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Flagge zeigen

Exten Flagge zeigen

Auf den ersten Blick passen die beiden Fahnen nicht zusammen. Auch auf den zweiten Blick ergibt sich keine Verbindung. Piraten und Kühe? Soll die Weide geentert oder gar Piraten gemolken werden? Solche Gedanken könnten einem kommen, wenn man bei der Fahrt über die Uchtdorfer Straße die beiden Fahnen sieht, die unterschiedlicher kaum sein könnten.

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von Jakob Gokl. Einerseits der große, grinsende Piraten-Totenkopf mit Augenklappe, Ohrring und überkreuzten Knochen, direkt darunter drei fröhliche Comic-Kühe, die zufrieden auf der Wiese an ein paar Gräsern knabbern. „Ach, das ist einfach so eine Jux-Geschichte“, erklärt Imke Spork, die die beiden Fahnen aufgehängt hat. Sie besitzt noch etwa zehn weitere Flaggen, die sie je nach Lust und Laune auf der großen Fahnenstange hisst. Doch einmal im Jahr, da kommt Sporks Fahnen eine höhere Bedeutung zu.

 Denn während des Extener Schützenfestes zeigt Spork Flagge – allerdings für beide Parteien. „Mein Mann ist bei den Schwarzen“, erklärt sie lachend, „und mein Sohn bei den Grünen.“ Daher hat Spork gleich zwei Fahnen genäht, eine grüne und eine schwarze, welche in der Zeit des Extener Schützefests die Fahnenstange zieren. Nicht immer zur Freude der verfeindeten Parteien. „Auch in diesem Jahr wurde die schwarze Fahne entführt“, berichtet Spork amüsiert.

 „Das ist immer so eine Nacht-und-Nebel-Aktion.“ Still und leise werde die Fahne eingeholt und verschwinde dann in der Dunkelheit. Einen konkreten Verdacht, wer hinter der Tat steckt, hat Spork nicht. Doch sie ist bereit, das traditionelle Lösegeld zu bezahlen. „Beim nächsten Fest gibt man halt einen aus“, erklärt sie. Und dann könne das selbst gemachte Stück beim nächsten Schützenfest wieder Entführer anlocken.

 Doch während die derzeit hängende Piratenflagge keine konkrete Bedeutung hat, steckt hinter den Kühen etwas mehr. „Ich bin einfach ein Landwirtschaftsfan“, erklärt Spork. Ursprünglich stamme sie auch selbst von einem landwirtschaftlichen Betrieb und fühle sich damit sehr stark verbunden. Auch ihr Sohn mache nun eine landwirtschaftliche Lehre. Und mit den satten Kühen auf der grünen Weide möchte sie diese Verbundenheit öffentlich darstellen.

 Seit fünf oder sechs Jahren, erzählt Spork, hänge sie ihre Fahnen auf. Im vergangenen Jahr hat ihr Mann auf der zur Straße gelegenen Seite ihres Grundstücks einen großen Fahnenmast errichtet. Davor hingen die Fahnen an einer Stange hinter dem Haus. „Aber auch von dort waren sie gut zu sehen“, erklärt Spork. Ein weiterer Grund, wieso die Fahnenstange nun vor dem Haus steht, ist, dass ihr Mann zusammen mit dem Nachbar, der ebenfalls eine Fahnenstange besitzt, beim Extener Schützenfest quer über die Straße ein Transparent spannen möchte.

 Für die kommende Weihnachtszeit hat Spork bereits eine neue Fahne im Auge. „Im Laden gab es die ,Frohe-Weihnachten‘“-Fahne leider nicht mehr“, erklärt sie.“ Dafür habe sie die Fahne jetzt bestellt. Und einen praktischen Nutzen habe das Beflaggen ihres Grundstücks auch. Denn wenn ihre Kinder Besuch bekommen, bräuchten sie nie lange zu erklären, wo genau sie wohnten. Als Angabe, um das Haus der Sporks zu finden, reiche ein Hinweis meist aus: „Na, da, wo die Fahnen hängen.“

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