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Dorfmittelpunkt oder Sportheim: Chance für beides

Krankenhagen / Turn- und Sportverein Dorfmittelpunkt oder Sportheim: Chance für beides

CDU und SPD streiten, wie es mit dem Sport in Krankenhagen weiter gehen soll. Sportheim am Thingplatz nur notdürftig für 100000 Euro sanieren und dem TSV Krankenhagen ansonsten die Mitnutzung eines angedachten Dorfzentrums auf dem bisherigen Raiffeisengelände anbieten, so war die Beschlusslage im Finanzausschuss.

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Hermann Stoevesandt und Peter Bekricht von der Bürgerstiftung lassen sich beim Rehasport für Kinder neu beschaffte Übungsmatten vorführen.

Quelle: tol

Krankenhagen (dil). Doch wird das dem Verein gerecht, der viele Jahre kleine Brötchen backen musste, keinen zweiten Sportplatz bekam und dennoch nach eigenen Angaben rund 800 Mitglieder hat? Und welche Lösungschancen gibt es?

 Erst einmal zum TSV: Der Verein wird nächstes Jahr 100 Jahre alt und hat etwa 800 Mitglieder in den Sparten Fußball, Turnen, Gesundheitssport, Cheerleading, Boule, Ju-Jutsu und karnevalistischer Tanzsport. Das eine Herz des Vereins schlägt am Thingplatz, das andere in der Sporthalle, aber nicht nur der in Krankenhagen, sondern wegen Hallenengpässen beim Rehasport auch in der Pestalozzischule und der ehemaligen Hauptschule am Ostertor in Rinteln.

 Gestern haben sich Peter Bekricht und Hermann Stoevesandt vom Vorstand der Bürgerstiftung Schaumburg über ein seit Jahren immer stärker gewachsenes Standbein des TSV informiert: Gesundheits- und Rehasport sowie die Sportförderung bei Grundschülern mit motorischen Schwächen.

 Christel Struckmann, stellvertretende Vorsitzende des TSV, ist inzwischen ausgebildete Übungsleiterin für Rehabilitations- und Präventionssport. Nancy Heßberger und Ulrike Hake haben sich ebenfalls auf diesem Gebiet ausbilden lassen, Solveig Böttke tut es ihnen demnächst nach. Mit dieser Kompetenz bieten sie Rehasport für Kinder und Jugendliche mit Übergewicht sowie „Rückenfit für Jugendliche“ an. Für Erwachsene gibt es Rehasport Wirbelsäule und nach Krebs. Ein Angebot für Diabetiker soll hinzukommen. Allein bei Kindern und Jugend gibt es rund 60 Teilnehmer in vier Gruppen, und sie kommen bis aus Bösingfeld, Minden, Obernkirchen, Hessisch Oldendorf und Vlotho.

 Der Sportförderunterricht (je zwei Stunden pro Woche für die 1., 2., 3. und 4. Jahrgänge) für die Grundschüler wird derzeit für acht bis zehn Schüler gegeben. Konrektorin Heike Schorling weiß, dass die Kinder davon auch im normalen Unterricht, vor allem dem mit Zahlen, profitieren. Und Struckmann bringt das auf den Punkt: „Wer schneller reagiert, kann besser kombinieren.“

 Bekricht erklärte, dass die Bürgerstiftung mit 2100 Euro jährlich die Honorare für die Übungsleiterstunden und Anschaffungen von geeigneten Geräten fördert. Zu den Förderunterrichtsstunden steuert die Stiftung 1500 Euro für Geräte bei, die eigentlich für den Behindertensport entwickelt werden. Die Unterstützung läuft schon fünf Jahre, so Bekricht.

 Die jüngste politische Diskussion kann Strickmann nicht nachvollziehen. Statt entweder oder müsse es sowohl als auch heißen, wenn es um die beiden TSV-Standort geht. Die sanitären Zustände im Sportheim seien katastrophal, sogar Schimmel mache sich dort an den Wänden breit. Die von SPD und Grünen avisierten 100000 Euro für die Sanierung würden nicht reichen.

 Aber Struckmann hält wie Schorling den Gedanken an einen ausgebauten Dorfmittelpunkt neben Schule und Turnhalle auf dem Raiffeisengelände für sehr sinnvoll. Dann bräuchten die Übungsleiter nicht mehr mit ihren Gerätschaften den Reha-Sportstunden in der Ex-Hauptschule und Pestalozzischule transportieren. Für Sportangebote an ältere Einwohner wäre das Ortszentrum ohnehin günstiger. Und wenn man dann sogar noch der Feuerwehr eine neue Bleibe bieten könnte, alles ideal, aber bezahlbar?

 In der CDU habe man sich so vehement gegen die nur 100000 Euro für das Sportheim ausgesprochen, weil man nicht an die Übernahme des Raiffeisengeländes glaube, teilte Thorsten Kretzer, Vorsitzender der CDU-Stadtratsfraktion, auf Anfrage mit. Und Zweifel habe die CDU auch, ob sich in Krankenhagen ein Trägerverein für ein Dorfzentrum bilden lasse.

 Einen Zweifel zerstreute gestern auf Anfrage Volksbank-Vorstand Joachim Schorling. Die Bank sei sehr an einer Nachnutzung interessiert, würde die nicht mehr benötigten Gebäude auch abreißen und im Einvernehmen mit der Stadt sogar selbst investieren. Aber Gespräche habe mit der Volksbank noch niemand geführt.

 Immerhin gibt es abseits vom öffentlichen Streit Gespräche unter den Ratsfraktionen, um die Gräben bei der Haushaltsdebatte nicht zu tief werden zu lassen. Ob dabei eine Einigung für Krankenhagen erzielt wird, ist offen.

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