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Denkmalgeschütztes Gebäude abgerissen

Kathrinhagen Denkmalgeschütztes Gebäude abgerissen

Von einer Nacht-und-Nebel-Aktion spricht Ortsvorsteher Manfred Spenner: Denn an einem Wochenende stand an der Kathrinhagener Straße, kurz vor Westerwald, noch ein altes Fachwerkhaus. Am nächsten Wochenende nicht mehr: Da war es abgerissen. Und zwar, sagt Spenner, ohne Genehmigung, dabei habe es sich doch um ein Haus unter Denkmalschutz gehandelt.

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Das Hauptgebäude rechts steht noch, das Nebengebäude ist weg; abgerissen, obwohl es unter Denkmalschutz gestanden hat. Deutlich zu sehen ist die noch offene Seite am Hauptgebäude. Links davon soll ein Güllelager gebaut werden.

Quelle: pr.

Kathrinhagen. „Es gab keine Abrissgenehmigung“, sagt Klaus Heimann, Dezernent beim Landkreis, und bestätigt auch, dass das Haus unter Denkmalschutz stand. Das hat der Eigentümer jedoch nicht gewusst, erklärt Heimann. Der Eigentümer habe das Grundstück mit den Häusern gekauft und dabei nicht gewusst, dass das jetzt abgerissene Nebengebäude mit dem noch stehenden Haupthaus unter Denkmalschutz stand. Nachbarn hätten während des Abrisses den Landkreis eingeschaltet, daher habe man das Gespräch mit dem Neubesitzer, einem Landwirt, gesucht und auch gefunden. Dieser habe sich „einsichtig gezeigt, so Heimann.

Und der Neueigentümer habe auch verstanden, das der Schaden „eingegrenzt“ werden müsse, dass also das Hauptgebäude stehen bleiben müsse und dort, wo es jetzt offen stehe, weil es dort mit dem Nebengebäude verbunden war, wieder geschlossen werden. Heimann: „Das haben wir sehr deutlich gesagt.“ Über eine Ordnungswidrigkeit könnte man Heimann zufolge nachdenken, weit wichtiger sei es, dass das Hauptgebäude erhalten bleibt. Aus Sicht des Denkmalschutzes stünde die Beseitigung des Schadens an allererster Stelle. Sollte sich der Neubesitzer an die Abmachung halten, dürfte die Angelegenheit damit erledigt sein.

Der Landwirt wollte im hinteren Bereich der Hofstelle ein Güllelager bauen, sieben Meter hoch, 32 Meter Durchmesser. Dem entsprechenden Antrag hat der Landkreis 2014 eine Baugenehmigung erteilt, allerdings nur unter dem Vorbehalt, dass noch ein Bodengutachten eingeholt wird. Das Gutachten ergab dann allerdings, dass der auserkorene Platz nicht infrage kommt, der Boden war nicht fest genug, sagt Heimann. Damit hatte sich der Bau des Güllelagers an diesem Platz erledigt. Daraufhin habe der Landwirt einen zweiten Antrag gestellt, das Antragsverfahren laufe zurzeit.

Spenner ist besorgt, denn dort habe sich früher die Hausmülldeponie der Kathrinhäger befunden. Obwohl das Antragsverfahren noch läuft, wird der Güllebehälter neben dem abgerissenen Haus nicht gebaut. Heimann: „Wir haben ihm deutlich nahegelegt, über einen anderen Standort nachzudenken.“

Bei dem Baudenkmal gebe es eine Erhaltungspflicht nach dem Denkmalschutzgesetz, das Erscheinungsbild dürfe also nicht beeinträchtigt werden, erklärt Franziska Böger, die Denkmalschutzbeauftragte beim Landkreis. Und zwar im Rahmen der wirtschaftlichen Zumutbarkeit. Das heißt, so Böger, es werde für die gesamte Hofstelle berechnet, wie wirtschaftlich sie sei. Und es müsse grundsätzlich nicht mehr investiert werden, als der Besitzer Einnahmen von der Hofstelle hat.

Ein offenes Dach, so nennt Böger ein Beispiel, müsse also nicht durch denkmalgeschützte Ziegel abgedeckt werden, sondern es reiche völlig aus, es so zu schließen, dass kein Schaden entstehe.

Und wenn sich für das Gebäude keine Nutzungsperspektive zeigt? Das sei eine Frage der Zeit, erklärt Böger. Möglicherweise habe das Gebäude keine Nutzungsperspektive, aber das könne in ein paar Jahren ganz anders aussehen.

In der jüngsten Bauausschusssitzung teilte die Verwaltung jedoch mit, dass der Denkmalschutz des Landkreises einen Antrag auf Abriss eines Gebäudes abgelehnt habe. Der Neueigentümer hatte einen Abrissantrag nachgereicht. Nur das Gebäude war da schon weg. fw

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