Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
CMA weg, langer Leerstand droht

Steinbergen/Bad Eilsen / Heimkomplex CMA weg, langer Leerstand droht

Der Heimkomplex an der Ecke Arensburger Straße/Bundesstraße 83 in Steinbergen steht leer. Mitte September ist die CMA Betreuung und Wiedereingliederung GmbH als letzter Nutzer ausgezogen.

Voriger Artikel
„Glaub an dich und an Gott“
Nächster Artikel
„Jetzt sind mal die anderen dran“

Nur die Villa erscheint dem Insolvenztverwalter verkaufbar. 

Quelle: dil

Steinbergen/Bad Eilsen. Das Altenpflegeheim Pro Senia war schon 2012 in das ehemalige Kreisaltenheim in Krainhagen gewechselt. Nun sitzt Insolvenzverwalter Sascha Bibiha auf Außenständen von rund 200 000 Euro, kann das Gebäude aber nur neu nutzen lassen, wenn zuvor geschätzt 1,2 Millionen Euro in Brandschutzmaßnahmen investiert werden. Dafür reicht die Insolvenzmasse nicht. Ein langer Leerstand droht.

 Die CMA war auch mit ihrem Büro aus der Villa ausgezogen, wird aber zunächst noch als Name ohne Geschäftstätigkeit erhalten bleiben, so Geschäftsführer Ingo Matthies. Den Betrieb in Bad Eilsen soll die neu gegründete Haus Frija Betreuung und Eingliederung GmbH übernehmen, der leicht veränderte Name stammt von dem jetzt genutzten ehemaligen Altenheim, Rosenstraße 5. Der Landkreis Schaumburg als Kostenträger hat dem zugestimmt und eine neue Kostenvereinbarung abgeschlossen, das Landessozialamt hat am Dienstag ebenfalls grünes Licht gegeben. 20 der zuletzt 24 Bewohner zogen von Steinbergen aus mit um, vier suchten sich eine andere Bleibe, sagte Matthies. Damit seien in Bad Eilsen alle Plätze belegt.

 „Die CMA hat mir heute mitgeteilt, dass sie das Objekt in Steinbergen bis zum 30. September räumt“, sagte Bibiha am Dienstag auf Anfrage. „Als Übergabetermin haben sie den 1. Oktober angeboten.“ Schon vorab hatte Bibiha mit dem Hausmeister das bereits geräumte Gebäude besichtigt. „Sogar Lampen und Kabel hat die CMA mitgenommen.“ Am Dienstag war nun Aushändigung der Schlüssel.

 Dabei bot sich ein leerer riesiger Komplex, der einst mit einer Gaststätte begann, dann ein Kurgastbetrieb war und schließlich zu einem Altenpflegeheim umgewandelt wurde. Dieses betrieb zuletzt die Pro Senia GmbH, die aus dem Insolvenzverfahren heraus von einem neuen Träger übernommen wurde. Dieser verlagerte den Betrieb 2012 ins ehemalige Kreisaltenheim in Krainhagen (wir berichteten). Aus der Pro Senia wurde 2009 die CMA ausgegründet, um Bewohnern mit Alkoholiker-Hintergrund eine verbesserte Betreuung mit höherem Kostendeckungsgrad zu verschaffen, was aber auch den Betreibern nützt. Besitzer des Gebäudes ist seit Jahren die Medina AG, die ebenfalls im Insolvenzverfahren steht. Die CMA ist nun mit ihrem örtlichen Sitz in das Gebäude in Luhden, Nord-Süd-Straße 3, umgezogen, in dem auch die Medina AG sitzt. Hauptsitz der CMA ist in Braunschweig, wo ihr Geschäftsführer Ingo Matthies auch wohnt. Er ist auch Geschäftsführer der neuen Haus Frija GmbH, Heimleiter dort Reiner Lemken, früher Geschäftsführer bei ProSenia und Medina AG – bis zu deren Insolvenzen.

 Vom Landkreis Schaumburg fühlt sich Bibiha nicht unterstützt beim Eintreiben der hohen Außenstände (Mieten, Energiekosten). Beim Amtsgericht Bückeburg habe der zuständige Richter den Entscheidungstermin immer wieder verschoben, jetzt sei dieser für den Oktober angekündigt. Seit der Kündigung Anfang des Jahres gebe es schon keinen gültigen Mietvertrag mehr, doch die CMA sei monatelang nicht ausgezogen. Bei einem Betriebsübergang fürchtet Bibiha, mangels Masse bei der CMA gar kein Geld zu sehen – aber auch sonst dürfte es selbst mit einem Urteil in der Hand schwierig sein – mangels Masse. Hauptgläubiger ist übrigens die Investmentgesellschaft Proceed aus Essen. Heimische Betriebe sind laut Bibiha nicht betroffen.

 Als interessierte Nutzer meldeten sich ein Betreiber von Asylbewerberheimen und einer von Autohöfen mit Tankstellen. Beides ging nicht: Mal wegen Brandschutz, mal wegen des Wasserschutzgebietes nebenan. Der Landkreis selbst hat kein Interesse an dem Gebäudekomplex, schon wegen der drohenden Investitionen, sagte Dezernent Klaus Heimann.

 Für Bibiha ist dies nun eine verzwickte Situation. Er muss das Gebäude sichern, beheizen und nach Käufern suchen. Der Abriss der Gebäude würde den Kaufpreis für das rund 7200 Quadratmeter große Gelände kaum decken. Die allein baulich interessante Villa würde kaum jemand nutzen oder bewohnen wollen – an einer der verkehrsreichsten Kreuzungen des Landkreises. dil

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Die „Schlossklause“, die ehemalige Gaststätte an der Arensburg, fiel vermutlich Brandstiftung zum Opfer... mehr