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Café, Pflegeheim, Baustellenbüro – und dann?

Historische Villa Steinberger Kreuzung Café, Pflegeheim, Baustellenbüro – und dann?

Wer sich durch das Baustellen-„Gebirge“ auf der Steinberger Kreuzung gekämpft hat und die steilen Steinstufen zur „Villa“ erklimmt, wie Oevermann-Polier Andreas Taubert den einstigen Prachtbau an der Ecke Arensburger Straße/B83 nennt, der ahnt schon, was ihn drinnen erwartet. Vom einstigen Charme der markanten Immobilie ist nicht viel übrig geblieben.

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Unterm Dach der Villa haben Unbekannte einen Müllhaufen hinterlassen.

Quelle: jan

STEINBERGEN. 1917 hatte der Konditor Krömer die Achenbachsche Villa gekauft und sie zum Café mit Pensionsbetrieb umgebaut. Galt das Haus am Eingang zum Arensburger Park insbesondere in den zwanziger Jahren noch als elegante Ausflugsadresse für Kurgäste aus Bad Eilsen, so wurde es Jahrzehnte später Bestandteil des Pflege- und Betreuungszentrums Steinbergen und steht heute leer. Fast leer. Im Erdgeschoss zumindest gibt es wieder Leben und Treiben. Männer in Baukluft haben sich hier häuslich eingerichtet.

Die „Villa“ beherbergt während des Umbaus des Steinberger Kreuzes das Baustellenbüro. „Wohnen möchte man hier nicht“, sagt Peter Blana von der Bauaufsicht des Landesstraßenbauamts, der sich hier eine Dienststube mit seinem Kollegen Frank Petzold teilt. Nebenan hat die örtliche Bauleitung der Firma Oevermann ihr Hauptquartier aufgeschlagen. Die Baustellenbesprechung wird am großen Tisch in der holzvertäfelten Diele abgehalten.

Alles raus, was nicht "niet- und nagelfest war"

An kühlen Tagen bietet der zugemauerte Kamin wenigstens optisch einen Hauch von „Gemütlichkeit“. Die Zentralheizung ist hinüber, Wärme strömt aus mitgebrachten Radiatoren. „Als wir einzogen“, erzählt Petzold, „mussten wir feststellen, dass praktisch alles abgebaut oder herausgerissen war, was nicht niet- und nagelfest war. Lichtschalter, Steckdosen, Heizkörper, Altmetall. Waschbecken waren zerdeppert, Wasserhähne abgebaut.“ Die Wasserleitungen mussten provisorisch neu verlegt werden.

Heike Wessel, Inhaberin der Aventura in Hameln, die das ehemalige Pflegeheim Pro Senia ersteigert hatte, ist glücklich über die Nutzung durch die Baufirma. Der Vandalismus habe aufgehört, seit in dem Haus die Büros sind.

Wessel ist optimistisch, dass sich in absehbarer Zeit eine Nachnutzung für das ehemalige Pflegeheim findet. Es gebe inzwischen zwei seriöse Interessenten. Einen Unternehmer aus Berlin, der dort eine Senioren-WG ins Leben rufen will und ein Interessent, der ein Motel einrichten möchte. Ein Motel wäre eine Anknüpfung an die Tradition. Denn dort stand einst „Wolbrechts Hotel“ mit großem Garten, das auch Station von Pferdekutschen und Postbus war. jan, wm

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