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Geteilte Meinungen

Diskussionen um Entlastungsstrecken für Steinbergen Geteilte Meinungen

34000 Autos, darunter 4000 Schwerlaster täglich, sind zu viel, und der Knotenpunkt der Bundesstraßen muss aus Steinbergen raus. Das ist zurzeit wohl der einzige letzte gemeinsame Nenner, auf den sich Bürger in und um Steinbergen noch einigen können.

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In Feierlaune trotz Widersprüche: Der SPD-Landtagsabgeordnete Karsten Becker (von links), BIOS-Sprecher Jens Wienecke, Musiker Lazlo Rac und Ortsbürgermeister Heiner Bartling.

Quelle: wm

S. Ansonsten driften die Meinungen über mögliche Trassenführungen für die geplanten Umgehungsstraßen B83 und B238 weit auseinander. Das konnte auch die Gartenparty im Prinzenhof nicht übertünchen.

 Gitarrenlehrer und Musiker Lazlo Rac zupfte „Griechischer Wein“, die BIOS (Bürgerinitiative Ortsumgehung Steinbergen) hatte 50 Liter Bier spendiert, auf dem Grill brutzelten die Bratwürste, und die Sonne versank malerisch hinter den Büschen und Bäumen. Das war es dann aber schon mit der Idylle.

 Es sind die möglichen geplanten Trassen, die den Bürgern im Magen liegen. Engerns Ortsbürgermeister Dieter Horn machte unmissverständlich klar, weder die südliche noch die nördliche Trasse für die B83-Umgehung werde mit ihm zu machen sein. Es könne nicht sein, dass die Steinberger entlastet, die Bürger von Engern und Ahe aber belastet würden. Im Übrigen durchschneide diese Trasse ein real existierendes Naturschutzgebiet. Diesbezüglich hatte auch Nick Büscher, Vorsitzender des Nabu Rinteln, bereits sein Veto eingelegt.

 Für die rund 50 Anlieger rund um die Bergstraße meldete sich Markus Schwenk zu Wort. Eine Trassenführung der B238 parallel zur Bergstraße über den Messingsberg? Das komme nicht in Frage. Dann werde sich eine weitere Bürgerinitiative gründen, „die, wenn es sein muss bis vor das Bundesverwaltungsgericht klagt. Sie können sich ausrechnen, wie lange das dauert“. Schon aus dieser Perspektive könnte die Stadt Rinteln bei ihrer Machbarkeitsstudie diese Trassenführung ausklammern. Unausgesprochen blieb, was er konkret meinte: Akzeptiert wird nur ein Tunnel.

 Steinbergens Bürgermeister Heiner Bartling versuchte, zu retten, was zumindest an diesem Abend nicht zu retten war. Er appellierte, erst einmal das Machbarkeitsgutachten abzuwarten. „Der Bund wird das Geld dahinschieben, wo sich die Bürger einig sind.“

 Auch der SPD-Landtagsabgeordnete Karsten Becker vermied es, Öl ins Feuer zu gießen, und sicherte BIOS grundsätzlich seine Unterstützung zu. Das Geld für die Planung komme vom Land, der Bundesverkehrsminister habe signalisiert, auch das Geld für die Projekte des „vordringlichen Bedarfs“ im Bundesverkehrswegeplan sei da. Auf einen Zeitraum, wann es losgehen könnte, wollte sich Becker nicht festlegen.

 BIOS-Sprecher Jens Wienecke freute sich über die Top-Einstufung der Umgehungen im Bundesverkehrswegeplan („Unser erstes Ziel ist erreicht“). Er sieht als Vorbild Marienau, wo man acht Jahre für eine Umgehung gekämpft hat. Jetzt ist mit dem Bau begonnen worden.

 Skeptiker hielten ihm die Nordumgehung von Bad Oeynhausen entgegen, die 25 Jahre lang geplant, deren Fertigstellung im Herbst dieses Jahres jetzt erneut durch ein Gerichtsverfahren verzögert worden ist.

 Wienecke hoffte auf eine weitere Höherstufung der Steinberger Entlastungsstraßen über den „vordringlichen Bedarf“ hinaus. Denn es gibt noch ein „E“. „E“ gleich Engpass. „Keine Chance“, bedauerte Bernd Hugo vom Landkreis sofort, Engpässe im strengen Sinn der Definition sei Steinbergen nicht, habe das Straßenbauamt mitgeteilt.

 Nach dem offiziellen Teil haben wir unter Zusicherung, niemanden namentlich zu zitieren, Politiker wie Experten um ihre Einschätzung gebeten. Ergebnis: Für die Umgehung der B238 werde sich wohl eine Lösung finden lassen, mit der alle leben können. Für die Umgehung der B83 sei das nach Stand der Dinge kaum möglich. wm

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