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„Das war wohl von oben so gelenkt“

Krankenhagen / Verabschiedung „Das war wohl von oben so gelenkt“

Nach 35 Jahren als Pfarrer der evangelisch-lutherischen Erlöserkirche Krankenhagen ist Pastor Helmut Syska am Sonntag feierlich in den Ruhestand verabschiedet worden. Dass der frischgebackene Pensionär seinen ganz persönlichen Ruhestand anders definiert als gemeinhin üblich, war vorauszusehen, spätestens als er und seine Ehefrau Sigrid im Oktober 2011 das Pfarrhaus kauften.

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 Nach 35 Jahren denken beide nicht wirklich an den totalen Ruhestand. Helmut und Sigrid Syska, sind bereit, in der Gemeinde auszuhelfen, wenn sie gerufen werden. Denn die 30 Schritte von der Wohnung bis zur Kirche sind für sie keine echte Entfernung.

Quelle: who

Krankenhagen (who). Gut 30 Schritte beträgt die Entfernung zwischen Kirchen- und Haustür. Unzählige Male ist Syska in den zurückliegenden 35 Jahren den Weg zwischen seinem Zuhause und „Arbeitsplatz“ gegangen. Allein dieser Zeitraum als Pastor in einer einzigen Gemeinde würde ihn schon zur Ausnahmeerscheinung machen. Wäre da nicht auch seine Vorgeschichte, die bereits seit seiner frühen Kindheit den Weg zum (Dorf-)Pastor, wie er im Buche steht, hätte aufzeigen können. Denn mehr als 30 Schritte von einer Kirche war er eigentlich nie entfernt. Schon als Vierjähriger sei er regelmäßig in die Gottesdienste der Margarethenkirche in Gehrden gegangen, erzählt er. „Ich konnte sogar ganz alleine gehen“, direkt und ohne über die Straße zu müssen. Genau so blieb es, nachdem er 1977 die erste und einzige Pfarrstelle seines Lebens in Krankenhagen antrat.

 Vorausgegangen war ein Studium in Göttingen, Anglistik fürs Lehramt, das auch zu seinem zweiten Wunschberuf als Lehrer hätte führen können. Nach dem anschließenden Studium von Griechisch und Hebräisch und „zwei sehr intensiven und guten Jahren im Vikariat in Hildesheim“ waren die Weichen für ein Leben als Gemeindepastor gestellt. „Das war wohl von oben so gelenkt“, glaubt Syska. Denn als junger Vikar in Hannover-Döhren (1975 bis 1977) lernte er seine spätere Ehefrau Sigrid kennen und lieben.

 Es lief auch weiterhin wie am Schnürchen. Als die Kirchengemeinde Krankenhagen einen neuen Pfarrer suchte, entschied sich der Gemeinderat gegen zwei ältere Mitbewerber und für das junge Ehepaar. „Das muss wohl alles von oben so gelenkt worden sein.“ Zwei Monate nach dem Einzug ins Pfarrhaus neben der Kirche waren die beiden nicht mehr allein; Tochter Stefanie wurde als das erste von fünf Kindern geboren. „Ich bin ein Familien- und Beziehungsmensch“, bekennt Syska, was für seine Ehefrau ebenso gilt wie für ihre Kinder. „Wir freuen uns auf unser viertes Enkelkind, das im Januar geboren werden soll.“

 Zugang zu Menschen jedweder Herkunft zu finden war für den Pastor nie schwer. „Ich bin ein Mensch, der gerne fröhlich ist und mit den Lachenden lachen und mit den Traurigen weinen können möchte.“ Und so ist es gewesen in mehr als drei Jahrzehnten – sei es auf der Kanzel, als Seelsorger (auch in der Notfallseelsorge), während des langjährigen Wirkens als Notfallseelsorger oder als Berufsschulpastor in Rinteln. Und nicht zuletzt für sein Engagement in der Diakonie wurde ihm zur Verabschiedung am Sonntag das Kronenkreuz in Gold des Diakonischen Werks verliehen. Dabei sind ihm seine Kontaktfreudigkeit und seine freundschaftliche Verbindlichkeit stets zu hilfreich gewesen. Der bekennende Hannover-96-Fan spielt aktiv Tischtennis beim TTC Volksen und war unter anderem lange Zeit mit seiner Ehefrau aktiver Tänzer bei der VT Rinteln. Syska ist eng mit den Vereinen seines Wahlheimat-Ortes verbunden.

 „Ich habe die Jugend immer als sehr nahe erlebt“, erzählt er vom Zusammensein mit Berufsschülern, aus ebenfalls 35 Jahren Religionsunterricht. „Damit ist mir sogar noch mein Wunsch, Lehrer zu werden, erfüllt worden.“ Konfirmanden – und dazu hat er ständig eine Gruppe von bis zu 15 Kindergottesdienst-Mitarbeitern ausgebildet, darunter auch die eigenen Kinder. Nicht zuletzt deshalb wird sein Sohn Daniel-Sebastian ebenfalls Pastor. Und mit Gundula Sievert wird ein ehemaliges Kindergottesdienst-Kind voraussichtlich Nachfolgerin als Pastorin in Krankenhagen – mit Teilzeitstelle.

 Ganz aufzuhören, das könne er sich nicht vorstellen. „Ich bin ein Mensch, der sich immer eine Beschäftigung sucht.“ Daher ist mit ihm auch weiterhin zu rechnen. Zum Beispiel, wenn eine Vertretung für einen Pastorenkollegen gebraucht wird.

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