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160 000 Bienen gestohlen

Diebe greifen in Exten zu 160 000 Bienen gestohlen

Bernd Kretschmer ist um 160 000 Bienen ärmer. Gleich vier Bienenvölker sind dem Imker aus Exten gestohlen worden, jedes einzelne besteht aus rund 40000 Bienen.

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Bernd Kretschmer präsentiert eine Wabe aus einem seiner noch bestehenden Bienenstöcke.

Quelle: pk

Exten. Damit ist nicht nur jede Menge Arbeit für die Katz. Die Bienen hatten einen Wert von rund 1800 Euro. Ganz zu schweigen von dem Honig, den der Imker jetzt nicht mehr verkaufen kann. Und es ist nicht das erste Mal, dass sich Diebe an Kretschmers Bienen vergriffen haben. Vor ein paar Jahren sind ihm schon einmal zwei Bienenvölker gestohlen worden. Und im vergangenen Jahr wurde ihm ein weiteres Volk geklaut. Natürlich habe er die Diebstähle bei der Polizei angezeigt, so auch jetzt. Aber in der Regel würden die Fälle mangels Aussicht auf Erfolg von der Staatsanwaltschaft eingestellt.

Aber wie stiehlt man überhaupt ein Bienenvolk? Die Insekten befinden sich in Kästen, die Kretschmer in und um Exten herum aufgestellt hat. Darin befinden sich die Bienenwaben, das Volk und die Königin. Wer sich auskennt, weiß, wie die Kästen zu transportieren sind, ohne dass die Bienen den Stock fluchtartig verlassen und den Dieb verfolgen. Deshalb sei es naheliegend, dass sich „Kollegen“ an Kretschmers Bienen zu schaffen gemacht haben.

Aus der Imkerzeitung weiß der Extener, dass einige gestohlene Bienenvölker über die deutsche Grenze nach Osteuropa gebracht werden. Und unter vorgehaltener Hand sei auch von deutschen Imkern die Rede, die durch den Befall der bienenschädlichen Varroamilbe ihre gesamten Bienenvölker verloren habenund sich auf diese Weise neue Völker zulegen.

Seit 20 Jahren dabei

Trotzdem lässt sich Kretschmer seine Freude an der Imkerei nicht verderben. Seit fast 20 Jahren züchtet er Bienen, entsprechend alt sind seine Bienenvölker. Natürlich ist er auch Mitglied im Rintelner Imkerverein.

Kretschmer geht auf einen seiner Bienenkästen zu, um die Waben zu präsentieren. Ist das nicht gefährlich? „Nein“, sagt er, „die Bienen sind nicht aggressiv. Dafür sind sie zurzeit viel zu beschäftigt.“ Beschäftigt damit, die Frühjahrsbrut mit Bienenfutter, also Pollen, zu verpflegen. Momentan seien das vor allem Kirschenpollen, aber auch Weißdornpollen, die von den sogenannten Winterbienen in den Bienenstock geflogen werden. Dort wachsen die Jungbienen heran, aus denen schließlich die Flugbienen werden, „die die Ernte einholen“, wie Kretschmer erläutert.

Winter- und Sommerbienen

Während die Winterbienen eine Lebensdauer von sechs Monaten haben, werden die Sommerbienen bloß sechs Wochen alt, schildert der Extener und holt unterdessen einzelne Waben hervor, in denen sich etliche Bienen tummeln. Und tatsächlich: Aggressiv sind sie nicht.

Kretschmer ärgert seine Bienen sogar manchmal extra, um sich absichtlich stechen zu lassen. Er schwört darauf, auf diese Weise eines Tages seine leidige Pollenallergie loszuwerden. „Ein Teil der Pollen wird auch in das Bienengift übertragen, das die Bienen absondern, wenn sie stechen“, erklärt der Imker. Der Mensch werde dadurch an die Pollen gewöhnt. Desensibilisierung auf die harte Tour. „Bei mir ist es jedenfalls schon besser geworden“, sagt Kretschmer mit Überzeugung, als er den Deckel wieder auf den Bienenkasten setzt. Neben der Pflege der bestehenden Bienenvölker wird er sich in diesem Jahr daran machen, neue Völker zu züchten, um den Verlust möglichst bald wieder ausgleichen zu können. Seine Hoffnung, dass seine gestohlenen Völker wieder auftauchen, ist gering.

Wer sachdienliche Hinweise zu dem Diebstahl geben kann, wird gebeten sich mit der Polizei Rinteln unter der Rufnummer (05751) 95450 in Verbindung zu setzen. pk

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