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Gefahr eines totalen Stromausfalls

Steinberger Kreuzung Gefahr eines totalen Stromausfalls

Bauarbeiter der Firma Oevermann sind beim Auskoffern der Steinberger Kreuzung überraschend auf eine Zehn-Kilovolt-Stromleitung gestoßen. Diese liegt nicht, wie aufgrund alter Pläne der Stadtwerke Rinteln zu vermuten war, neben der B83, sondern im Fahrbahnkörper.

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Jürgen Eberhardt (links) vom Landesstraßenbauaumt und Markus Brockmann, Leiter des Geschäftsbereichs Hameln, schauen sich im Kurvenbereich um.

Quelle: jan

Steinbergen. Das bestätigte Projektingenieur Holger Fröhlingsdorf vom Niedersächsischen Landesamt für Straßenbau und Verkehr auf Anfrage. Die Stadtwerke haben die stromführende 10.000-Volt-Leitung deswegen abgeschaltet. Dies teilte der Technische Leiter der Stadtwerke Rinteln, Thomas Sewald, mit. „Ein Großteil von Steinbergen steht derzeit hinsichtlich der Stromversorgung ,auf einem Bein‘“, so Sewald.

Um bei einem Stromausfall gewappnet zu sein, hängen die Steinberger Haushalte und Gewerbebetriebe normalerweise an zwei Mittelspannungskabeln. Beide verlaufen unterirdisch an unterschiedlichen Stellen, die Versorgung der Stromverbraucher erfolgt in Form einer Ringleitung. Das bedeutet: Verbraucher können von zwei Seiten über den Ring versorgt werden. Im Falle eines technischen Defekts würden Stadtwerke-Mitarbeiter den Ring um die Fehlerstelle herum öffnen, sodass die Verbraucher abseits der Fehlerstelle weiter mit Elektrizität versorgt werden können.

Keine Gefahr mehr

„Durch das Abschalten der jetzt freigelegten 10-kV-Leitung haben wir das Gefahrenmoment für die Bauarbeiter herausgenommen“, sagte Fröhlingsdorf. „Allerdings wurde dadurch auch die Gefahr eines Stromausfalls erhöht.“ Jürgen Eberhardt vom Landesstraßenbauamt erläuterte das Problem für die Baufirma so: „Immer wenn die Lage von Kabeln nicht so genau eingemessen ist, kann es zu Konflikten kommen. In diesem Fall liegt das Mittelspannungskabel der Stadtwerke unter der neuen Gosse. Und das wollen wir da nicht gerne haben.“ Da die Lage der Leitung jetzt bekannt sei, bestehe keine Gefahr mehr. „Trotzdem werden die Bauarbeiter natürlich vorsichtig sein.“

Sewald bestätigte: „Das Problem ist: Die Leitung liegt da, wo der neue Dränagekanal hin soll.“ Auf die Frage, woran es denn gelegen hat, dass das Zehn-Kilovolt-Kabel neben und nicht im Fahrbahnkörper vermutet wurde, sagte Sewald: „Die Firma Oevermann hat alle Bestandspläne bei uns abgeholt. Die wissen also Bescheid. Wenn jedoch die Referenzpunkte im Laufe der Jahrzehnte verschwunden sind, wird die Sache schwierig. In diesem Fall war ein genaues Auffinden mit dem vorhandenen Bestandswerk nicht mehr möglich.“

Hälfte der Steinberger Haushalte wäre betroffen

Die beim Auskoffern freigelegte Leitung liegt nach Angaben Sewalds auf der südwestlichen Seite der B83, also auf der Seite der A2-Anschlussstelle. Sie verläuft, von Steinbergen kommend, entlang der Rintelner Straße durch den Kurvenbereich der B238 und an der Kreuzung vorbei in Richtung Autobahn. Danach kreuzt sie die B83 und geht dann weiter in Richtung Steinzeichen. Die zweite Zehn-Kilovolt-Leitung kreuzt die B83 an anderer Stelle, geht Richtung Steinzeichen zur Übergabestation, verläuft entlang der Arensburger Straße in Richtung Steinberger Kreuzung und biegt dort, der B83 folgend, in Richtung Westendorf ab. Die Frage, was passiert wäre, wenn der Bagger die 10.000-Volt-Leitung beschädigt hätte, beantwortete Sewald so: „Bei der ersten Leitung wäre nur etwa die Hälfte der Steinberger Haushalte betroffen gewesen.“ Für die Wiederherstellung der Stromversorgung hätten Stadtwerke-Mitarbeiter etwa eine halbe Stunde benötigt. Da nun aber alle Stromverbraucher an der zweiten Leitung hängen, solange die erste abgeschaltet ist, besteht die Gefahr eines totalen Stromausfalls für den Fall, dass die zweite Leitung ausfällt. „Wenn jetzt noch etwas passieren würde, wäre ganz Steinbergen ohne Strom“, so Sewald.

In der Frage, wie nun weiter vorgegangen werden soll, zeigten sich Stadtwerke und Landesstraßenbauamt einig: Die freigelegte Leitung bleibt tot im Fahrbahnkörper liegen. Die Baufirma legt seitlich des B83-Dränagekanals Leerrohre für ein neues Leitungsbündel, das Kabel wird durch ein neues ersetzt.  jan

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