Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
Durch den Berg oder ins Wesertal?

BI erneuert Kritik an Verkehrssituation in Steinbergen Durch den Berg oder ins Wesertal?

„23.000 Autos täglich sind zu viel.“ Dieser Vorwurf der Bürgerinitiative Ortsumgehungen Steinbergen (BIOS) wirkt mittlerweile wie in Stein gemeißelt.

Voriger Artikel
„Eltern haben immer weniger Interesse“
Nächster Artikel
Feuerwehr auf dem Prüfstand

Bei der Neugestaltung der Steinberger Kreuzung sollen 2017 auch die Fahrbahnschäden wie Spurrillen auf den Zufahrten beseitigt werden.

Quelle: dil

Steinbergen. Niemand zweifelt mehr an der Notwendigkeit, für den einstigen Luftkurort eine Verkehrsentlastung zu schaffen, denn zwei Bundesstraßen kreuzen sich dort, der Verkehr verpestet die Luft, der Lärm strapaziert die Nerven. Nächstes Jahr soll der Verkehrsfluss verbessert werden, aber das ist eher Kosmetik. Für die Umgehung im Zuge der B238 gibt es schon eine Machbarkeitsstudie, für die B83 besteht inzwischen zumindest mittelfristig Hoffnung.

 Am 11. August vergangenen Jahres hatte die BIOS bei der Stadt Rinteln eine Machbarkeitsstudie für die Umgehung im Zuge der B83 beantragt. Inzwischen hat ein Gespräch zwischen Bürgermeister Thomas Priemer, Landrat Jörg Farr und Markus Brockmann von der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Geschäftsbereich Hameln, stattgefunden. Brockmann: „Die Studie macht Sinn, so oder so, ist aber kurzfristig nicht zu haben. Sie würde das Ergebnis des Bundesfernstraßenbedarfsplans auch nicht mehr beeinflussen, sondern höchstens dessen Fortschreibung in frühestens zehn Jahren. Stadt und Landkreis überlegen immerhin, ob sie das nicht anschieben wollen. Das macht Sinn, weil man dann eine Trasse im Flächennutzungsplan ausweisen und somit andere Nutzungen des Gebiets verhindern könnte. Bezahlen müssten diese Studie Stadt und Landkreis allein.“

 Für die B83 gibt es bisher im Flächennutzungsplan nur eine Trasse als Fortsetzung der Umgehung von Hessisch Oldendorf südlich von Deckbergen und dann vor Gut Echtringhausen in die B83 einmündend. Damit wäre Steinbergen aber nicht geholfen. Wie geht es also weiter? „Eine schöne Idee wäre, durchs Wesertal zu gehen und an die B238 anzubinden, oder man müsste durch den Kamm des Wesergebirges, aber das will bisher ja auch niemand.“

 Rintelns Baudezernentin Elena Kuhls betont, dass es aber zunächst eine Variantenuntersuchung geben müsse, bevor man dann die Machbarkeit der bevorzugten Trasse prüfen lässt. Und dazu müsse auch zunächst die Entscheidung des Bundes über die B238 abgewartet werden. „Wir haben aber schon 60000 Euro für die Variantenuntersuchung in den städtischen Haushaltsplan dieses Jahres eingestellt“, so Kuhls. Es geht also voran.

 Für die Bundesstraße 238 gibt es diese Machbarkreisstudie schon, vor Jahren auf eigene Kosten in Auftrag gegeben von der Stadt Rinteln. Anvisierte Lösung: ein Trog westlich der Bebauung von Steinbergen im Berghang mit Anbindung an die B83 westlich der jetzigen Kreuzung. Nicht billig (etwa 20 Millionen Euro), nicht unumstritten, aber immerhin vorstellbar und kalkuliert. So liegt diese Studie dem Land Niedersachsen vor, dass die Trasse für die Fortschreibung des Bundesfernstraßenbedarfsplans ab diesem Jahr vorgelegt hat (wir berichteten). Noch im ersten Quartal dieses Jahres werden in Berlin Entscheidungen darüber erwartet. Erhofft wird die Aufnahme in den vordringlichen Bedarf, was einen Bau in den nächsten zehn Jahren erwarten ließe.

 „Es würde mich freuen, wenn die Stadt und der Landkreis bereits gemeinsam die Sache vorantreiben“, teilt Jens Wienecke von BIOS mit. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass es zu spät ist. Denn auch das Straßenbauamt in Hameln hatte geäußert, dass ein Ausbau der B238 immer auch im Zusammenhang mit der B83 gesehen werden muss.“

 Viel näher liegt dagegen der Umbau der Steinberger Kreuzung. Eigentlich sollte er schon in diesem Jahr dran sein, doch die Sperrung der Ortsdurchfahrt Todenmann mit Umgehungsverkehr auch über Steinbergen ließ davon abrücken. „Wir bereiten jetzt das Planfeststellungsverfahren vor“, sagte Brockmann. „Der Antrag wird dann dem Landkreis Schaumburg vorgelegt. 1,3 Millionen Euro soll die Maßnahme kosten, und Geld ist genug da. Baubeginn ist für Mai vorgesehen, die Bauzeit dürfte etwa vier Monate betragen.“

 Geplant ist dort, aus allen vier einmündenden Richtungen Fahrbahnschäden zu reparieren. Am wichtigsten ist aber das Anlegen einer zweiten Linksabbiegerfahrspur aus Richtung Rinteln in Richtung Autobahn, wo es auf der B83 ja ohnehin sofort zwei Fahrspuren gibt. Bisher staute sich auf der Bundesstraße238 der Verkehr oft weit zurück, weil es nur eine Abbiegespur gab.

 „Geradeaus in Richtung Buchholz verbleibt eine Fahrspur. Die von dort kommende Linksabbiegespur wird etwas nach links verschwenkt, um sich von links abbiegenden Gegenverkehr in Richtung Autobahn stärker zu trennen“, kündigt Brockmann an. dil

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg