Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 3 ° Regenschauer

Navigation:
Fast alles spielt sich draußen ab

Escher / Tag der offenen Tür Fast alles spielt sich draußen ab

Die Kinder aus dem „Auetaler Räuberland“ sind naturverbunden. Das haben sie auch beim Tag der offenen Tür am Sonnabend bewiesen, denn fast alles hat sich draußen abgespielt.

Voriger Artikel
Einmalige Perspektive
Nächster Artikel
Unterstand für Schafe

Im Therapieraum beschäftigt die Heilpädagogin Bettina Teich einige Kinder, die mit Begeisterung Bohnen in Gefäße füllen.la

Escher. Im Sandkasten wurde gebuddelt, auf der Wippe hüpften die Kleinen ständig auf und ab, Dosenpyramiden wurden abgeworfen und Nägel in Holzbalken geschlagen. Außerdem ließen sich die kleinen und großen Gäste die Bratwurst vom Grill schmecken, für die der Förderverein der Auetaler Kindergärten „Die kleinen Strolche“ gesorgt haben und die leckeren Kuchen und Torten, die die Kindergarteneltern kreiert hatten.

 „Es ist toll, dass auch so viele Nachbarn gekommen sind. Das zeigt, dass die Escheraner interessiert, was wir hier tun“, freute sich die Leiterin der Einrichtung, Andrea Schwarz. Schließlich habe der Kindergarten gut zwei Jahre leer gestanden, und die Escheraner seien immer gespannt gewesen, ob überhaupt noch einmal Leben in das Gebäude einziehen würde.

 Das ist geschehen. Zum Beginn dieses Kindergartenjahres hat die erste integrative Kita im Auetal seine Türen geöffnet. Die Politik hatte beschlossen, nach dem Kindergarten Escher auch die Hattendorfer Räuberhöhle zu schließen und nun die neue Einrichtung als „Auetaler Räuberland“ in Escher zu eröffnen.

 Für den integrativen Kindergarten, in dem 14 „Regelkinder“ im Alter zwischen drei und sechs Jahren sowie vier Mädchen und Jungen mit erhöhtem Förderbedarf betreut werden, wurden einige Umbaumaßnahmen notwendig, die bis zur Eröffnung selbstverständlich abgeschlossen waren.

 Zu den Gästen am Sonnabend zählt übrigens auch ein 82-jähriger Uropa, der schauen wollte, was sich in dem Kindergarten alles verändert hat. Er habe 1957 selbst beim Bau mitgeholfen, erzählte er.

 Zur Verfügung stehen jetzt ein Therapieraum mit Ausgang zum Garten, ein Bewegungsraum, in dem Bewegungsbaustellen eingerichtet werden, ein Gruppenraum sowie ein Büro, der sanitäre Bereich und eine Küche. „Wir fühlen uns sehr wohl hier“, stellte Andrea Schwarz fest. Gemeinsam mit der Heilpädagogin Bettina Teich, die von der Kindertagesstätte Rolfshagen nach Escher wechselte, und der Sozialassistentin Stefanie Ulitzka betreut sie die 18 Kinder im „Räuberland“.

 Dazu kommen Ergotherapeuten, Logopäden und Physiotherapeuten für die Kinder mit geistigen oder körperlichen Behinderungen in die Einrichtung. „Das ist möglich, weil wir Öffnungszeiten von 7.30 bis 13.45 Uhr bieten. Das erleichtert für die Kinder und Eltern eine Menge, denn sie müssen nicht mehr nachmittags zu den Therapien. Die Kinder können sich nachmittags zum Spielen verabreden oder die Zeit mit den Eltern genießen“, stellte Schwarz fest.

 Das Konzept wurde weitgehend vom Kindergarten Hattendorf übernommen. „Das Papilio-Projekt zur Sucht- und Gewaltprävention wird fortgeführt und unsere Naturverbundenheit wollen wir erhalten“, erklärt die Leiterin der Einrichtung. Wichtig sei auch, dass die Kinder mitbestimmen dürfen. „Da kommt es dann schon mal vor, dass ich mit den Kindern etwas machen muss, was ich eigentlich nicht so gerne tun wollte – natürlich im Rahmen der pädagogischen Arbeit“, erzählt Bettina Teich.

 Welche Kinder erhöhten Förderbedarf haben, fällt übrigens kaum auf. „Die Kinder unterscheiden da nicht. Es wird allen gleich geholfen und mit jedem gespielt und die Eltern erkennen das meist überhaupt nicht“, stellte Schwarz zufrieden fest.  la

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Die „Schlossklause“, die ehemalige Gaststätte an der Arensburg, fiel vermutlich Brandstiftung zum Opfer... mehr