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Der BÜP: Warten auf den Zug

Arbeitseinsatz in Deckbergen Der BÜP: Warten auf den Zug

Eine Großbaustelle am Bahndamm zwischen Deckbergen und Welsede erfordert neben dem nächtlichen Arbeitseinsatz der Baggerfahrer und Maschinenführer auch den Einsatz von BÜPs, Bahnübergangsposten, die rund um die Uhr die von der Baustelle betroffenen Bahnübergänge sichern müssen.

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Das Schlammloch unter den Gleisen wurde in Nachtarbeit beseitigt.

Quelle: jan

Deckbergen. Der BÜP – was für ein Job! Theo Bergmann würde in der TV-Serie „Die härtesten Jobs der Welt“ eine gute Figur machen. Der Hannoveraner ist einer von drei Bahnübergangsposten (BÜP), die seit Montag vergangener Woche, seit Einrichtung der Großbaustelle am Bahndamm zwischen Deckbergen und Welsede (siehe Kasten) Tagschicht in der Pampa machen.

Schrankenwärter ohne Schranke

Er sitzt, bei diesen Temperaturen doppelt warm eingepackt, tagein, tagaus in seinem engen Dienstwagen, von 9 Uhr morgens bis abends um neun. Auf dem Beifahrersitz: Telefon, Abhakliste für die Züge, Wurstbrötchen, Thermoskanne. Hin und wieder wirft der BÜP einen Blick auf den Bahnübergang in der Kleinenwiedener Straße und wartet auf den nächsten Zug. Bergmann ist Bahnübergangsposten, Schrankenwärter ohne Schrankenwärterhäuschen – und ohne Schranke. Die ist nämlich außer Betrieb, abgeschaltet, stillgelegt und in Folie gepackt. Und damit nichts Schlimmes passiert, wenn der Zug kommt, sitzt Bergmann neben seinem Telefon und wartet, liest nebenbei ein Buch, isst mal was Selbstmitgebrachtes und freut sich auf den Zug und auf den Feierabend um 21 Uhr. Einzige wirkliche Abwechslung bei der Warterei auf den „Weckruf“ aus der Zentrale ist, wenn endlich mal wieder ein Zug kommt. Dann legt der BÜP den Roman beiseite, macht einen Haken auf der Liste und steigt aus dem Auto.

„Der ist jetzt gerade eben in Rinteln losgefahren“, sagt er und meint den Zug, geht über die Straße, nimmt das lose Ende des rot-weißen Ziehharmonika-Absperrschlauchs und befestigt es am Andreaskreuz auf der anderen Straßenseite. Dann das Ganze noch mal am anderen Ende des Bahnübergangs. Ein Bus kommt, bleibt stehen, dann noch ein Auto – hat sich also gelohnt, die ganze Arbeit. Kaum hat der Zug mit 120 Stundenkilometern die Kleinenwiedener Straße überquert, gibt der BÜP den Bahnübergang wieder frei.

"Das ist meine Arbeit"

„Wenn nachts der Bagger auf dem Gleis hin- und herfährt“, erläutert Bergmann, „würden die Kontaktschleifen verrückt spielen, und die Anlage würde sich irgendwann notabschalten. Deswegen machen wir das lieber vorher und stellen einen BÜP hin, der die Schranke ersetzt.“ Und wenn ihm mal schlecht wird oder sonst was ist? Dann merke ja die Zentrale, dass er nicht ans Telefon gehe, und sage dem Lokführer Bescheid. Der bremse dann den Zug vorm Bahnübergang so stark ab, dass er nach drohender Gefahr Ausschau halten könne. Ach so. Und was ist das Schlimmste an seinem Job? Die Langeweile oder die Kälte? „Gar nichts“, sagt Bergmann und grinst: „Das ist meine Arbeit. Und außerdem, ich hab’ ja noch Glück.“ Er meint wohl seinen Kollegen, der ihn abends um 21 Uhr ablösen wird und dann die ganze Nacht bis morgens früh um neun allein im Dienstwagen neben dem Bahnübergang sitzt und wartet und wartet und wartet…

Der Zug kommt: Theo Bergmann schließt den Bahnübergang auf der Klei-nenwiedener Straße in Deckbergen. Ein Zug passiert den unbeschrankten Bahnübergang „In der Rehre“ in Deckbergen“. Im Hintergrund sind Baufahrzeuge zu sehen, die tagsüber „Pause machen“ und erst in der Nacht wieder zum Einsatz kommen. Der BÜP, ein Kollege von Theo Bergmann, wartet, bis das Gleis wieder frei ist. jan

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