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„Es ist ein Trauerspiel“–aber nicht mehr lange?

Möllenbeck / Schnelles Internet „Es ist ein Trauerspiel“–aber nicht mehr lange?

Wenn Peter Tünnermann online eine Überweisung machen möchte, dann wartet er auf die Abendstunden. Nicht etwa, weil er seine Bankgeschäfte gerne zu später Stunde erledigt, sondern weil dann die größte Wahrscheinlichkeit besteht, dass das Onlinebanking reibungslos funktioniert.

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Wer im Moment im westlichen Teil Möllenbecks ins Internet möchte, braucht vor allem eines: Viel Geduld.

Quelle: jaj

Möllenbeck (jaj). „Es ist ein Trauerspiel“, sagt der Ingenieur über die Internetanbindung im westlichen Ortsteil. Auf dem Papier hat der Möllenbecker zwar – wie viele andere Bewohner des Klosterdorfs auch – einen DSL-Anschluss, in der Realität wird aber schon das Versenden eines einfachen Fotos zum Problem. Das könnte sich jedoch schon bald ändern: Der Verwaltungsausschuss hat in seiner jüngsten Sitzung empfohlen, 160000 Euro bereitzustellen, um die Möllenbecker Versorgungslücke zu schließen.

 Bereits im September hat die Stadt im Rahmen eines „nichtförmlichen Interessenbekundungsverfahrens“ die Telefonanbieter um Konzepte gebeten, wie und zu welchem Preis die Breitbandversorgung in Möllenbeck verbessert werden könnte. Zwei Anbieter haben sich gemeldet, das günstigere Angebot kam von EWE (ehemals Teleos).

 Wie auch der zweite Anbieter, die Telekom, setzt EWE auf den Ausbau mit Glasfaserkabeln. Eine Ausstattung mit zusätzlichen Funkmasten für schnelles Internet über die neue LTE-Funktechnik ist für Möllenbeck derzeit nicht vorgesehen. Das Unternehmen würde vom Hauptverteilerschrank in der Braasstraße neue Glasfaserkabel bis in die unterschiedlichen Verteilerschränke nach Möllenbeck legen. Im Umkreis von 500 Metern um die einzelnen Verteilerschränke hätten die Endkunden dann nach Angaben von Jörg Schmieding von der Stadtverwaltung das beste Ergebnis. „Unabhängig von der Entfernung hätte nach dem Ausbau aber jeder Einwohner eine Geschwindigkeit von mindestens 16 Mbit/s“, sagt er.

 Für Peter Tünnermann und viele andere Bewohner der am härtesten betroffenen Straßen zu denen unter anderem die Zieglerstraße, In der Neustadt, Im Waldeck, die Hildburgstraße und die Ringstraße zählen, wäre das schon eine enorme Verbesserung. „Momentan haben wir zwei Megabit pro Sekunde“, erzählt Tünnermann. Allerdings nur bei der Downloadgeschwindigkeit. Die Uploadgeschwindigkeit läge oft gerade einmal bei 537 Kilobit pro Sekunde. Dabei gehört eine zeitgemäße und damit schnelle Internetverbindung für den Ingenieur einfach dazu. „Das ist wie ein Wasser- oder Stromanschluss. Das muss gegeben sein“, sagt er.

 Dieser Ansicht schloss sich jetzt auch der Verwaltungsausschuss an – vorausgesetzt, dass Fördermittel für das Projekt bewilligt werden. Insgesamt soll der Ausbau der Breitbandverbindung 260000 Euro kosten. 100000 sollen über Fördermittel abgedeckt werden. „Darum werden wir uns bemühen, wenn auch der Stadtrat sein okay gegeben hat“, sagt Schmieding. Für die Stadt blieben dann noch Kosten in Höhe von 160000 Euro übrig. Dieses Geld soll der Stadtrat, der am morgigen Donnerstag tagt, in den Haushalt des kommenden Jahres einstellen – so der Vorschlag des Verwaltungsausschusses. Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz stellte jedoch in Aussicht, dass auch mit den betroffenen Gewerbetreibenden über eine Beteiligung an den Kosten gesprochen werden müsste.

 Bis Ende April kommenden Jahres müsste die Stadt das Angebot von EWE annehmen, bis dahin muss also feststehen, ob Fördermittel bewilligt werden. Wann die Maßnahme letztendlich durchgeführt würde, kann Schmieding allerdings noch nicht konkret sagen.

 Tünnermann, der im August mit Ortsbürgermeister Reinhold Kölling (SPD) und Thorsten Frühmark (CDU) unter anderem eine Umfrage unter Gewerbetreibenden gestartet hatte, um die Stadt von der Notwendigkeit eines schnelleren Internets zu überzeugen, ist froh, dass sich jetzt etwas bewegt. „Es ist wirklich gut für Möllenbeck. Hervorragend für die Gewerbetreibenden, aber auch für Privatleute.“

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