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Ein Beitrag zum gesellschaftlichen Frieden

Steinbergen / Zehn Jahre Haus der Weltreligionen Ein Beitrag zum gesellschaftlichen Frieden

Die erste Idee ist nicht immer die Beste – das hat Peter Neumann in den vergangenen zehn Jahren eindrucksvoll erleben dürfen. Der Superintendent im Ruhestand ist Vorsitzender des Vereins zur Förderung des Hauses der Weltreligionen und gleichzeitig auch so etwas wie der geistige Vater der Institution im Erlebnispark „Steinzeichen Steinbergen“.

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Peter Neumann, Vorsitzender des Vereins zur Förderung des Hauses der Weltreligionen.

Quelle: tol

Steinbergen (jaj). War er es doch, der die Idee zu einem Haus hatte, das alle Religionen miteinander verbindet und in diesem Jahr bereits seinen zehnten Geburtstag feiert. Dabei hatte er eigentlich etwas ganz anderes vorgehabt.

 Ursprünglich hatte Neumann nämlich Anstrengungen unternommen, auf dem Gelände eine Kirche aufzubauen, in der Reisende von der A2, Gäste des Parks, aber auch Bewohner der Umgebung einen Ort der Ruhe und des Friedens finden können. Dieser Plan scheiterte jedoch am Widerstand kirchlicher Stellen. „Das Walten einer höheren Weisheit“, ist sich Neumann heute sicher. Denn wäre die Kirche entstanden, gäbe es kein Haus der Weltreligionen. Und damit keinen Ort, in dem Begegnungen von Menschen unterschiedlicher Kulturen und Religionen ermöglicht werden.

 Genau das ist nämlich die Konzeption, die hinter dem Haus der Weltreligionen steckt. Durch Vortragsveranstaltungen und Gespräche sollen Kenntnisse vermittelt werden, die wiederum Grundlage des Verstehens sind. Verstehen sei wiederum die Voraussetzung dafür, Vorurteile zu überwinden und mit der Andersartigkeit der anderen umzugehen. Denn nur wenn man sich kenne, könne man offen und vertrauensvoll miteinander umgehen. „Das ist ein Beitrag zum gesellschaftlichen Frieden in unserem Land, schreibt Neumann in der Festschrift, die in wenigen Tagen erscheinen wird.

 Der Gedanke des gemeinsamen Miteinanders aller Religionen spiegelt sich auch in der Architektur des Hauses wieder. Es ist achteckig aufgebaut, eine Form, die schon in der Antike länder- und kulturübergreifend verwendet wurde. „Da auch die Religionen bis heute Länder, Kulturen und Zeiten übergreifen, passt diese Bauform besonders gut zum Anliegen dieses Hauses“, so der Ideengeber.

 Im Inneren des Hauses findet der Besucher acht große Sandsteine, die kreisförmig aufgestellt sind. Fünf von ihnen zeigen die Symbole der großen Religionen Hinduismus, Buddhismus, Judentum, Islam und Christentum. Die übrigen Steine haben keine Symbole. Sie stehen für alle übrigen Religionen, deren Anhänger ebenso im Haus der Weltreligionen willkommen sind, wie Menschen ohne jegliche religiöse Bindung. „Jeder Mensch darf in aller Freiheit kommen und gehen“, so Neumann.

 In der Mitte des Steinkreises befindet sich eine Skulptur aus zwei nach oben geöffneten Händen, aus denen Wasser quillt. Die menschlichen Hände sind ein Symbol dafür, dass der Mensch als gebendes und gleichzeitig auch empfangendes Wesen im Haus der Weltreligionen im Mittelpunkt steht. Außerdem wird das Wasser, das aus den Händen quillt, in vielen Religionen als Symbol für das Leben verstanden.

 Im vergangenen Jahrzehnt hat sich der Verein zur Förderung des Hauses der Weltreligionen in jedem Jahr ein Generalthema gesetzt, dass dann aus Sicht der unterschiedlichen Religionen bearbeitet wurde. In diesem Jahr stehen die Jubiläumsveranstaltungen im Mittelpunkt des Programms.

 Am Sonntag, 8. Juli, findet ab 15 Uhr ein Fest der Religionen mit vielen Angeboten am Haus der Religionen im Steinzeichen Steinbergen statt. Am Donnerstag, 19. Juli, folgt dann der Festakt zum zehnjährigen Jubiläum in der Rintelner Nikolai-Kirche. Den Festvortrag hält Professor Karl-Josef Kuschel von der Universität Tübingen. Er wird über „Pioniere des interreligiösen Dialogs“ sprechen.

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