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Elf Tage, zehn Höfe, 220 Kilometer

Wanderritt von Kathrinhagen nach Sahlenburg Elf Tage, zehn Höfe, 220 Kilometer

Die 21-jährige Chantal Bartsch und ihr Pferd „Dancer“ sind eine gute Einheit und das schon seit zwölf Jahren.

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Quelle: PR

KATHRINHAGEN. „Damals habe ich Dancer als Halbjährigen gekauft“, erzählt die junge Frau am Reitstall in Kathrinhagen. Mit ihrem Quarterhorse-Mischling „Dancer“ reitet die Physiotherapeutin auf Westernreitturnieren. „Aber ich wollte gerne einmal etwas Anderes machen“, erzählt die junge Frau, „Einen Wanderritt, denn das ist eine ganz neue Herausforderung und die Möglichkeit, viel Zeit mit meinem Pferd zu verbringen.“

Anfang des Jahres hat Chantal Bartsch mit den Planungen für ihren Wanderritt begonnen. Ziel sollte Sahlenburg an der Nordsee sein, weil sie dort in der Helios-Klinik ein Praktikum absolviert hatte und ihre ehemaligen Kollegen überraschen wollte. 220 Kilometer lang war die Route, die die 21-Jährige erarbeitet hatte. Also musste sie mit ihrem „Dancer“ 20 bis 25 Kilometer pro Tag schaffen, denn sie hatte für den Wanderritt elf Tage geplant.

„Zwei Monate vor dem Start habe ich mit dem Training begonnen. Weder Dancer noch ich hatten eine solche Tour je gemacht, aber da Dancer im vergangenen Jahr Hufrehe hatte und ich nicht weiß, wie lange er überhaupt in der Lage ist, solch einen Wanderritt mit mir zu bestreiten, wollte ich unbedingt in diesem Jahr los“, erzählt Bartsch. Durch mehrstündige Ausritte und regelmäßiges Longieren machte sie „Dancer“ und sich fit. Von Zuhause aus buchte sie Unterkünfte für sich und ihr Quarterhorse.

Bewunderung und Hilfe von allen Seiten

Anfang Juli ging es dann los. Zunächst mussten Reiterin und Pferd einen gemeinsamen Rhythmus für die lange Strecke finden und so setzte Bartsch auf Reit- und Spazierphasen. „Die ersten Kilometer jeder Etappe bin ich mit Dancer gegangen, dann aufgestiegen und nach zwei Stunden war dann Mittagspause“, so die Pferdefreundin. Verpflegt hat sie sich auf der Strecke mit Brötchen, die sie am morgen bei ihren jeweiligen Gastgeber mitnehmen durfte. „Das war überhaupt kein Problem. Alle waren so nett und haben mich unterstützt“, erzählt Bartsch. Die letzte halbe Stunde des Weges hat sie „Dancer“ am Zügel geführt, damit er runterkam.

Die 21-Jährige musste unterwegs mit wenig Gepäck auskommen. „Und das Packen war nicht einfach. Vorne hatte ich immer mein Tagesproviant und hinten, gleichmäßig auf die Satteltaschen verteilt, damit „Dancer“ nicht einseitig belastet wurde, meine Kleidung, eine Pferdedecke, Fliegenspray und alles, was man sonst noch so braucht“, erzählt die Reiterin. Die ersten zwei Tage habe sie schlechtes Wetter gehabt und schon begonnen, an ihrem Vorhaben zu Zweifeln. „Aber dann kam die Sonne und alles hat auch wirklich gut geklappt. Na ja, fast alles.“ Unterwegs hat Chantal Bartsch zwar mit den Menschen nur positive Erfahrungen gemacht, bekam Wasser für das Pferd angeboten, wurde freundlich nach ihrer Motivation für den Wanderritt gefragt und dafür bewundert, dass sie sich völlig alleine auf den Weg gemacht hat. Angst habe sie unterwegs nicht gehabt und auch die kleinen Unwegbarkeiten auf der Strecke meisterte das Duo perfekt.

Vom Auetal über Petershagen, Steierberg, Varrel, Bassum, Deichhost ging es nach Sahlenburg. „Allerdings wären wir in Motzen-Blumenthal fast gescheitert“, erzählt Bartsch. Dort musste das Duo nämlich mit der Fähre übersetzen und das Mitführen von Huftieren auf der Weserfähre war aus Sicherheitsgründen nicht erlaubt. „Zum Glück bot sich die Tochter des Hofbesitzers an, bei dem wir übernachtet hatten, Dancer mit einem Pferdehänger auf der Fähre zu transportieren.“

„Es war einfach klasse. Ja, ich würde das wieder machen“, schließt die junge Frau strahlend ihren Reisebericht. Zurück ging es für „Dancer“ übrigens im Pferdehänger. Ihre Eltern holten Chantal Bartsch und ihr Quarterhorse ab.  la

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