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Achtung, Staugefahr!

Steinberger Kreuzung Achtung, Staugefahr!

Ob mit Auto, Lastwagen oder Motorrad über die Steinberger Kreuzung will, muss sich seit Montag in Geduld üben. Rückstaus bis hinunter zur Grafensteinerhöh sind auf der Bundesstraße238/Rintelner Straße keine Seltenheit. Zehn Minuten im Stau sind Richtung A2 sollten Fahrer fest mit einplanen.

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Verkehrsexperten verschaffen sich am Mittwoch einen Überblick über die angespannte Verkehrslage rund um die Steinberger Kreuzung.

Quelle: jan

STEINBERGEN/RINTELN.. Stillstand herrscht vor und auf der Kreuzung zeitweise auch auf der B83.

Ampeln regeln den Verkehr

 Der Grund für die Staus: Seit Montag stehen auf der Kreuzung wieder Ampeln, die den Verkehrsfluss in drei Phasen regeln. Jetzt kann man wieder von der B238 nach links in Richtung Autobahn abbiegen. Weiterhin können aber auch Autofahrer von der A2 oder aus Richtung Eilsen kommend nach rechts in Richtung Rinteln abbiegen. Das Vertrackte: Für beide Verkehrsflüsse steht auf der Kreuzung nur eine Fahrspur zur Verfügung. Fließt der eine Verkehr, muss der andere warten. Wer fahren darf, wird per Hand-Ampelschaltung geregelt. Der Verkehr von der A2 wird bevorzugt durchgelassen.

 Das Gefährlichste sei nämlich ein Rückstau auf der B83 bis auf die Autobahn, sagt Markus Brockmann, Leiter der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Hameln. Dort werden Autofahrer deshalb seit Mittwoch auf den Infobrücken vor einem möglichen Stau gewarnt, und es gibt eine Geschwindigkeitsbegrenzung. Die Ampelanlage auf der Kreuzung werde per Hand geschaltet, erläuterte Projektingenieur Holger Fröhlingsdorf. „Mit einer automatischen Ampel ist das nicht zu machen.“

 Weil man von der Bundesstraße 83 in Steinbergen jetzt auch wieder nach links in Richtung Rinteln abbiegen kann, es aber auch dort weiterhin nur eine Fahrspur gibt, kommt es auf der B83 zu weiteren Verzögerungen. Eine Kommission aus Beamten der Verkehrsbehörde und der Polizei hat am Mittwoch die Lage vor Ort geprüft und erwägt, ob es sinnvoll wäre, die Linksabbiege-Möglichkeit auf der B83 wieder zu streichen, um die Staubildung zu reduzieren.

 Ebenfalls neu: Wer auf der Konrad-Adenauer-Straße von Engern kommend in Höhe der Firma Scheidt auf die Umgehungsstraße B238 abbiegen will, muss erst eine Runde im Kreisel vor der Jet-Tankstelle drehen, um dann in der Gegenrichtung durch Rechtsabbiegen auf die B238-Auffahrten zu gelangen. Nebenbei bemerkt: Die Arensburger Straße, die von der Steinberger Kreuzung Richtung Obernkirchen/Auetal führt, bleibt weiterhin für Kraftfahrzeuge gesperrt. „Wenn wir dafür eine vierte Ampelphase schalten müssten“, sagt Fröhlingsdorf, „hätten wir das totale Chaos.“

 Warum am vergangenen Montag in Steinbergen der Verkehr regelrecht zusammengebrochen ist, Autofahrer fast eine Stunde von der Autobahnauffahrt bis zur Kreuzung gebraucht haben, das hat allerdings einen anderen Grund. „Wir haben nicht damit gerechnet, dass an diesem Tag so viele Bürger unterwegs sind“, so Brockmann. Man habe angenommen, dass der meiste Verkehr am Freitag und Sonnabend und dann erst wieder am Dienstag, dem Feiertag, rollt. Deshalb habe man den Montag gewählt, um die Ampeln aufzustellen.

Montage führte zu Staus

 Doch es kam anders. Von Montagnachmittag bis zum Abend staute sich der Verkehr vor der Steinberger Kreuzung zeitweise bis auf die Autobahn. Fröhlingsdorf erläuterte die Situation auf der Baustelle: „Die Ampeln haben Ausleger, die eine Straßenbreite fast überspannen. Für deren Montage mussten sich die zehn Arbeiter und ihre Maschinen ja bewegen können. Da ging es auch um Eigensicherung.“ Deshalb sei es unvermeidlich gewesen, die Kreuzung – zumindest zeitweise – komplett zu sperren.

 Durch den verregneten Sommer, so Fröhlingsdorf, hinke man dem Zeitplan inzwischen sowieso schon ein paar Tage hinterher. Glücklicherweise habe der Starkregen an der Baustelle keine großen Schäden verursacht. Deshalb gehe er nach wie vor davon aus, dass die Steinberger Kreuzung noch in diesem Jahr fertig wird.

 Doch ganz ohne Panne ging es auch auf dieser Großbaustelle nicht ab. „Dong, Dong, Dong – Rumpelbeton“ beschwerten sich Autofahrer in den sozialen Netzwerken. Ursache dafür sei, dass nicht alle Betonsegmente auf gleicher Höhe abschließen, schilderte Projektleiter Fröhlingsdorf das Problem. Auf Deutsch: Manche Platten sind schief. Vier Millimeter auf vier Metern Länge sei die Toleranz. Doch in einigen Abschnitten liege man darüber, was man aber erst nach dem Aushärten der Platten festgestellt habe, so Fröhlingsdorf.

Für die Baufirma wird es teuer

 Diesen Fehler zu korrigieren, die Platten etwa abzuschleifen, habe keinen Sinn. Das Risiko sei zu groß, dass man damit alles nur „verschlimmbessert“. Betonplatten komplett auszutauschen sei ein zu großer Aufwand. „Für die Baufirma heißt das: Abzüge auf der Rechnung, denn die Fahrbahn entspricht nicht der DIN-Norm“, so Fröhlingsdorf. Da komme wohl ein fünfstelliger Betrag zusammen.

 Auch für die Arbeiter der Baufirma Oevermann stellt die neue Verkehrssituation eine zusätzliche Belastung dar. Vom gestiegenen Verkehrslärm einmal abgesehen, wird auch das Rangieren mit Baufahrzeugen auf der Kreuzungsbaustelle zunehmend schwieriger. „Das kleinteilige Arbeiten an der Betonfahrbahn und in den Randbereichen ist für uns eine Herausforderung“, betonte Polier Andreas Taubert. wm, jan

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