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„Absurde Idee“avanciert zum Vorzeigemodell

Dorfgemeinschaftshaus in Goldbeck „Absurde Idee“avanciert zum Vorzeigemodell

Was heute ein Modell mit Vorbildcharakter ist und morgen gebührend feiert wird, ist anfangs politisch hoch umstritten gewesen: das Goldbecker Modell.

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Goldbeck. Die CDU stimmte im Rat der Stadt Rinteln im Jahr 2004 geschlossen gegen das Dorfgemeinschaftshaus (DGH) für Goldbeck, die Wählergemeinschaft Schaumburg (WGS) enthielt sich. Die CDU wurde von SPD und Grünenfraktion überstimmt. Thorsten Frühmark etwa, der damalige Fraktionschef der CDU, bezeichnete die Idee damals als „absurd“ und die daraus folgende Investition in Höhe von 166000 Euro als „Krönung der Steuerverschwendung“.

 Zehn Jahre später ist das Goldbecker Modell längst zum geflügelten Wort avanciert. Wann auch immer Investitionen in den Ortschaften anstehen, wird von der Kommunalpolitik gern auf das Goldbecker Modell verwiesen, dessen Konzept gleichermaßen einfach wie schlüssig ist: Die Stadt kommt für die Materialkosten auf – gebaut wird das Objekt in Eigenleistung, unterhalten wird es von einem Trägerverein. Jüngstes Beispiel ist das neue Bürgerhaus in Uchtdorf, das dieser Theorie folgend erfolgreich in die Praxis umgesetzt worden ist.

 Entstanden ist das Goldbecker Modell – die Bezeichnung geht auf ein Zitat von Altbürgermeister Karl-Heinz Buchholz zurück – aus der Not heraus. Als die letzte Kneipe, das Gasthaus Wehrmann, im Ort schließt, stellt sich die Frage nach einem neuen zentralen Treffpunkt für die örtlichen Vereine. Der nur 40 Quadratmeter große Veranstaltungsraum in der ehemaligen Schule wird schnell als zu klein verworfen. Immerhin zählten die acht Vereine und Verbände Goldbecks damals 350 Mitglieder. Eine Alternative findet sich schließlich in der Alten Dorfstraße 2. Inhaber Otto Feuerhahn will verkaufen. Die Dorfgemeinschaft Goldbeck setzt sich mit der Verwaltung der Stadt Rinteln zusammen, um das Haus erwerben zu können. Mit dem Ergebnis: Die Stadt kommt für den Kauf des Objektes auf, ein noch zu gründender Trägerverein für Umbau und Unterhaltung desselben. Infolgedessen geht aus der Dorfgemeinschaft der Dorfgemeinschaftshausverein und damit der Trägerverein und schließlich das Goldbecker Dorfgemeinschaftshaus selbst hervor.

 Zehn Jahre ist dies nun her, der Konflikt darüber vergessen, das Goldbecker Modell längst zum Vorzeigeobjekt für Landkreis und Umland geworden. Aktuell kämpft Krankenhagen für ein Bürgerhaus nach dem Vorbild aus Goldbeck.

 Übrigens: Inzwischen hat sich auch Frühmark mit dem Goldbecker Modell angefreundet. „Es läuft ja und hat sich in Goldbeck als gut herausgestellt“, sagte er gestern auf Anfrage dieser Zeitung. Der Dorfgemeinschaftshausverein Goldbeck lädt für den morgigen Freitag, 1. Mai, ab 11 Uhr in die Alte Dorfstraße 2, um das zehnjährige Bestehen zu feiern.  pk

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