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Einsatz unter Vollschutz

Steinbergen Einsatz unter Vollschutz

Alarm am Sonnabendmorgen, sogar Sirenen heulen: 100 Feuerwehrleute aus acht Ortsfeuerwehren rasen bei dieser unfreiwilligen Sternfahrt mit Blaulicht zum Steinbruch Steinbergen.

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Steinbergen. Die Situation ist brenzlig, die Übung der Gefahrgutkomponente der Rintelner Feuerwehren erfordert rasches und präzises Handeln, auch zum eigenen Schutz.

Die Lage um 7.50 Uhr: Ein Auto mit Anhänger ist auf dem Weg zur illegalen Chemiemüllentsorgung eines Galvanikbetriebs. Unter Alkoholeinfluss verliert der Fahrer die Kontrolle über sein Fahrzeug, das sich überschlägt und auf der Seite liegen bleibt. Der Fahrer wird eingeklemmt, Kanister und Fässer mit giftigen Chemieabfällen rollen über das Gelände, platzen auf, und der gefährliche Inhalt breitet sich in Lachen aus, stechende Gerüche werden wahrgenommen.

Unter Aufsicht von Stadtbrandmeister Friedel Garbe und seinem Stellvertreter Bernd Entorf legen die Brandschützer sofort los, erst in gelben Einweggummianzügen mit Atemschutzmaske, dann in roter Vollschutzkleidung. Der Fahrer wird mit dem Spreizer befreit – ist schwer verletzt. Eine zweite Person wird in der Nähe nur noch tot geborgen und der Leichnam aus der Gefahrenzone gebracht. Jeden Moment ist eine Explosion möglich. Die Fässer werden geborgen, ein Bereitstellungsraum für die eingesetzten Brandschützer wird eingerichtet. Dort steht bald ein aufblasbares Zelt zur Dekontaminierung, Behälter für die schadstoffbelastete Kleidung liegen bald bereit. Gleichzeitig wird noch nach vermissten Personen gesucht.

Nach dem Einsatz am und ums Auto kehren die Brandschützer in ihren Gummianzügen zurück, werden abgespritzt, abgewaschen, legen die Schutzanzüge sorgfältig auf einer gelben Plastikplane in einem Plastiksack ab und wechseln in die wieder saubere grüne Zone.

Was erst nur nach einem Autounfall aussah, erfordert schließlich den Einsatz der Gefahrgutkomponente der Rintelner Feuerwehren. „Wäre es noch schlimmer gewesen, hätten wir die Gefahrgutkomponente des Landkreises aus Obernkirchen anfordern können“, erklärt Garbe das Übungsszenario. Aber die wollte man an diesem Morgen nicht stören.

Insgesamt zeigten sich die Feuerwehrleute mit dem Verlauf zufrieden. Ihre Zahl war gegen Ende um 10 Uhr auf 120 angestiegen, denn die Versorgungsgruppe aus der Ortsfeuerwehr Uchtdorf baute neben der Waage einen Frühstücksplatz mit Bierzeltgarnituren auf und schmierte frische Brötchen. Die Mitglieder der Ortsfeuerwehren Steinbergen, Deckbergen, Rinteln, Engern, Ahe, Schaumburg, Exten und Möllenbeck bekamen so Ersatz für das entgangene Frühstück daheim. dil

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