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Es brennt – und es ist eilig

Inklusion Es brennt – und es ist eilig

In Sachen Inklusion, vor allem in Bezug auf Kinder mit emotional-sozialen Auffälligkeiten, sind die heimischen Politiker derzeit aktiv. Die WGS-Fraktion hat einen Eil-Antrag an die Stadt Rinteln gerichtet und fordert eine bessere Ausstattung der Grundschule in Deckbergen.

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Ein positives Lernumfeld für alle Grundschüler ist das Ziel aller Bemühungen.

Quelle: dpa

Deckbergen. „Es brennt – und es ist eilig“, begründete Heinrich Sasse den Antrag. Er habe sich bei der Schulleitung informiert und erfahren, dass zur inklusionsgerechten und gefährdungslosen Betreuung der Kinder dort zwei Förderräume und drei Betreuungsräume eingerichtet werden müssten. Die WGS schlägt vor, zu prüfen, ob Räume im alten Lehrerhaus in Deckbergen oder im Feuerwehrgebäude als Betreuungsräume genutzt werden könnten. Auch die Bereitstellung von Wohncontainern auf dem Schulgelände sei zu prüfen.

Außerdem fehle es an Schulpädagogen, Schulsozialarbeitern oder Schulbegleitern. Diesbezüglich soll die Stadt Rinteln den Bedarf ermitteln und in Absprache mit dem Landkreis für zusätzliches Personal und eventuell einen Betreuerpool sorgen. Außerdem soll die Schule, gemeinsam mit der vorgesetzten Dienststelle, ein Inklusionskonzept erarbeiten. Alle Punkte sollen während der nächsten Verwaltungsausschuss- und Ratssitzung auf der Tagesordnung Platz finden.

Außerdem hat sich Sasse mit dem SPD-Landtagsabgeordneten Karsten Becker in Verbindung gesetzt, der über die bestehenden Probleme bereits informiert war und, gemeinsam mit Bürgermeister Thomas Priemer, zu einem Gespräch mit der Schulleiterin Claudia Buschke nach Deckbergen gekommen war. „Ich habe über die Zuständigkeiten bei diesem Problem nachgedacht und festgestellt – bei Inklusion geht es um ein im Grundgesetz festgeschriebenes Menschenrecht. Und das ist nicht nach Zuständigkeiten aufteilbar“, so Becker. Es gehe um die Würde des Menschen, und die gehe alle an. „Ich bin zuständig“, stellte Becker fest.

Eine Milliarde investiert

Die grundsätzlichen Erfahrungen mit Inklusion seien positiv, aber eben nicht in allen Bereichen. „Wir haben von 2013 bis 2016 eine Milliarde Euro in die Inklusion investiert, vorwiegend in Personal. Das ist nicht wenig“, erklärte Becker. Vor den Sommerferien seien Mittel für 650 Inklusionskräfte freigegeben worden. „Die Landesschulbehörde stellt derzeit entsprechendes Personal ein“, sagte der Landtagsabgeordnete.

„Ich habe großes Interesse, dieses Thema öffentlich zu machen“, sagte Priemer. „Selbstkritisch muss man sagen, dass wir in den letzten Jahren viele Schwerpunkte gesetzt haben. Die Feuerwehrhäuser wurden saniert und ausgebaut – und die Kindertagesstätten. Jetzt müssen wir die Schulen baulich voranbringen, Rückzugsräume schaffen und Räume für Sozialarbeiter.“ Fördermittel für den Umbau zu Ganztagsschulen seien da, Baumaßnahmen geplant und umgesetzt. „Wir werden in Deckbergen rund eine halbe Million Euro in bauliche Maßnahmen investieren“, so der Bürgermeister. Auch im pädagogischen Bereich wolle er sich für eine Verbesserung der Situation einsetzen. „Der Bedarf an personellen Ressourcen ist da. Es geht um Rintelner Kinder und dafür setze ich mich ein“, versprach Priemer.

Gespräch mit der Kultusministerin

Innerhalb einer Woche sei es gelungen, ein Gespräch mit der Kultusministerin Frauke Heiligenstadt zu bekommen. Becker, Priemer und Buschke werden sich dort für die Bedürfnisse der Schulkinder einsetzen. „Ich erwarte eine unbürokratische Entscheidung von der Kultusministerin“, sagte Becker.

Der Wunsch von Schulleiterin Buschke, die sich für die schnelle Reaktion der Politiker bedankte – zwei bis drei Schulsozialpädagogen für die Rintelner Grundschulen. „Denn nicht nur bei uns an der Schule gibt es das Problem. Wir sind keine Brennpunktschule mit gewalttätigen Kindern. An allen Schulen ist es schwierig, verhaltensauffällige Kinder – mit und ohne Status emotional-sozial auffällig – zu betreuen und ihnen gerecht zu werden.“ Ziel aller müsse es sein, niemanden auszugrenzen und für die Kinder mit und ohne Auffälligkeiten eine Lösung zu finden und ein positives Lernumfeld zu schaffen.

Becker stellte noch heraus, dass es in Schaumburg nie eine besondere Förderschule für emotional-sozial auffällige Kinder gegeben habe. „Aber wir haben die Mission ‚Mehr Personal’ in Gang gebracht.“ la

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