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Das Schwalbendorf

40 Nester im Reiterhof Das Schwalbendorf

Mehr als 50 Schwalbennester hat Claus Brandt in den Ställen des Reiterhofes gezählt. Nester, die zum Teil von den Schwalben selbst gebaut worden sind, und Kunstnester, die der Naturschutzbund (Nabu) zur Verfügung gestellt hat.

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Diese Seeschwalbe hat offenbar einen Fisch im Visier.

Quelle: Glawe

HOHENRODE. So viel Engagement hat der Nabu jetzt honoriert. Nick Büscher, Vorsitzender der Rintelner Naturschützer und stellvertretender Landesvorsitzender, überreichte dem Reiterhof in Hohenrode die Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“ samt Urkunde.

Es ist eine „Win-win-Situation“: Die Haus- und Rauchschwalben brüten geschützt in den luftigen offenen Ställen und fangen im Gegenzug Fliegen, Bremsen und andere Plagegeister der Pferde weg.

Viele Hausbesitzer mögen Schwalben nicht, weil sie Hauswände und den Boden verschmutzen. Eine Lösung, die auch Schulze-Brandt im Reiterhof umgesetzt hat, sind Kotbrettchen, die 70 Zentimeter unterhalb des Nestes angebracht werden und das Gros der Vogelhinterlassenschaften auffangen.

"Schwalben willkommen"

Mit dem von der niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung geförderten Projekt „Schwalben willkommen“ hat der Nabu in den vergangenen Jahren landesweit rund 2700 Plaketten vergeben.

„Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer“ – diesen Spruch kennt jeder. Und Büscher erinnert daran, dass kaum ein Vogel so viel menschliche Sympathie auf sich vereint wie die Schwalbe – vordergründig. Früher galten Schwalben als Boten des Glücks, die das Haus vor Feuer und Blitz sowie das Vieh im Stall vor Krankheiten bewahrten. Noch heute gilt die erste aus dem afrikanischen Winterexil zurückgekehrte Schwalbe bei vielen als Anzeichen dafür, dass die Freibadsaison nicht mehr weit ist.

Schwalben gehören wie Mauersegler und Haussperling zu den Kulturfolgern und sind aus den Dörfern und Städten gar nicht wegzudenken. Trotz dieser Anpassung zählen sie inzwischen zu den Sorgenvögeln des Naturschutzes. Der Schwalbenbestand in Niedersachsen wird geringer.

Schwalbennester sind gesetzlich geschützt

Das hat viele Gründe: Fehlende Nistplätze, fehlendes Nistmaterial, intensive Landwirtschaft. Während Hausbesitzer aus Angst vor der Vogelgrippe die Nester der Mehlschwalben zerstören, verschließen besorgte Bauern den Rauchschwalben ihre Ställe, um Hygieneanforderungen gerecht zu werden. Dabei gefährden die kühnen Flugakrobaten weder unsere Gesundheit noch die Lebensmittelsicherheit, betont der Nabu. Und viele Hausbesitzer vergessen eines: Schwalbennester dürfen nicht einfach zerstört werden, da sie gesetzlich geschützt sind.

Hohenrode hat übrigens in puncto Vogelwelt noch eine Besonderheit zu bieten: Flussseeschwalben. Vor zwei Jahren hat der Naturschutzbund mit Unterstützung des THWs in den Kiesteichen Flöße für Flussseeschwalben verankert.

Inzwischen sieht man sie häufig über den Teichen, die schlanken Vögel mit der charakteristischen schwarzen Kappe. „Der Bruterfolg ist eine Sensation“, sagt der Diplom-Biologe Thomas Brandt, der die Artenschutzmaßnahmen in der Auenlandschaft für den Nabu fachlich begleitet hat. Flussseeschwalben waren an der Oberweser seit gut 100 Jahren ausgestorben. „Wir haben gehofft, dass die Flussseeschwalben unsere Nisthilfen annehmen, aber dass die Flöße so schnell akzeptiert worden sind, hatten wir nicht erwartet“, sagt Brandt.

Unterwegs in der Natur

Wer Geduld, Zeit und ein Fernglas mitbrachte, konnte im Juli die Elterntiere beobachten, die die die hungrigen Schnäbel ihres Nachwuchses gestopft haben. Unentwegt waren die die geschickten Flieger auf der Jagd nach kleinen Fischen.

Flussseeschwalben legen sich mutig mit allen potenziellen Angreifern an, die sich zu dicht an die Brutflöße heranwagt, sogar mit dem Seeadler, der in einer gemeinsamen Aktion in die Flucht geschlagen wird.

Seit Anfang August sind die Brutflöße verlassen und werden nur ab und zu genutzt. Dafür sitzen die Seeschwalben gerne auf der Bojenkette des Freizeitvereins oder an Uferstellen ohne Vegetation. Im Herbst verlassen die Schwalben ihre Brutreviere, um in ihre Überwinterungsgebiete zu ziehen. wm

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