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Eggersmann baut Reitzentrum

Rinteln/Eisbergen Eggersmann baut Reitzentrum

Wenn Heinrich Eggersmann beschlossen hat, ein Projekt anzupacken, dann richtig. Eggersmann will mit seiner Tochter Friederike und deren Lebensgefährten Lukas Wappler aus dem ländlich bescheidenen Reiterhof zwischen Möllenbeck und Eisbergen ein Reit- und Ausbildungszentrum machen – mit einem Zuchtstall sowie einem Trainingsgelände für Dressur- und Springreitern.

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Haben in Eisbergen zusammen viel vor: Friederike Eggersmann und Lebensgefährte Lukas Wappler.

Quelle: wm

RINTELN/EISBERGEN. Scherzhaft verrät er, er habe ohnehin keine Wahl gehabt, wollte er seine Tochter wieder zurück nach Rinteln holen. Diese hat nämlich im Reit-Internat an der Prinz-von-Homburg-Schule in Neustadt/Dosse mit angrenzendem brandenburgischen Haupt- und Landesgestüt ihr Abitur gemacht, dort ihren Freund und Lebensgefährten Lukas Wappler kennengelernt und sich schon ernsthaft überlegt, in Berlin zu studieren und dort zu bleiben.

 Dazu muss man wissen: In Neustadt an der Dosse wird die Elite des deutschen Reiternachwuchses ausgebildet, Reiten ist ein Schulfach wie Mathe und Englisch – und natürlich gibt es auch ein „Reiterabitur“.

Noch ist die Reitanlage in Eisbergen nur gepachtet, doch die Kaufverträge seien unterschriftsfertig, die Pläne für den Ausbau der Anlage genehmigt, so Eggersmann. Auf dem Hof gebe es zwar Sanierungsbedarf, aber das Gelände sei ideal – nicht zu weit von Rinteln entfernt sowie viel Platz und Weiden darum herum.

Große Ziele für die Anlage

Das Reitzentrum soll alles bekommen, was ein Profibereiter und ambitionierter Turnierreiter braucht. Es soll ein Ort sein, wo man Pferde züchten und junge Pferde ausbilden kann, sagen Heinrich und Friederike Eggersmann. Das bedeutet: Spring- und Dressurhalle, genügend Paddocks und Außenplätze, ein neuer Stall für 40 Pferde, ein Zuchtstall, ein Aufzuchtstall und ein Laufstall für junge Pferde, dazu eine Führanlage.

Und Eggersmann hat weitere Pläne: Er will einen Springparcours aufbauen und kann sich vorstellen, den Hamburger Derbyplatz mit Hügel, Wall und Teichanlage nachzugestalten: „Wo findet man heute schon noch grüne Plätze, wo Reiter und Pferde trainieren können?“ Die Besonderheit der Anlage wären dann eine Pension und ein Restaurant mit Terrasse und Blick auf den Springplatz.

Die Familie Eggersmann hat als Hersteller von hochwertigem Pferdefutter für alle Rassen und jede Form des Reitsports weltweit einen Namen, sogar Scheichs in Dubai füttern ihre edlen Pferde mit ausgewählten Müslis aus dem Weserbergland.

Zucht und Reiten im "großen" Sport

Friedericke Eggersmann ist inzwischen mit ihren Siegen in der S-Klasse ebenfalls in der Reiter-Elite angekommen, ihr Lebensgefährte arbeitet sogar als Profi. So haben schon bekannte Trainer wie Torben Köhlbrandt signalisiert, zu Kursen nach Eisbergen kommen zu wollen, eine Tierklinik hat ebenfalls angefragt.

Und Eggersmann will dort eine eigene Zucht aufbauen. Sechs eigene Pferde sind bereits in Eisbergen angekommen, bald sollen es zehn sein. Warmblutrassen, Hannoveraner, Rheinländer, Brandenburger, Holsteiner.

Friederike hat ihren Trainer B mit Auszeichnung bestanden, bereits in Neustadt als Reiterlehrerin und Trainerin gearbeitet und will das in Eisbergen fortsetzen. Dann wartet auf sie noch das Landwirtschaftstudium in Osnabrück. Selbstverständlich will sie auch im „großen“ Sport weiter mitmischen und sucht dafür auf ihrer Homepage noch Sponsoren. Ihr Terminkalender dürfte in den nächsten Jahren also ziemlich voll werden.

Mit dem Wohnmobil unterwegs

Weil Friederike Eggersmann und Lukas Wappler bei ihren Pferden sein wollen, das Wohnhaus aber noch nicht bezugsfertig ist, haben sie im Turnier-Truck Quartier bezogen. Dieser ist wie ein Wohnmobil mit allem eingerichtet, was man braucht.

Weil es Arbeit an allen Ecken und Enden gibt, sogar eigenes Heu ist schon eingefahren worden, packt jeder mit an. Auch der Chef setzt sich dann selbst auf den Traktor. Dabei hat Eggersmann als Unternehmer seine eigenen Baustellen. In der Nordstadt wird eine neue Lagerhalle gebaut, das Werk am Galgenfeld erweitert.

Letzte Frage an Friederike Eggersmann: Ob sie in Rinteln etwas vermisst, was sie in Neustadt hatte? „Ja, die endlosen Sandwege, wo man einfach mal eine große Strecke durchgaloppieren konnte.“ Antwort ihres Vaters, nur halb im Scherz: „Bauen wir – bis zur Ellerburg.“ wm

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