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Baustellenchaos in Todenmann befürchtet

Bevorstehende Arbeiten an Ortsdurchfahrt werden heftig diskutiert Baustellenchaos in Todenmann befürchtet

Im Herbst nächsten Jahres hat das Holpern über die buckelige Ortsdurchfahrt von Todenmann ein Ende. Aber bis dahin fürchten viele Einwohner um ihre Mobilität, Erschwernisse im Alltag, sogar das Abgehängtwerden ihrer Hauszufahrt.

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Lange ersehnt, jetzt ist die Baustelle Ortsdurchfahrt Todenmann da – mit all ihren Nachteilen. Derzeit werden an der Südseite Gose und Notbürgersteig ab Bleekebrink neu gebaut.

Quelle: tol

Todenmann. Mehr als 50 Einwohner füllten deshalb am Mittwoch die Tische im Gasthaus „Zur Linde“ bei der Bürgerinformation zum Baustart. Baudezernentin Elena Kuhls spürte die Spannung gleich: „Lange wurde der Ausbau erwartet, jetzt wird es ernst.“

 Bauleiter Henrik Notthoff ist mit der Firma Völkmann aus Bramsche (45 Mitarbeiter) erstmals in Rinteln tätig. Er skizzierte kurz den Ablaufplan mit seinen fünf etwa 320 Meter langen Bauabschnitten, die abgeschlossen werden, bevor es mit dem nächsten losgeht. Im Oktober 2016 soll alles fertig sein.

 Der jetzige erste Abschnitt dauere bis 19. November, der zweite dann bis 15. Februar, der dritte danach bis Mai, der vierte bis Mitte Juni und der letzte bis Mitte Oktober. „Wir sind noch am Planen, aber zuversichtlich, dass das so bleibt. Das Risiko ist steuerbar.“ Als Risikofaktoren nannte er im Winter das Wetter und allgemein die Ungewissheit über die Tragfähigkeit des Untergrunds: „Da werden wir vielleicht manchmal tiefer auskoffern müssen als geplant.“ Das Gelände ist teilweise abschüssig, der Seitenraum eng. Aber trotzdem soll bis auf wenige kurze Phasen der Fahrbahnerneuerung eine Fahrspur geöffnet bleiben, der Verkehr mit Ampeln geregelt werden.

 Die Fahrbahn werde sich, so Miriam Krumm von der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Hameln, um zwei bis vier Zentimeter erhöhen. Alle Ausfahrten bleiben bestehen. Während der Vollsperrungen müsse man sein Auto auswärts parken. Die erste Vollsperrung beginnt voraussichtlich am 31. Oktober. Der Verkehr wird dann über Fülmer Straße und Dankerser Straße beziehungsweise Schwerverkehr über Eisbergen umgeleitet. Die Stadtwerke Rinteln werden im Zuge der Bauarbeiten auch Hausanschlüsse erneuern. Bei starken böschungen werden Gabionen (Steine hinter Drahtgitter) zur Abstützung eingebaut (wie bei Mindener Straße).

 Die Bürger löcherten die Baufachleute mit Fragen, meist zu ihrer individuellen Problemsituation. Hier die wichtigsten Aspekte und die Antworten. Wo wird geparkt?

 Generell nicht am Fahrbahnrand in der Baustelle. Das dürfte an diesem Wochenende schon die Gottesdienstbesucher in der Kapelle treffen. Direkt an beiden Seiten der Baustelle zwischen Ampel und Baustelle? Erst hieß es ja, dann kamen Zweifel auf. Auf dem Hof der ehemaligen Grundschule? Kuhls will das prüfen lassen. Wo bleibt der Schwerverkehr?

 Ein Bürger erinnerte sich, dass bei der Sanierung eines früheren Bauabschnitts die „Teerlastwagen die Fülmer Straße hochkamen“. Diese sei ohnehin schon kaputt. An der Nordseite in Todenmann gebe es ein Begrenzungsschild auf 3,5 Tonnen, an der Südseite in Eisbergen-Fülme aber nicht. Die Stadt Rinteln will diesbezüglich Kontakt mit der Stadt Porta Westfalica aufnehmen. Was ist mit der Müllabfuhr?

 Wenn der Müllwagen wie bisher vor den Häusern die Tonnen leert, wäre die Baustelle eine gewisse Zeit montags blockiert. „Das wäre nächsten Montag wie eine Vollsperrung“, unkte ein Bürger. Karl-Heinz Klages von der Straßenmeisterei Rinteln machte den praktischen Vorschlag: „Wir informieren die Müllabfuhr. Stellen Sie schon für Montag ihre Mülltonnen an die beiden Enden der Baustelle, notfalls mit Unterstützung der Bauarbeiter. Dort werden sie abgeholt. Um Verwechslungen beim Abholen zu vermeiden, schreiben Sie ihre Hausnummer auf die Tonne. Und halten Sie Abstand von den Ampeln.“ Wird während der Bauzeit die Straßenbeleuchtung verbessert und ausgedehnt, um Gefahren zu vermeiden?

 Es würden höchstens zeitweise oder auf Dauer einige Laternen versetzt, räumte Krumm ein. Aber neue oder stärkere Lampen seien nicht vorgesehen. Über längere Brennzeiten müsse mit den Stadtwerken gesprochen werden. „Und nach Mitternacht braucht man sowieso immer eine Taschenlampe“, warf ein Bürger verärgert ein. Bleibt die Ampelschaltung unverändert, wo sie doch immer wieder Staus auslöst?

 Klages erklärte, derzeit sei die Ampel auf vier Phasen geschaltet, damit sich die Autofahrer aus den Seitenstraßen gut einordnen können. Auf der Hauptstraße gebe es deshalb relativ lange Rot-Phasen mit rückstaus. Klages: „Das trägt aber auch ein bisschen zur Verkehrsberuhigung bei.“ Wo halten die Busse?

 Während der Vollsperrungen wird es einen Ersatzhalt in der Fülmer Straße geben, über die der Bus nach Rinteln fährt und von dort zurückkommt. Wann wird das nächste Mal über die weiteren Schritte informiert?

 Baudezernentin Kuhls meinte: „Wenn es gut läuft, dann vielleicht gar nicht mehr.“ Verärgertes Gemurmel in den Zuhörerreihen. Kuhls ergänzte: „Aber wir werden regelmäßig in den Ortsratssitzungen informieren.“ Diese Sitzungen gibt es aber höchstens einmal im Quartal. „Notfalls bei einer Sondersitzung“, räumte Kuhls ein. „Und auch über die Presse informieren wir.“ Ein Bürger nahm es leicht: „Aber wenn wir fertig sind, dann treffen wir uns wieder.“ Zum Feiern, das war klar. Wer sind die Ansprechpartner bei Problemen?

 Krumm bot sich an, sie sei jede Woche mindestens zur Baubesprechung in Todenmann. Klages verwies auf seinen Mitarbeiter Peter Blana, der als Bauwart tagsüber vor Ort sein werde. Von der Baufirma steht Polier Michael Abraham bereit.dil

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