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Erst Highlight, jetzt Hackgut

Weihnachtsbäume Erst Highlight, jetzt Hackgut

Der Dreikönigstag am 6. Januar markiert für das Gros der ausgedienten Weihnachtsbäume die rote Linie. Sie werden, entkleidet von ihren „Highlights“ – Lichterketten oder Kerzen – erbarmungslos vor die Tür gesetzt, wo sich die Frage stellt: Wohin mit ihnen?

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Der mobile Hacker macht aus Ex-Weihnachtsbäumen in Sekundenschnelle Hackschnitzel.

Quelle: who

Engern. Für viele Baumbesitzer ist der Abholservice der Müllabfuhr die Alternative; andere warten darauf, dass zum Beispiel Feuerwehr oder Dorfgemeinschaften das nadelige Grün einsammeln und zwischenlagern bis zum finalen Weihnachtsbaum-Abfackeln im Osterfeuer.

Öko-Freaks bevorzugen es, ihre Bäumchen mit Wurzelballen zum „Weiterleben“ nach draußen zu verpflanzen. Das Gemeinsame aller Methoden ist, dass die Ex-Wohnzimmer-Dekoration beinahe klammheimlich und unter „Ausschluss der Öffentlichkeit“ verschwindet.

Die Ortsfeuerwehr Engern macht dagegen mit ihrem Konzept die Weihnachtsbaum-Entsorgung zum ersten Event des Jahres und Anlass zum fröhlichen Zusammenkommen für die Gänsedorf-Bewohner. Das Prozedere ist so einfach wie publikumswirksam: Die Engerschen (so nennen sich die „Eingeborenen“ selber) liefern ihre abgeschmückten Bäumchen persönlich beim Feuerwehrgerätehaus am Schweinemarkt an. Dort wartet neben dem Schredder, der die gewesenen Weihnachtsbäume gegen eine freiwillige Spende in die Kasse der Jugendfeuerwehr in Sekundenschnelle zu kleinen Hackschnitzeln verarbeitet, eine Art „Nachweihnachtsmarkt“. Es gibt einen Glühweinstand, frische Bratwurst vom Grill hinterm Gerätehaus, kalte Getränke und herzhaft belegte Fischbrötchen für die Binnenlandbewohner.

Reichlich Kommunikation

Das Ganze läuft unter Enger‘scher Neujahrsempfang und wirkt bei reichlich Kommunikation von Angesicht zu Angesicht äußerst gemeinschaftsbildend, sogar ganz ohne Smartphone.

Eher schon nebenbei wandert ein Weihnachtsbäumchen nach dem anderen in den Einzugstrichter des Schredders. Die Maschine bläst das Hackgut (jetzt sind’s Schnitzel) auf der anderen Seite auf einen Traktor-Anhänger, fertig zum Abtransport. Als Gründünger für Wiesen zum Beispiel fließen die zerkleinerten Bäumchen anschließend wieder zurück in den Ökokreislauf. „Und es dürften dieses Jahr wieder 120 bis 130 gewesen sein, so genau zählen wir das aber nicht“, berichtete Ortsbrandmeister Thomas Reese nach dem Enger‘schen Neujahrsempfang 2017 und wirkte dabei sehr zufrieden.

Davon abgesehen sei die Aktion, gemessen am Glühweinumsatz, dieses Mal sogar noch um einiges besser besucht gewesen als im Vorjahr – wahrscheinlich, weil es keine Plusgrade gegeben habe so, wie Anfang Januar 2016. who

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