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Chance für Steinbergen?

Montessori-Schule Chance für Steinbergen?

Die Rintelner Grünen haben einen Montessori-Pädagogen nach Steinbergen eingeladen, um das Schulkonzept vorzustellen. Der Bedarf für diese Schulform vor dem Hintergrund von vielfachen Beschwerden über Schulschließungen und Wünsche nach alternativen pädagogischen Konzepten soll damit geklärt werden.

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Könnte hier eine Schule mit alternativer Pädagogik, beispielsweise nach Montessori, entstehen? Die Meinungen der politischen Lager gehen auseinander.

Quelle: mld

Steinbergen. die in letzter Zeit häufiger zu hören waren“, heißt es in der Einladung. Zufall oder Fingerzeig, dass die Veranstaltung in Steinbergen stattfand?

„Ich sehe darin eine Chance für ganz Rinteln“, sagt Christoph Ochs, Fraktionsvorsitzender der Grünen. Er sei „überwältigt“ gewesen von der Resonanz – trotz kurzfristiger Einladung. Das zeigt für ihn: „Das Thema Reformpädagogik spricht die Eltern an.“

Doch die Verbindung zur Frage um den Schulstandort Steinbergen ist gegeben. Auch Sascha Gomolzig – Elternvertreter und CDU-Ortsratsmitglied in Steinbergen – wertet die Veranstaltung als Erfolg. Zwar ebenfalls für ganz Rinteln, doch er macht keinen Hehl daraus, dass er die Steinberger Schule als Standort bevorzugen würde: „Es wäre die ideale Lösung.“

830.000 Euro Sanierungsbedarf

Natürlich dürfe man nicht die Augen davor verschließen, dass dies Arbeit bedeute. Aber den Sanierungsbedarf von 830.000 Euro, der vom Bauamt kalkuliert wurde, sieht er nicht als Hindernis: Das sei „Quatsch“, und „davon muss man sich freimachen“.

Ebenso wie er sieht auch Ochs keine Konkurrenz zu den städtischen Schulen: Eine alternative Schule würde den Standort Rinteln stärken. Die nächsten Möglichkeiten seien schließlich erst die Waldorfschule in Minden oder das „Bildungshaus“ in Hannover.

Doch direkt in die politische Diskussion will Ochs das Nachdenken über alternative Schulkonzepte nicht eingebunden sehen. „Die Politik hat das Thema angestoßen, aber die Eltern müssten es jetzt fortführen.“

Doch Ochs sagt auch klar: „Wir wollen so schnell wie möglich Nägel mit Köpfen machen.“ Noch vor Ende der Sommerferien soll es ein „Arbeitstreffen“ mit Interessierten geben, um nächste Fragen und Schritte zu klären. Wo könnte die Schule stehen? Wer könnte der Träger sein?

Nur SPD in Opposition zur Steinberger Schule

Gomolzig sieht durch dieses Engagement politische Rückendeckung. Es sei gut, dass die Grünen das Thema aufgegriffen hätten. Zusammen mit grundsätzlicher Unterstützung von CDU und WGS ist laut Gomolzig nun „nur noch“ die SPD in der Opposition zur Steinberger Schule.

Spricht man mit dem CDU-Fraktionsvorsitzenden Veit Rauch, ergibt sich jedoch ein etwas anderes Bild: „Es ist nur dann eine reale Option, wenn sich ein Dritter als Träger findet.“ Und dieser lediglich den Wunsch habe, dass das Schulgebäude „aufgehübscht“ werde. An sich gebe es in der ganzen Frage keine neue Sachlage.

Das sieht auch Astrid Teigeler-Tegtmeier (SPD) so. Wenn es Eltern gebe, die sich der Sache annehmen wollten, „dann gerne“. Ansonsten habe die Politik Sommerpause – und sowieso sei es nicht Aufgabe von Politik oder Verwaltung, sich um ein alternatives Schulkonzept zu bemühen.

Gomolzig – der die Idee einer privaten Trägerschaft im Februar in den Steinberger Ortsrat gebracht hatte – will das Thema bald wieder in den politischen Gremien diskutiert sehen. Der Ortsrat könne nur unterstützen, doch „der Stadtrat muss dafür sorgen, dass der Standort erhalten bleibt“.

„Der Bedarf ist da“, sagt er. Wenn 50, 60 oder gar 70 Anmeldungen zusammenkämen, könnte man schon eine Schule gründen. Und vielleicht, sagt er, schon im nächsten Jahr.

Landeskirche: „Keine Anfrage“

Aus der Grundschule Steinbergen eine Schule in kirchlicher Trägerschaft machen – das ist eine Möglichkeit von vielen, die vor allem von der CDU immer wieder in der Diskussion um die Zukunft des Standorts angeführt wurde. Nachdem die Evangelisch-Lutherische Landeskirsche Schaumburg-Lippe auf Nachfrage unserer Zeitung schon im Mai abgewiegelt hatte, bezieht nun auch Landesbischof Karl-Hinrich Manzke klar Stellung: „Es gab weder Gespräche noch Zusagen“, und es habe „keine offizielle Anfrage an die Landeskirche“ gegeben. Dies sei in der Diskussion „schräg dargestellt“ worden, so Manzke.

Seine „Freunde von der CDU“ hätten angefragt, ja – aber inoffiziell. Daher könne die Landeskirche derzeit kein Signal geben, ob sie überhaupt an einer Trägerschaft der Schule interessiert sei, denn: „Wir hatten bislang keinen Anlass, uns mit dem Thema zu beschäftigen.“

Manzke mahnt die Beteiligten zur Einheit in dieser Frage: Es müsse einen gemeinsamen politischen Willen geben, einen einstimmigen Beschluss. Den sieht Manzke derzeit nicht. „Mein Eindruck ist: An der Frage des Schulstandorts entzündet sich der politische Streit.“ Auch bei anderen möglichen privaten Trägerschaften werde es vor diesem Hintergrund schwer, mutmaßt Manzke. mld

Mehr zum Vortrag: http://www.sn-online.de/Schaumburg/Rinteln-Auetal/Rinteln-Stadt/Erste-Interessenten-fuer-Montessori-Schule

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