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Ein Prior mit Sendungsbewusstsein

Möllenbeck Ein Prior mit Sendungsbewusstsein

Im Kloster Möllenbeck sind in den vergangenen Wochen beeindruckende Wandfresken freigelegt worden. Die Bilder und Inschriften aus dem 16. Jahrhundert sind ausgezeichnet erhalten und schmückten einst den Unterrichtsraum der Lateinschule, die von 1563 bis 1631 im Kloster untergebracht war.

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Dieses im Kloster Möllenbeck freigelegte Bild zeigt Jodocus Stukenius, einst Prior des Klosters Möllenbeck und Bauherr der Eulenburg in Rinteln.

Quelle: pr.

Möllenbeck (r). Rintelns Museumsleiter Stephan Meyer dazu: „Die Deutung lässt noch viele Fragen offen, sie hat erst begonnen. Manches ist aber schon jetzt, auch ohne vergleichende Untersuchungen, als bemerkenswert erkennbar.“

 So habe dort der damalige Vorsteher des evangelischen Stifts, Prior Jobst Stuken – latinisiert „Jodocus Stukenius“ – ein offenbar sehr selbstbewusster Herr, sich selbst in seinem Dienstgebäude verewigen lassen, teilt Meyer mit: „Ein Porträtmedaillon zeigt ihn mit zeittypischer spanischer Halskrause als Herr des höheren Standes. Darunter ist sein persönliches Zeichen abgebildet, ein Baumstumpf (niederdeutsch: „Stuken“), der symbolisch das Kreuz (Christus) im Herzen trägt.“

 Stuken stammte aus dem westfälischen Recklinghausen. Unter seiner Führung, die von 1581 bis 1596 dauerte, erlebte das Möllenbecker Stift eine späte Blüte. Nicht zuletzt machte er sich um die damals hoch angesehene Möllenbecker Lateinschule verdient, teilt Meyer mit: „Sein heute nicht mehr vorhandenes Epitaph in der Klosterkirche pries ihn zudem als Wohltäter der Armen.“

 „In der benachbarten Fensternische ist in ähnlicher Weise das Porträt einer Frau zu sehen, in der man wohl seine Gattin vermuten darf“, so Meyer. „Es würde sich dann um eine Darstellung in Anlehnung an die beliebten Ehewappen der zeitgenössischen Renaissance-Adligen handeln. Hier wie dort immer der Ehemann rechts, die Ehefrau links.“

 Auch in Rinteln sind laut Meyer noch Spuren von Jodocus Stukenius zu finden. 1591 veranlasste dieser den Wiederaufbau der zuvor niedergebrannten Eulenburg. Das Gebäude des heutigen Museums gehörte seit dem Mittelalter als Stadthof zum Kloster Möllenbeck. Auch bei dieser Gelegenheit hat sich Stuken, wenn auch etwas dezenter, in der aus Initialbuchstaben bestehenden Inschrift an einer Fensterlaibung der Ostseite verewigen lassen. Dort heißt es: „S P P I M M F F ANNO 1591“, ein Kürzel, das gedeutet wird als: „Structuram Pater Prior Jodocus Monasterii Mollenbeccensis fieri fecit anno 1591“. In Deutsch: „Dieses Bauwerk hat Pater Jodocus, Prior des Klosters Möllenbeck machen lassen, im Jahr 1591.“

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