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Erbitterter Widerstand in Steinbergen droht

Nein zur Trassenführung Erbitterter Widerstand in Steinbergen droht

Ortsumgehungen ja – vorgeschlagene Trassenführung der B83 nein: Während der Einwohnerfragestunde der Ortsratssitzung in Steinbergen haben die Anwohner der Bergstraße sowie der Straßen Am Weinberg, In der Rehr und Am Dröhnen unmissverständlich zum Ausdruck gebracht, dass sie die Trassenführung nicht akzeptieren.

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Noch wächst dort Gras: Die Anwohner der Bergstraße sowie der Straßen Am Weinberg, In der Rehr und Am Dröhnen haben Angst vor einer Trassenführung zwischen Ortsrand und Wald direkt am Wohnquartier vorbei.

Quelle: peb

Steinbergen. Und im Falle einer möglichen Umsetzung der Pläne drohten sie an, erbitterten Widerstand zu leisten. „Wir haben nicht Jahrzehnte lang gesundheitsschädigenden Lärm und Schmutz durch die hoch frequentierten Bundesstraßen 83 und 238 ertragen, um dann eine Verlagerung der B83 um 200 bis 300 Meter in östlicher Richtung hinnehmen zu müssen. Das hat nichts mit Ortsumgehung zu tun“, schimpfte ein Anwohner.

„Eine Trasse direkt hinter der Häuserzeile. Da hilft auch keine Lärmschutzwand. Ein Leben hinter der Mauer. Unvorstellbar“, lautete die Aussage einer anderen Steinbergerin. „Zahlreiche junge Familien haben sich in diesem Wohnquartier Eigentum gekauft, haben mit großem finanziellen Aufwand Häuser renoviert. Eine Trassenführung zwischen Wald und Ortsrand bedeutet einen erheblichen Verlust der Wohnqualität, des Wertes der Immobilie und könnte die Eigentümer an den Rand des Ruins führen“, machte ein anderer Anwohner seinem Ärger Luft.

Lediglich ein Entwurf

Ortsbürgermeister Heiner Bartling (SPD) zeigte Verständnis für die Ängste und Befürchtungen der Anwohner, versuchte aber gleichzeitig, die Wogen zu glätten: „Die Veröffentlichung des Bundesverkehrswegeplanes im März ist lediglich ein Entwurf, der vom Bundestag im Oktober dieses Jahres noch beschlossen werden muss. Im Bundesverkehrswegeplan werden keine Trassenführungen festgelegt, nur geplante Projekte aufgelistet.“ Im weiteren Verlauf des Verfahrens würden Machbarkeitsstudien für das Vorhaben in Steinbergen von der Stadtverwaltung mit Unterstützung der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Auftrag gegeben. Die Verwaltung habe dafür 60000 Euro im Haushalt veranschlagt. Ein Architekturbüro erarbeite dann Vorschläge der Trassenführung, die anschließend veröffentlicht und zur Diskussion gestellt werden, so Bartling. Erst, wenn alle Beteiligten und Betroffenen mit den Plänen einverstanden seien, erfolge die Umsetzung.

Schwenk kündigt Stellungnahme an

Marcus Schwenk (WGS) gab sich mit der Aussage von Bartling nicht zufrieden und vertrat die Meinung, dass der maximale Nutzen-Kosten-Faktor von zehn für die Umgehung der B83 im Bundesverkehrswegeplan nur aufgrund der in den dreißiger Jahren geplanten Trassenführung erreicht wurde und dass diese Trassenführung auch umgesetzt wird. „Der Bürger hat das Recht, sich in einem Zeitraum von sechs Wochen seit Veröffentlichung (Anmerkung der Redaktion: 21. März) des Bundesverkehrswegeplans online oder schriftlich substanziell zu den Projekten zu äußern. Ich werde von diesem Recht Gebrauch machen, eine ausführliche Stellungnahme zu der Trassenführung abgeben und auch begründen, warum ich diese Trassenführung kategorisch ablehne.“ Schwenk traf mit dieser Meinung den Nerv der Zuhörer und erhielt für sein Vorhaben offenen Beifall.

Niedrige Einstufung

Manfred Hobein von der Bürgerinitiative Ortsumgehungen Steinbergen (BIOS) führte an, dass die Umgehungen B238 und B83 als Gesamtprojekt gesehen werden müssen. „Die Ortsumgehung B238 ist mit einem Nutzen-Kosten-Faktor von 4,5 sehr niedrig eingestuft. Projekte mit einem Nutzen-Kosten-Faktor unter 5 werden meinem Wissen nach kaum umgesetzt. Deshalb müssen wir erreichen, dass die Umgehungen der B238 und B 83 im Bereich von Steinbergen, Deckbergen und Möllenbeck als Gesamtobjekt betrachtet werden. Nur dann kann es eine für alle erträgliche Lösung geben.“

Die veröffentlichte Trassenführung der Bundesstraße83 war weit mehr als 60 Jahre Bestandteil des Flächennutzungsplans der Stadt Rinteln. Im Jahr 1999 fiel die Trassenführung aus dem Flächennutzungsplan heraus. Eine neue Trassenführung müsste wieder in den Flächennutzungsplan aufgenommen werden. Das bedarf eines Beschlusses des Stadtrates. peb

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