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Zwei wollen Stadtkasse pachten

Obernkirchen Zwei wollen Stadtkasse pachten

Für die frühere Stadtkasse gibt es jetzt gleich zwei Interessenten, die das direkt neben dem Rathaus gelegene Eck- und Fachwerkgebäude pachten wollen.

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Die Gespräche für eine Nachnutzung des Fachwerkgebäudes, das früher die Stadtkasse beherbergte, sind bereits weit gediehen.

Quelle: tw

Obernkirchen. Das bestätigt Bürgermeister Oliver Schäfer der Redaktion. Zum einen soll es sich dabei um einen „Großinteressenten mit langjährigem Mietinteresse“, zum anderen um eine private Schülerhilfe handeln. Die Gespräche sind bereits weit gediehen.

 Während der erste Interessent von sich aus auf die Kommune zugekommen ist, hat den Kontakt zum zweiten Stadtkoordinatorin Dörte Worm-Kressin hergestellt. Schäfer hält eine gleichzeitige und parallele Nutzung des Gebäudes durch beide Aspiranten für machbar.

 Das unter Denkmalschutz stehende Objekt Lange Straße 1 wird von der Behörde seit dem Umzug in das – sanierte – Rathaus, genauer, seit dem 22. Januar 2013 nicht mehr genutzt. Seitdem bemüht sich dessen Führungsriege, das Gebäude, das Ältere noch unter der Bezeichnung „Pastorenhaus“ kennen, zu verkaufen. „Wir hatten zwischenzeitlich und noch bis vor Kurzem einen Mieter drin – einen Krankentransportdienst mit Sitz in Nordrhein-Westfalen“, sagt Schäfer. Nach etwa einem halben Jahr Stehzeit sei der Dienstleister jedoch Ende des vergangenen Monats wieder ausgezogen.

 Was den aktuellen Großinteressenten betrifft, will der Rathauschef derzeit noch nicht viel mehr sagen, denn: „Wir müssen erst Klarheit haben, ob wir den Anforderungen, die er an eine Sanierung der Immobilie hat, gerecht werden können; das recherchieren wir gerade.“ Ferner müsse geprüft werden, ob die Stadt und der Pächter in spe in Sachen Sanierung ein „Gentleman Agreement“, sprich eine wie auch immer geartete Kostenteilung vereinbaren können. Seit Längerem wird in Obernkirchen gemunkelt, dass die im Gebäude Rathenaustraße 11 angesiedelte Polizeistation die nicht nur in Sachen Energiebilanz desolate Landes-Immobilie lieber heute als morgen räumen und näher ans Zentrum ziehen würde.

 Die Lage der Ex-Stadtkasse als Scharnier zwischen der im rechten Winkel aufeinander stoßenden Lange Straße und der Friedrich-Ebert-Straße ist strategisch so gut, wie sie besser kaum sein kann. Doch die letzte Renovierung im Inneren erfolgte 1990, liegt also fast ein Vierteljahrhundert zurück.

 Schwerer wirken die Auflagen des Brandschutzes; für eine öffentliche Verwaltung sind diese so hoch, dass sie eine Weiternutzung derzeit unmöglich machen. Kämmerer Andreas Jasper bezifferte sie unlängst auf 250000 Euro. „Das gilt aber nur für uns als Behörde“, sagt Schäfer. Denn die Brandschutzauflagen seien bei einer Nutzung als Wohnraum, Büro oder Praxis durch Privat- respektive Geschäftsleute weit geringer.

 Bislang hatte für die Stadt ein Verkauf des Gebäudes Priorität gehabt; 87200 Euro wollte sie dafür haben. Das Objekt, zu dem auch noch fünf Stellplätze auf der Rückseite gehören, wird vom Immobilienservice der Sparkasse Schaumburg beworben. Aber auch die Stadt selbst bewirbt die Adresse Lange Straße 1 auf ihrer Homepage. Allerdings müssen 87200 Euro nicht das letzte Wort sein, wie der Bürgermeister bereits früher durchblicken ließ, denn: „Bei einer Nachnutzung im Sinne der Stadt wird der Kämmerer auch einen geringeren Kaufpreis akzeptieren“, so Schäfer damals. Ähnlich hatte es auch in der Ausschreibung geheißen: „Die Höhe des Angebots ist für den Verkauf nicht alleiniges Entscheidungskriterium.“ Jetzt indes zeichnet sich nicht ein Verkauf, sondern eine Verpachtung ab.

 Wie auch immer. Dem Rathaus geht es nicht allein darum, aus der Immobilie Kapital zu schlagen: Ebenso wichtig ist es, einen das Stadtbild prägenden Leerstand beseitigt zu wissen. „Eines der zentralen Anliegen ist die Belebung der Innenstadt“, heißt es dazu. Das bestätigte der Kämmerer: „Priorität“, so Jasper, „hat eine gewerbliche oder zumindest teilgewerbliche Nutzung, der wir den Vorzug vor einer privaten geben.“

 Was das Haus selbst angeht, so lässt sich sein genaues Baujahr nicht mehr ermitteln; die Stadt spricht von der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, also der Zeit zwischen 1700 und 1750. Die Lange Straße 1 steht unter Denkmalschutz, weil sie, obwohl oft umgebaut, als „beispielhafte Ausprägung eines Stils und/oder Gebäudetyps“ angesehen wird, wie es in den Unterlagen heißt. tw

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