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Fischsterben in Möllenbeck

Giftige Flüssigkeit Fischsterben in Möllenbeck

„Das war ein Bild des Grauens am Dienstagmorgen – massenhaft weißer Schaum auf dem Teich und alle Fische leblos an der Wasseroberfläche.

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Wieder Idylle pur: Aber vor wenigen Tagen hat sich der Teich in Möllenbeck als Ort des Schreckens gezeigt. Über den Bachzulauf ist die giftige Flüssigkeit in den Teich gelangt und hat alle Fische getötet.

Quelle: peb

Möllenbeck. Karpfen, Rotfedern, Brassen – alle tot“, klagt Anneli Bolhöfer von der Domäne Möllenbeck und wirkte dabei noch merklich ergriffen. Nach Auskunft der unteren Wasserbehörde des Landkreises Schaumburg können nur Einleitungen von giftigen Flüssigkeiten in das kanalisierte Bachsystem das Fischsterben verursacht haben.

Peter Kuklik hatte den Schaum als Erster entdeckt, als er als Montag während eines abendlichen Spazierganges am Teich der Domäne vorbeikam, und informierte am nächsten Morgen die Bolhöfers. Diese sahen gleich das Ausmaß der Katastrophe und informierten die untere Wasserbehörde. Hans-Jürgen Döring vom Amt für Kreisstraßen, Wasser- und Abfallwirtschaft des Landkreises entnahm sofort Proben aus dem Teich und ließ diese analysieren. Das Ergebnis steht noch nicht fest. Döring setzte noch am gleichen Tag den Abwasserbetrieb der Stadt Rinteln und den Ortsbürgermeister Reinhold Kölling in Kenntnis. Der Kanal- und Klärwerksmeister vom Abwasserbetrieb der Stadt Rinteln, Joachim Schön, machte sich mit einem Trupp gleich auf den Weg, um die Einleitungsstelle zu lokalisieren. Auch Kölling schaute sich das verheerende Ausmaß vor Ort an. Kanalschächte wurden geöffnet, aber die Suche brachte kein Ergebnis. „Es gestaltet sich immer als überaus schwierig, den Ort der Einleitung festzustellen. Es handelt sich ja um ein fließendes Gewässer und die eingeleiteten Flüssigkeiten werden gleich weggeschwemmt“, erklärt Schön.

Kölling fuhr den Verlauf des Baches ab und fand einen Bereich hinter dem Kloster parallel zum Weideweg, der ebenfalls hochgradig überschäumt war. „Da wurde nicht nur ein Liter in den Bach geschüttet. Eine solche Schaumentwicklung über so eine lange Distanz ist auf eine große Menge von Giftstoffen zurückzuführen. Und dass es sich um giftige Flüssigkeiten handeln muss, zeigt die Tatsache, dass kein einziger Fisch überlebt hat“, erklärt Kölling.

Der Bachlauf, der aus dem Möllenbecker Wald kommt und im Bereich der Ortschaft parallel zur Hildburgstraße kanalisiert ist, teilt sich an der Einfahrt in Die Reihe in zwei Arme. Der eine Arm fließt unterirdisch unter der B238 durch, tritt parallel zum Weideweg an die Oberfläche und fließt hinter dem Kloster vorbei in die Feldgemarkung. Der andere Arm verläuft unterirdisch hinter dem Feuerwehrhaus in Richtung B238, quert die Bundesstraße in Höhe der Volksbank-Filiale und tritt direkt danach auf einer Schafswiese zutage. Auf dem Hof der Domäne durchfließt der Bacharm den Teich und wird im Kanal zum anderen Bacharm hinter dem Kloster weitergeführt, wo es zum Zusammenschluss kommt.

Die Tatsache, dass es im Bereich eines Bacharms zu keiner Schaumbildung gekommen ist, lässt den Schluss zu, dass eine Einleitung der giftigen Flüssigkeiten zwischen der Teilung des Baches an der Ecke Hildburgstraße/Die Reihe und dem Teich auf dem Hof der Domäne stattgefunden haben muss.

Das Ausmaß der Katastrophe hätte noch wesentlich größer sein können. „Auf der Wiese zwischen Bundesstraße und Domäne weiden unsere Schafe, die aus dem Bach trinken“, erzählt Anneli Bolhöfer. „Offensichtlich haben sie aber daraus nicht getrunken, denn gesundheitliche Probleme waren bei den Schafen nicht zu beobachten.“     peb

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