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„Ein Bordell wäre doch kein Drama“

Steinbergen / Diskussion „Ein Bordell wäre doch kein Drama“

Wie geht es mit der Arensburg weiter? Diese Frage beschäftigte am Donnerstag die Mitglieder des Ortsrats. Nachdem Eigentümer Heinrich Gruber auf großen Schildern auch „Rechte, Rotlicht, Rocker und Sekten“ als mögliche Käufer ins Gespräch gebracht hatte, drehte sich die Diskussion in der Sitzung vor allem um ein Thema: Kann ein Verkauf an solche Gruppen verhindert werden? Ortsbürgermeister Heiner Bartling richtete gleich zu Beginn das Wort an den Ersten Stadtrat Jörg Schröder.

Steinbergen. Steinbergen (jaj). „Welche Möglichkeiten hätten wir, die Einrichtung eines Hauses mit roten Lichtern zu verhindern?“, wollte er wissen. Schröder mahnte daraufhin zunächst zur Ruhe. Derzeit wisse niemand, ob wirklich eine der genannten Gruppen die Arensburg kaufen wolle. Und solange man das nicht wisse, solle man die Pferde nicht scheu machen.

 Bezüglich eines möglichen Bordells wurde Schröder deutlich: „Das wäre für Steinbergen doch kein Drama“, meinte er. Bei der Lage der Arensburg bekämen die Bürger doch gar nichts davon mit. Er ging sogar noch einen Schritt weiter. „Wenn ich ein Bordell-Betreiber wäre, ich würde mir das überlegen“, sagte er. Die Autobahnanbindung in der Nähe und niemand könne das Gelände einsehen – das seien doch ideale Voraussetzungen. Er selbst wohne in Porta Westfalica, und mit dem dortigen Bordell habe es in den vergangenen Jahren nie Probleme gegeben.

 Auch im Hinblick auf mögliche Käufer aus der „rechten Szene“ mahnte Schröder zur Ruhe. Im Moment sei der Stadt diesbezüglich nichts bekannt, „und wenn wir etwas wissen, teilen wir es Ihnen sofort mit“, versprach er. Dass der Stadtrat – wie in anderen Gemeinden geschehen – das Gebäude vorsorglich kaufe, um einer Ansiedlung von Rechten zuvorzukommen, sei jedoch kein Thema. Generell handele es sich bei der Arensburg um Privateigentum, sodass die Stadt keine Handhabe habe.

 Anschließend merkte Markus Schwenk (WGS) an, dass im Moment „ja schon der Ausverkauf des Parks“ stattfinde. Er könne sich nicht vorstellen, dass die dort ausgeführten Waldarbeiten etwas mit ordnungsgemäßer Bewirtschaftung zu tun hätten. Aber auch hier wiegelte Schröder ab. Der Park stehe unter Denkmalschutz, und auch die Naturschutzbehörde sei regelmäßig vor Ort, sodass er davon ausgehe, dass dort alles mit rechten Dingen zugehe. Schwenk gab jedoch zu bedenken, dass die zuständigen Behörden vielleicht gar nicht wüssten, was dort geschieht, und bat darum, einmal beim Landkreis nachzufragen, was Schröder auch zusicherte.

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