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„Die Kirche wird demokratischer“

Neun Jahre nach der Fusion „Die Kirche wird demokratischer“

„Vielen Dank für die offene Tür und die Ruhe“ kann man im Gästebuch der Petri- und Andreae-Kirche in Hohenrode lesen. Auch Grüße von Pilgern findet man dort, denn Hohenrode liegt an einem Nebenweg des Loccum-Volkenroda-Pilgerpfades. Für diese Besucher liegt jetzt ein Stempel für den Pilgerausweis bereit.

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Kirchenvorstandsmitglied Lothar Sievers mit dem alten Wetterhahn der Kirche.

Quelle: cm

Hohenrode.. Der Eintrag „Dank Geocaching konnten wir diese schöne Kirche besuchen“ zeigt, dass auch moderne Trends helfen können, eine kleine, alte Dorfkirche aus dem 12. Jahrhundert bekannter zu machen. Dass die Hohenroder Kirche so viele auswärtige Besucher verzeichnen kann, ist ein Erfolg des Konzepts „Offene Kirche“.

 Von Ostern bis Weihnachten bleibt die Kirchentür tagsüber unverschlossen. „Wir haben sehr gute Erfahrungen mit dieser vertrauensvollen Haltung gemacht“, berichtet Lothar Sievers, seit 26 Jahren Mitglied im Kirchenvorstand. „Es wurde in der ganzen Zeit nichts kaputt gemacht und nichts gestohlen. Man muss aber dazusagen, dass wir auch sehr aufmerksame Nachbarn an der Kirche haben. Wenn die den Riegel der Kirchenpforte klappern hören, schauen sie schon mal nach dem Rechten.“

 So alt, wie das Kirchengebäude ist, so jung ist die Gemeinde, die sie nutzt. Seit 2006 besteht die Fusion der beiden Kirchengemeinden Exten und Hohenrode. Die Zusammenarbeit mit der Extener Gemeinde sei manchem Kirchenmitglied anfangs schwergefallen, erzählt Sievers. Aber er erlebe mittlerweile einen Prozess des Zusammenwachsens. Alle Aktivitäten der Gemeinde, wie etwa der Frauen- oder Posaunenchor, die Gitarrengruppe und das Gemeindetreffen würden von Mitgliedern aus beiden Orten gestaltet. Die Gottesdienste finden abwechselnd in Exten und Hohenrode statt. Im Winter wird der Hohenroder Gottesdienst in der Pfarrscheune gefeiert. Ein Tribut an die Energiekosten. Die alte Kirche mit ihren meterdicken Mauern ist sehr schwer beheizbar. Einzig Feste wie Konfirmation und Goldene Konfirmation blieben an den Ort gebunden und würden in der „eigenen“ Kirche gefeiert. Auch gemeinsame Fahrten stehen auf dem Programm der jungen Gemeinde. Dieses Jahr soll es für fünf Tage ins Allgäu gehen, berichtet Sievers.

 Überall haben die Kirchengemeinden mit Nachwuchssorgen und Kirchenaustritten zu tun. Es sei daher sehr wichtig, Angebote für die unterschiedlichen Bedürfnisse von jüngeren und älteren Gemeindemitgliedern zu machen.

 Ein Pastor sei heute für viel mehr Menschen zuständig und könne „seine Schäfchen“ längst nicht mehr so persönlich begleiten, wie das früher einmal war. „Früher fuhr unser Pastor mit, wenn die Gemeinde verreiste. Und er war eine Autorität. Mit ihm wurde nicht diskutiert“, erinnert sich Sievers. Heute müssten Pastoren viel von ihren ursprünglichen Aufgaben delegieren. So gibt es heute eine Gruppe, die älteren Gemeindemitglieder zum Geburtstag gratuliere. Nur bei hohen, runden Geburtstagen komme noch der Pastor selbst. Mehr Verantwortung, aber auch mehr Mitgestaltungsmöglichkeit für Vorstand und Gemeindemitglieder seien auf der positiven Seite der Entwicklung in den vergangenen Jahren zu verzeichnen. „Die Kirche wird demokratischer“, so Sievers.

Von Claudia Masthoff

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