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Bike-Park am Steinzeichen

Nach Insolvenz Bike-Park am Steinzeichen

Was tun mit der Erlebniswelt Steinzeichen, die in Insolvenz gegangen ist? Die Idee von Touristikmanager Matthias Gräbner ist ebenso pragmatisch wie genial: Ein Bike-Park für Mountainbiker soll es werden.

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Steinbergen. Das Bestechende an diesem Modell, das Gräbner erarbeitet hat: Das geeignete Gelände dafür ist da, es gibt eine große Nachfrage, denn Mountainbiken ist ein boomender Trendsport. Im Gegensatz zu Mountainbiken in den Wäldern sind im ehemaligen Steinbruchgelände keine Konflikte mit dem Landschaftsschutz zu erwarten. Die Infrastruktur mit Gastronomie und Sanitäranlagen sowie die Wege sind ebenfalls vorhanden, dazu Parkplätze und die Anbindung an die A2. Man könnte sogar viele bauliche Anlagen auf dem Gelände wie beispielsweise die Arena mit in einen Parcours einbeziehen. Und es wäre eine Outdoor-Sportanlage für Jugendliche und Mountainbiker in Rinteln und den Nachbarstädten. Also nicht nur ein Ziel für Wochenendtouristen.

 Gräbner hat dabei zwei Vorbilder: den Bike-Park in Braunlage und in Winterberg. Schließlich: Für die Besucher, die nur zum Jahrtausendblick hochsteigen wollen, um die Aussicht zu genießen oder eines der anderen Angebote nutzen, wären Mountainbiker ein zusätzlicher Showeffekt und damit Anreiz, den Park zu besuchen. Und unter Radsportlern jeder Couleur hat Rinteln bereits bundesweit einen Namen durch den Mountainbike-Cup, das Felgenfest, den Radmarathon „Große Weserrunde“ und den Weserradweg.

 Eine „richtige“ Mountainbike-Strecke dagegen fehlt bisher. Eine illegal angelegte Strecke am Harrl wurde im vergangenen Jahr vom Forstamt abgebaut.

 Gräbners zweite Zielgruppe sind Kletterer. Diesbezüglich setzt er auf den vorhandenen Air-Trail-Park mit den 14 Seilrutschen in einer Höhe von bis zu 20 Metern und auf die Kletterwand am Jahrtausendblick mit fünf Routen. Auch Bouldern in der Halle sei vorstellbar. Damit würde das Steinzeichen von einem Kulturpark (was langfristig nicht funktioniert hat) zu einem großen Outdoor-Sport-Erlebnispark umgestaltet.

Park soll für Gruppen öffnen

 Für Gräbner ebenfalls ein wichtiger Faktor: Ein Bike-Park wäre finanzierbar. Die vorhandenen technischen Anlagen am Steinzeichen wieder auf Vordermann zu bringen, sei erheblich schwieriger und teurer, der Investitionsstau einfach zu groß.

 Die Umsetzung eines Bike-Parkes geht selbstverständlich nicht von heute auf morgen. Wenn alles klappt, schätzt Gräbner, könnte der Bike-Park voraussichtlich mit Beginn der Saison 2019 fertig sein.

 Doch bis dahin soll der Erlebnispark auf keinen Fall geschlossen bleiben. Die Idee: Der Park öffnet in diesem Jahr für Gruppen. Denn sowohl der Hochseilgarten als auch die Kletterwand, beide Anlagen werden von der „Hoch Hinaus GmbH“ betrieben, können sofort ohne Einschränkungen genutzt werden.

 Gruppen können Termine über das Touristikzentrum und über „Hoch Hinaus“ buchen. Für Wandergruppen will Gräbner geführte Erlebniswanderungen zum Jahrtausendblick anbieten. Vorstellbar seien auf dem Gelände auch Events, weil es im großen Umkreis keine Anwohner gibt, die sich gestört fühlen könnten. Genaue Infos findet man demnächst im Internet auf der Website des Touristikzentrums (www.westliches-weserbergland.de).

 Jetzt müssen nur noch alle anderen Akteure mitspielen. Gräbner dankt ausdrücklich dem Insolvenzverwalter Rechtsanwalt Immo Hamer von Valtier von der InsoTreu Hannover, der bereit ist, dem Park eine neue Chance zu geben, Josef Wärmer, dem „Vater“ des Erlebnisparks, der viel Erfahrung beigesteuert habe, sowie dem Bauhof, der bei der Instandhaltung des Geländes mitgeholfen habe. Gräbner ist überzeugt, dass das Modell zukunftsfähig ist und das Steinzeichen als Bike-Park ein Wirtschaftsfaktor in der Region werden könnte. wm

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