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Es soll ein Neubau werden

Steinbergen / Kita Es soll ein Neubau werden

Für eine kleine Lösung der Kita-Frage ist man im Ortsrat Steinbergen nicht zu haben. „Damit würden wir uns auf Jahre blockieren“, findet Udo Schobeß (CDU).

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In ihrem Lego-Neubau planen die Kinder der Kindertagesstätte bereits sehr viel Platz ein. Ob dies Realität wird?

Quelle: tol

Steinbergen. Er hat beantragt, die von Ortsbürgermeister Heiner Bartling (SPD) favorisierte Lösung eines kostengünstigen Umbaus des Dorfgemeinschaftshauses auszuschlagen und aufs Ganze zu gehen, was bedeutet: Neubau der Kindertagesstätte. Ein Unterfangen, das mit etwa 1,4 Millionen Euro nicht ganz billig wäre.

 Mit der günstigeren Variante, eines Umbaus des Obergeschosses im Dorfgemeinschaftshaus, konnte der Ortsrat nichts anfangen. Einzig Bartling wies immer wieder darauf hin, dass ein Neubau zwar optimal wäre, höchstwahrscheinlich aber nicht durchzusetzen. Ein wenig Schützenhilfe bekam er durch den Vertreter der Verwaltung, den Ersten Stadtrat Jörg Schröder. Dieser durfte die Zahlen für sich sprechen lassen, die der Ortsrat in der vergangenen Sitzung von der GVS angefordert hatte. Ein Neubau auf dem Gelände der Kirche, das diese für derartige Maßnahmen in Aussicht gestellt hat, würde demnach 1,469 Millionen Euro kosten.

 Der Abriss der bisherigen Kindertagesstätte und ein Neubau auf dem gleichen Grundstück wäre mit 1,398 Millionen Euro zwar etwas billiger, aber noch immer viel teurer als der Umbau im Dorfgemeinschaftshaus. Der wäre mit 222.000 Euro die billigste, aber auch kleinste Lösung des Platzproblems. Zwei Krippengruppen könnten, so die Vision der Verwaltung, dort Platz finden. Was den Vorteil hätte, dass man für die zweite Gruppe tief in den Fördertopf greifen könnte. Denn für jeden neu geschaffenen Krippenplatz gibt es laut Schröder bis zu 7700 Euro. Bei einer Gruppe mit 15 Plätzen könnten als 115.000 Euro an Fördergeldern fließen. „Kleine Umbaukosten, volle Förderung, das klingt doch charmant“, pries Schröder diese der Stadt wohl liebste Möglichkeit an.

 Doch der Träger der Kindertagesstätte, die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde, ist mit der Diskussion rund um den Umbau nicht zufrieden. „Da lief unserer Meinung nach etwas schief“, erklärte Pastor Stephan Strottmann. Denn die Gemeinde beziehungsweise die Kindertagesstätte habe nicht vor, mit zwei Krippengruppen in den Umbau zu ziehen. „Wenn wir ein Mitspracherecht haben, wollen wir im Umbau nur eine Gruppe unterbringen“, sagt er.

 Doch auf diese kleine Lösung wollte man sich im Ortsrat ohnehin nicht einlassen. Einstimmig wurde, allen Mahnungen Bartlings zum Trotz, der Abriss des bestehenden Kindergartens sowie ein Neubau anvisiert. Die Frage, wo während der Bauphase die Kinder untergebracht werden sollten, wurden vom Ortsrat zwar zur Kenntnis genommen, beantwortet aber nicht.

 Auch die Tatsache, dass mit einer größeren Kindertagesstätte auf dem bisherigen Gelände das Außenareal deutliche Abstriche hinnehmen müsste, wurde angesprochen. Zwei Nachteile, die ein Neubau auf dem Gelände der Kirche nicht hätte. Dafür wäre die Kindertagesstätte dadurch weiter vom Ortskern und der Grundschule entfernt.

 Allzu lange hielt sich der Ortsrat allerdings nicht mit diesen Details auf, sondern beschloss einfach, sollte sich die bevorzugte Lösung im Ortskern nicht umsetzen lassen, eben den Neubau ohne Abriss des bisherigen Gebäudes anzupeilen.

 Vor allem wegen der finanziellen Gesichtspunkte bleiben auch nach der Sitzung bei Bürgermeister Bartling die Zweifel. Trotzdem betonte er am Telefon, sich nun mit aller Kraft hinter den Beschluss zu stellen. Auch die Leiterin der Kindertagesstätte, Martina Meyer, ist nicht glücklich mit dem Beschluss des Ortsrats. Zwar wäre für sie ein Neubau die beste Variante, „aber ob sich die Stadt das leisten kann?“, fragte sie. In erster Linie gehe es ihr, wie auch Strottmann, nicht darum, neue Krippengruppen zu gründen, sondern die bestehenden besser unterbringen zu können. Besonders am Herzen liegt ihr, dass künftig die Krippenkinder bis 16.30 Uhr betreut werden sollten. Das sei bisher wegen eines fehlenden Schlafraumes nicht möglich. „Das ist einfach der Bedarf“, betont Meyer, „der geht auch nicht weg.“ Für viele Eltern komme die Krippe in Steinbergen schon deshalb nicht in Frage, weil sie alleinerziehend oder beide in Vollzeit tätig seien.

 Die nächste Hürde, die der Ortsratsbeschluss nun nehmen muss, ist der Sozialausschuss. Bei der öffentlichen Sitzung am Mittwoch, 8. Oktober, könnten die großen Steinberger Pläne schon ein abruptes Ende finden. Vor allem ein Abriss des alten Gebäudes dürfte den Ausschussmitgliedern nicht so leicht von der Hand gehen. Seit 2012 flossen etwa 80.000 Euro in das Gebäude, zum Beispiel in den Brandschutz. Etwa 290.000 Euro waren es seit 1997. Einem Abriss steht Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz daher nicht unbedingt positiv gegenüber, sagte er gegenüber unserer Zeitung. jak

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