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Beim Dorfgespräch geht’s um die Jugend

Rolfshagen Beim Dorfgespräch geht’s um die Jugend

„Zukunftsfähig sind nur die Dörfer, die die Jugendlichen mit in das Dorfleben einbinden“, hat die Leader-Regionalmanagerin Ellen Pukall festgestellt. „Sonst gehen die jungen Menschen für ihre Aktivitäten dorthin, wo sie zur Schule gehen.  Und wer sitzt dann wohl in zehn Jahren in den Vorständen der Vereine und Institutionen?“

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Leader-Regionalmanagerin Ellen Pukall (von links) bedankt sich bei den Referenten Birgit Böhm, Sönke Deitlaff und Nicole Lubetzky.

Quelle: la

ROLFSHAGEN. „Jugend – Aktiv im Dorf?!“ – so lautete der Titel des ersten Dorfgespräches Westliches Weserbergland, zu dem Pukall ins Gemeindehaus Rolfshagen eingeladen hatte. Rund 70 Zhörer waren gekommen. „Aus dem Fragezeichen hinter unserem Titel soll ein Ausrufezeichen werden“, so Pukall. Was dazu notwendig sei, solle gemeinsam erarbeitet werden.

Zum Auftakt hatte Pukall drei Referenten nach Rolfshagen geholt, die sich mit Jugendarbeit beschäftigen und aus diversen Themenbereichen informierten. Das Interesse an dem ersten Dorfgespräch war sehr groß. Immer wieder mussten die Organisatoren weitere Stühle in den Gemeindesaal tragen, um allen Gästen Platz zu bieten. Besonders erfreulich war, dass sich außer heimischen Politikern und Vereinsvertretern auch zahlreiche Jugendliche für das Dorfgespräch interessierten.

Zunächst stellte Nicole Lubetzky, Koordinatorin der Jugendarbeit in Aerzen, die Ergebnisse einer Jugendbefragung aus Aerzen vor. Sie hatte erfragt, wie Jugendliche ihre Freizeit im Weserbergland verbringen, ob und in welchen Vereinen sie aktiv sind, welche Wünsche sie haben und wie sie sich deren Umsetzung vorstellen. „Wir wollten wissen, was Jugendliche wirklich interessiert“, so Lubetzky. Mit Vanessa (17) und Laura (16), hatte die Jugendpflegerin aus Aerzen zwei Jugendliche mitgebracht, die sich direkt mit einbrachten. „Wir haben schon als Kinder selbst die Angebote der Jugendarbeit besucht und irgendwann geholfen und uns mit den Jüngeren beschäftigt. Jetzt arbeiten wir regelmäßig mit. Und es macht Spaß, denn es ist schön, wenn man die Kinder lachen sieht“, erzählte Vanessa.

Freundeskreis und "Abhängen" sind wichtig

Angebote mit mehreren Möglichkeiten würden immer besser angenommen als Vereine, die sich spezialisieren, stellte Lubetzky heraus. Wichtig für junge Leute sei die Möglichkeit, sich zu treffen, „abzuhängen, zu quatschen, Musik zu hören und eine Internetverbindung oder freies WLAN“.

Für Jugendliche ist der Freundeskreis sehr wichtig. Gemeinsame Unternehmungen wie der Besuch von Konzerten oder Kino, aber auch das gemeinsame „Abhängen“ stehen ganz hoch im Kurs.

 Sönke Deitlaff, Jugendpfleger in Algermissen, zeigte, was in seiner Gemeinde für die Jugend getan wird. „Wir müssen mit den Kindern und Jugendlichen ins Gespräch kommen und ihre Ideen umsetzen.“ In Dörfern der Gemeinde Algermissen seien Jugendräume entstanden, in denen sich die Jugendlichen treffen und ihre Projekte selbst planen und umsetzen. „Dabei gibt es wenig Regeln, aber ganz viel Mitbestimmung und Selbstverwaltung“, so Deitlaff. Etliche Jugendliche hätten über die „Juleica“, die Jugendleiter-Card und die damit verbundene Ausbildung, zur Jugendarbeit gefunden. „Sie kümmern sich inzwischen um die Jüngeren – und das klappt prima. Nur Gleichalterige untereinander brauchen noch mal jemanden, der eventuell eingreift. Also ganz ohne Erwachsene geht es nicht.“ Mitbestimmung wird in Algermissen auch durch „Kinderortsratssitzungen“ gelebt. Dort können die Kinder den Ortsratsmitgliedern erläutern, was sie bewegt.

Zum Abschluss erläuterte Birgit Böhm von „mensch und region“ am Beispiel der Stadthäger Einrichtung „TuWat“, wie selbstbestimmte Jugendarbeit funktionieren kann. la

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