der Grundlage für inhaltliche Diskussionen zur Naturparkentwicklung sein und auch Handlungshinweise für künftige Strukturen enthalten soll. Damit wird er auch eine Entscheidungsgrundlage dafür darstellen, wie sich der Naturpark zukünftig personell und finanziell aufstellt.

Hier liegt der berühmte Hase im Pfeffer: Mit seiner aktuellen Geschäftsstellen-Ausstattung, mit einem ehrenamtlichen Geschäftsführer, der von zwei Mitarbeiterinnen des Landkreises Hameln-Pyrmont mit je zehn Wochenstunden unterstützt wird, gehört der Naturpark Weserbergland im Bundesvergleich in Bezug auf die Ausstattung zu den Schlusslichtern. „Zukunftsmusik“, sagte Buchholz bei der Diskussion zu einem Thema, und man könnte es auf das gesamte Projekt beziehen: Vor den Machern und den Ehrenamtlichen liegt ein weiter, weiter Weg.

Viele gute Angebote

Der Naturpark Weserbergland selbst ist eingebettet in die nördliche Mittelgebirgslandschaft Niedersachsens. Die Grenzen bilden im Nordosten der Deister, im Nordwesten die Bückeberge, im Süden grenzt er bei Bodenwerder an den benachbarten Naturpark Solling-Vogler an. Der Naturpark umfasst den gesamten Landkreis Hameln-Pyrmont sowie den südlichen Teil des Landkreises Schaumburg.

Auf dem Expertengespräch zum Thema Umweltbildung wurde deutlich, dass es durchaus viele gute Angebote sowie engagierte Einrichtungen und Anbieter im Naturpark gibt, die sich mit Umweltbildung und Naturerleben beschäftigen.

Bisher fehlt es an einer Übersicht und der Koordination der Angebote. Die Teilnehmer wünschen sich, dass die Naturparkverwaltung diese Aufgabe übernimmt. Deutlich wurde auch, dass die Teilnehmer an einem stärkeren Austausch und Wissenstransfer untereinander interessiert sind und sich wünschen, dass der Naturpark das Thema Umweltbildung weiter voranbringt. rnk

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