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„Eltern haben immer weniger Interesse“

Selbstbehauptungskurs in Rolfshagen „Eltern haben immer weniger Interesse“

Als Cordula Volkening die Turnhalle in Rolfshagen betritt, erwarten sie 15 Kinder und ebenso viele Erwachsene, die den Kurs Selbstbehauptung gebucht haben.

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Cordula Volkening.

Rolfshagen. Das sind, wird sie später sagen, sehr viele, denn die allgemeine Entwicklung ist eine völlig andere: „Eltern haben immer weniger Interesse.“

Vielleicht liegt es daran, dass das Selbstbehauptungsseminar im Familienzentrum Rolfshagen seit Jahr und Tag zu den Angebotsklassikern zählt, und seit einiger Zeit, wird Leiterin Beate Schürmann später erklären, „kommen immer öfter die Väter mit“. Denn Kita-Kinder, so Volkening, seien bereits mit vielfältigen Herausforderungen konfrontiert: Sie sollen möglichst selbstständig sein und sich an Regeln halten können. Zudem werde erwartet, dass sie friedlich miteinander spielen, gleichzeitig aber auch klare Grenzen setzen und ihre Interessen angemessen durchsetzen.

Aggressionen und Impulsivität im Spiel sowie in der Auseinandersetzung mit anderen würden dabei nicht akzeptiert, stattdessen sollten sie Konflikte gewaltfrei lösen. Den Kindern fehle es zumeist nicht am Willen. Oft jedoch seien sie kognitiv oder sprachlich noch nicht ausreichend in der Lage, ihre Bedürfnisse angemessen zu formulieren. „Die Fähigkeit zu Empathie und Perspektivwechsel ist noch im Entwicklungsstadium“, so Volkening. Es mangele ihnen noch an konkreten Erfahrungen, die Mut, Durchsetzungsvermögen und Selbstvertrauen hervorbringen.

„Und man muss die Eltern stärken“, sagt Volkening, „damit sie ein vertrauensvolles Verhalten zu ihren Kindern aufbauen.“ Schlechte Gefühle seien okay, damit könnten Kinder zu ihren Eltern kommen. „Daran seid ihr nicht schuld“, sollten die Eltern sagen können.

„Natürlich“, sagt Volkening, „gibt es ein Selbstbestimmungsrecht für den kindlichen Körper.“ Aber dennoch werde bei ihr spielerisch abgefragt, ob das Kind alles bestimmen darf? Das darf es nicht. Wenn der Vater sagt, dass der Fernseher jetzt ausgemacht oder das Zimmer aufgeräumt wird, dann wird das so gemacht. „Kinder dürfen nicht alles bestimmen.“

Ganz wichtig sei es, dass die Kinder merken und lernen, dass es den Eltern ernst sei: „Klare Körpersprache, klare Haltung, klare Ansprache – das Kind kann und darf nicht alles entscheiden, und es wird auch nicht in jede Entscheidung eingebunden“, so Volkening. „Denn ein Recht, Nein zu sagen, das haben auch die Eltern.“

In der Turnhalle werden an diesem Morgen kurze kindgerechte theoretische Lernsequenzen mit vielen praktischen Übungen in der Gruppe verbunden. In dieser Erlebniswelt können sich die Kinder Herausforderungen stellen, diese gemeinsam bewältigen und Vertrauen zu sich und den anderen entwickeln, so Volkening. „Die Kinder lernen, über Bedürfnisse, Ängste und Wünsche zu sprechen. Zudem sind die Vermittlung von Empathiefähigkeit und das Trainieren sozialer Kompetenzen wichtige Aspekte, um Kinder zu stärken.“

Es sei ein Angebot, sagt Schürmann, das neue Eltern schon bald fragen lässt, wann sie selbst mit ihrem Kind an einem Kurs teilnehmen könnten. rnk

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