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38 Meter über Dächern

Neue Exterbrücke 38 Meter über Dächern

Die Exter am Anger überspannt seit gestern Morgen wieder eine Fußgängerbrücke. Die Teams von Brückenbauleiter Friedhelm Rolink und Kranführer Jörg Reetz brauchten gerade mal eine halbe Stunde, um die 17,50 Meter lange und zwölf Tonnen schwere Holzbrücke an beiden Ufern zu platzieren.

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9.20 Uhr: Maßarbeit, die 17,50 Meter lange Brücke wird über die Dächer gehoben.

Quelle: wm

EXTEN. Es war Maßarbeit von Anfang an: Zunächst mussten der Kran und der Schwerlasttransporter mit der Brücke durch die enge Gasse und um die Ecken am Anger manövriert werden. Dann folgte das filigrane Manöver, die Brücke über die Hausdächer links und rechts hinwegzuheben. Reeth musste dafür seinen Kran bis auf 38 Meter ausfahren, die Kunden von Bäcker Keßler hatten sich etwas zu gedulden.

Für Brückenbauer Rolink kam der spannende Moment beim Absetzen der Brücke: Hatte der Ingenieur vom Unternehmen Steding, das die Widerlager errichtete, auch richtig gemessen? Passte die Brücke? Sie passte!

Die Brücke hat die Holzbaufirma Busmann aus Schüttdorf gebaut und geliefert, der Kran kam vom Jumbo-Krandienst Herbert Duch aus Bad Oeynhausen.

Die für Exten spektakuläre Aktion verfolgten viele Zuschauer an beiden Ufern mit Kameras und Kommentaren: „Hoffentlich bricht kein Ast ab, und hoffentlich bleiben die Bäume heil!“ Sie blieben.

Mehrere Vorteile

Unter den Zuschauern war als Fachmann auch Horst Vöge, selbst Bauingenieur und Vorsitzender des Heimatvereins. Vöge beobachtete die Aktion aus dem ersten Stock des Heimatmuseums, aus der Wohnung von Veronika Reimer, die für den Heimatverein als stellvertretende Kassiererin tätig ist. Vöge erklärte den Vorteil der neuen Brücke: Diese sei anders als die alte Brücke freitragend, habe als Unterkonstruktion zwei Doppel-T-Stahlträger.

Deshalb ist jetzt auch reichlich Platz, wenn die Exter Hochwasser führt. Das Wasser kann künftig ungebremst abfließen und das Treibgut mitnehmen. Die alte Brücke wurde von Leimholzbindern und Schrägstreben getragen, die bei Hochwasser überflutet wurden. Vöge erinnert sich, dass es manchmal schon beängstigend gewesen sei, wenn die Exter Baumstämme mitgeführt habe, die gegen die Streben der alten Brücke gekracht seien. „Da hat die ganze Konstruktion vibriert.“

Und noch ein Vorteil: Das Geländer der neuen Brücke ist höher, bietet mehr Sicherheit.

Zuschauer berichteten, dass sie gerade in der Zeit, als Exten ohne die Fußgängerbrücke war, festgestellt hätten, wie sehr die Brücke gefehlt habe. Wer zum Arzt will, zur Kita, zur Schule, zum Bäcker oder zu den Banken, der benutzt sie täglich.

Aufgeräumtes Flussbett

Nachdem die alte Brücke am 4. September abgebaut, am Anger in ihre Einzelteile zersägt und in Container abtransportiert worden war, haben Bagger auch im Flussbett der Exter aufgeräumt. Treibsand an den Ufern, Untiefen und Inseln sind verschwunden.

Eine vergleichbare Aktion wie gestern haben die Extener bereits am Montag erlebt: Da ist ebenfalls mit einem Kran das eineinhalb Tonnen schwere Wasserrad am oberen Eisenhammer eingebaut worden.

Die Extener Bürger werden sich voraussichtlich noch mindestens bis Donnerstag nächster Woche gedulden müssen, bis sie wieder über ihre Brücke gehen können, erklärte Volker Kierat, Ingenieur beim Tiefbauamt der Stadt. Denn die Firma Steding wird zunächst noch die Brückenlager mit Beton vergießen, der trocknen muss. Und die Rampen müssen noch gepflastert werden. Zudem will Kierat eine Sandsteinmauer absichern lassen, damit dort für Kinder keine Gefahr besteht. wm

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