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„Das Ding soll da nicht hin“

Schaumburg „Das Ding soll da nicht hin“

Für einige Anwohner kommt die Bürgerinformation zum geplanten neuen Feuerwehrgerätehaus Deckbergen-Schaumburg zu spät, für die Stadtverwaltung ist es gerade erst der Auftakt der abgestuften Bürgerbeteiligung.

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 Das Bau Grundstück an der Einmündung Ostendorfer Straße / B83.

Schaumburg. Nicht einmal eine Bauzeichnung gebe es bisher, so Baudezernentin Elena Kuhls vor gut 50 Versammelten im Dorfgemeinschaftshaus Schaumburg.

Anfangs ertönten immer wieder Zwischenrufe: „Das Ding soll da nicht hin.“ Besser aufgeklärt schienen die Wogen am Ende aber ziemlich geglättet.

Kuhls und die externe Planerin Christine Feller erläuterten den Planungsstand. Es geht darum, für den Bau auf bisherigem Ackerland (also von der Stadt günstig gekauft) im Flächennutzungsplan das Feuerwehrhaus auszuweisen und gleichzeitig einen Bebauungsplan dafür aufzustellen. Die Versammlung stelle eine frühe Bürgerbeteiligung dar.

„Zu spät“, meinten Zwischenrufer, denn die Entscheidung für den Standort sei ja schon gefallen. Kuhls erläuterte, warum drei andere Standorte aus dem Rennen sind: Am neuen Sportplatz ist zu wenig Platz, die leere (aber noch umzubauende) Halle im Industriegebiet steht nicht mehr zur Verfügung, und ein anderes dortiges Gelände hätte den Nachteil, dass die Feuerwehrleute bei Einsätzen immer erst die viel befahrene Bundesstraße überqueren müssten.

Da lachten zwar die Gegner, aber gerade diese viel befahrene B83 (Alte Heerstraße) wollten sie gern zum Einsatzlärm der Feuerwehr hinzuaddieren, um auf eine unzumutbare Belästigung zu kommen. „Das ging auch nicht“, wie Feller erklärte: „Die Bundesstraße ist mit ihrem Lärm schon da, die bekommt man nicht weg.“ Und Kuhls: „Wir bemühen uns, im Bebauungsplan mit Auflagen dafür zu sorgen, dass vom Feuerwehrhaus keine unzumutbare zusätzliche Störung ausgeht.“

Ortsbürgermeister Eckhard Hülm hielt den Kritikern entgegen: „Für die Bundesstraße gibt es zwar eine Umgehungstrasse im Flächennutzungsplan, aber bevor die im Bundesverkehrswegeplan eine Chance auf Realisierung hat, müsste erst einmal die Verkehrsführung B83/B238 in Steinbergen geklärt werden. Und das ist für die Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplans beantragt.“

Zum Lärmschutz soll das Feuerwehrgelände eingegrünt werden, die Baugrenzen liegen hinter einem Pflanzgürtel, erklärte Kuhls. Zu den beiden Wohnhäusern an der Ostseite werde es voraussichtlich keine Fenster geben. „Aber das Gelände ist doch bei Starkregen voller Wasser“, rief wieder ein anonymer Besucher dazwischen. Kuhls darauf: „Wir machen deshalb ein hydraulisches Gutachten und legen eine Regenwasserrückhaltemulde an – vor allem, um das durch die Versiegelung des Grundstücks anfallende Wasser abzufangen, bevor es dosiert in die Kanalisation abfließt.“

So blieb auch von Hauptkritiker Wolfgang Tegtmeier am Ende nur noch der Vorwurf, die Stadt informiere zu spät, aber scheinbar nur für diejenigen, die gern selbst Bauplätze ausweisen wollen und im bisherigen Außenbereich gern von der Planänderung durch Aufwertung ihrer Grundstücke profitieren würden. Das ging bisher nicht wegen des Außenbereichs und weil die Ostendorfer Straße eine Kreisstraße war, an der keine zusätzlichen Zufahrten erlaubt wurden. Jetzt ist sie eine Gemeindestraße, bald kein Außenbereich mehr. Über Zufahrten entscheidet nun die Stadt, nicht mehr der Landkreis.

Kuhls und Feller stellten klar, dass die Bürger noch mehrfach beteiligt würden. Vor den Sommerferien oder spätestens im September 2016 solle die Satzung für den Bebauungsplan im Rat beschlossen werden, kündigte Kuhls an. Mit den beiden betroffenen Feuerwehren werde bald über den genauen Bedarf gesprochen, um danach das Gebäude zu planen. Alle Pläne und Gutachten würden der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Kuhls geht davon aus, dass noch 2016 Baubeginn sein wird. 50.000 Euro stehen als erste Hälfte der Kosten bereits im Haushaltsplan 2016, der Rest ist eine Verpflichtungsermächtigung für 2017. Was aus den beiden bisherigen Feuerwehrhäusern wird, ist noch offen. In Schaumburg wohnt oben noch eine Mietpartei, in Deckbergen nicht mehr, teilte Deckbergens Ortsbrandmeister Ralf Bredemeier mit.dil

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